Als Spielerin war Myriam Krüger (links) unter anderem für den SC Freiburg aktiv. Foto: Eibner

Ihren ersten fußballerischen Schritte ging Myriam Krüger beim SV Musbach. Inzwischen ist die ehemalige Bundesligaspielerin Vorstandsreferentin beim SSV Ulm.

Schon als die 1989 in Schramberg geborene Myriam Krüger als kleines Mädchen in Hochmössingen kickte, war ihr Talent mit dem runden Leder sichtbar. 2002 wechselte Krüger zum SV Musbach, um noch parallel auf dem Lindenhof bei den Jungs zu spielen. In Musbach war übrigens der heutige Ortsvorsteher Joachim Böhm ihr Coach und unter anderem "Cat" Schairer, Christin Matern oder Nicole Roriguez ihre bekannten Mitspielerinnen.

Aufgrund ihrer Klasse mittlerweile auch in den DFB Nachwuchsteams angekommen, wechselte die laufstarke Fußballerin 2006 zum Bundesligisten SC Freiburg, untergebracht im Internat des Olympia-Stützpunkts. Ihren Weitblick zeigte sich schon damals darin, das Krüger zwar 150 Bundesligaspiele für den SC absolvierte, dazu aber noch nach Abschluss der Fachhochschulreife eine Lehre als Sport-und Fitnesskauffrau beim der FT Freiburg abschloss und daran noch ein Studium anschloss.

Als nächsten Schritt war sie Spielertrainerin in der 2. Bundesliga beim SC Freiburg II. Bevor sie wieder nach Freiburg ging, folgte ein einjähriges Gastspiel beim benachbarten SC Sand.

Beim FC Bayern München

Nachdem Krüger ihre aktive Karriere beendet hatte war die aktive junge Frau auch ein Jahr als Freigeist in China unterwegs, um danach eine Stelle als Vorstandsreferentin beim SSV Ulm anzutreten. Besonders stolz macht sie, dass sie in dieser Zeit gleichzeitig im Nachwuchsleistungszentrum des FC Bayern München als erste und einzige Frau die Jungs der U12 des deutschen Rekordmeisters trainierte. Nun aber im Job als Geschäftsführerin des SSV Ulm war diese Doppelbelastung nicht mehr machbar, so dass Krüger ihren Trainerjob auf dem FC-Bayern-Campus aufgeben musste.

Bei einer ihrer ersten Amtshandlungen in Ulm waren ihre Kenntnisse im Frauenfußball nicht gerade hinderlich. Von den Frauen des FC Bayern verpflichtete sie mit Thomas Wöhrle einen erfolgreichen Coach für die Ulmer Fußballer, deren Ziel diese Saison eindeutig der Aufstieg in die 3. Liga ist.

Immer noch aktiv

Noch immer spielt Krüger aber gerne auch selbst noch Fußball, oft in AH-Mannschaften bei den Männern, bei Benefizspielen mit ehemaligen Größen oder wenn es die Zeit erlaubt bei den Frauen im heimatlichen Beffendorf gar um Punkte. Die Fitness dazu hat die jüngst ihren 33. Geburtstag feiernde Schrambergerin noch allemal. Auch der Draht nach Musbach besteht immer noch, wo eine Mountenbike-Tour mit Joachim Böhm noch immer auf dem Plan steht.

Bei dem sportlichen und beruflichen Ehrgeiz ist für die junge Frau das Ende ihrer jetzt schon beachtlichen Karriere nicht abzusehen. Ob im Büro als zertifizierte Sportmanagerin oder an der Seitenlinie als Trainerin ausgestattet mit der A-Lizenz – alles ist noch möglich. Erst aber gilt ihre volle Aufmerksamkeit dem SSV Ulm. Bei dem Traditionsverein leitet das engagierte Multitalent auch noch das Nachwuchsleistungszentrum.

Klare Meinung zu gleichen Gehältern

Auch was den Frauenfußball betrifft ist Krüger natürlich noch immer mit der neuesten Entwicklung vertraut und findet für die Entwicklung das Auftreten bei der EM förderlich, um gleichzeitig aber nicht den Sinn für die Realität zu verlieren. Sie sagt: "Gleiche Grundgehälter sehe ich schon aufgrund der Zuschauerzahlen problematisch. In Spanien sind da schon mal über 90 000 im Stadion und in England gibt es ganz andere Fernsehgelder. Es gibt bei uns noch ganz viel aufzuholen, denn zumindest England und Spanien haben uns überholt."