Der Angeklagte mit seinem Verteidiger Rüdiger Mack beim Prozessauftakt. Der 21-jährige soll seine Mutter ermordet haben, so die Anklage. Foto: Behrens

Überraschung im Gerichtssaal: Ein Gutachter stuft den 21-Jährigen Angeklagten aus Schramberg als nur eingeschränkt schuldfähig ein. Das Urteil soll noch heute fallen.

Im Mordprozess um den 21-jährigen Schramberger, der seine Mutter mit einem Fleischklopfer getötet haben soll, hat es am Mittwoch am Landgericht Rottweil eine überraschende Wendung gegeben. Der psychiatrische Sachverständige hält den Angeklagten für nur eingeschränkt schuldfähig. Nach seiner Einschätzung habe der junge Mann in einer „affektiven Ausnahmesituation“ gehandelt – mehrere Merkmale würden dafür sprechen.

 

Nebenklage entsetzt

Diese Einschätzung sorgt für Fassungslosigkeit im Gerichtssaal. Besonders die Nebenklage reagierte entsetzt auf den Befund. Der Vertreter der Nebenkläger zeigte sich fassungslos: „Wie kann man eine solche Diagnose auf Grundlage eines Gesprächs stellen – mit jemandem, der behauptet, einen Hirntumor zu haben, sich einen McLaren kaufen zu wollen und 30 Millionen Firmenaktien zu besitzen?“ Er sprach von einem „Profilügner“ und kritisierte scharf, dass auf Grundlage solcher Aussagen eine verminderte Schuldfähigkeit attestiert werde.

Der letzte – und vermutlich entscheidende – Prozesstag sorgte damit bereits vor der Urteilsverkündung für spürbare Spannung im Saal. Das Urteil wird trotz noch im Laufe des Tages erwartet.