Auf der Hangseite soll eine Stützwand entstehen. Der Verkehr wird künftig über einen Kreisel geführt. Foto: Reimer

Die Pläne für den Bau des "Mutschlerkreisels" nehmen weiter Form an. Zusätzlich zum Kreisverkehr soll eine Stützwand errichtet werden. Deren optische Gestaltung wurde im Ausschuss für Technik und Umwelt beraten.

Oberndorf - Bürgermeister Hermann Acker hob die Bedeutung des Projekts hervor. Der Verkehr soll künftig über diesen Kreisel von der Oberstadt ins Tal geführt werden. Der Bau ist grundlegende Voraussetzung für die weitere Talstadtsanierung. Erst wenn der Kreisverkehr steht, kann die Sanierung der Talstraße angegangen werden. Ein genauer Zeitrahmen, wann der Kreisel gebaut werden soll, wurde in der Sitzung nicht genannt. Da es sich um eine Maßnahme des Landes handelt, ist die Stadt nicht an den Kosten beteiligt.

135 Meter lang

Tiefbauamtsleiterin Romy Bloß stellte die Pläne des Regierungspräsidiums (RP) für die Errichtung der Stützwand vor. Am unteren Ende der Rottweiler Straße sowie auf Höhe des künftigen Kreisels, wo sich derzeit die L 424 und die L 415 kreuzen, soll eine Betonwand auf der Hangseite errichtet werden. Diese wird etwa 135 Meter lang sein und bis zu 20 Meter in die Höhe ragen. Es handelt sich um eine dreistufige Nagelwand. Die herausragenden Nagelköpfe werden mit Beton abgedeckt, weshalb nachher "Höcker" zu sehen sein werden. Eine Wand ohne Höcker würde mehr kosten, da nur mit zusätzlichem Beton eine ebene Fläche errichtet werden kann.

Mehr Begrünung

Die Stadt darf bei der optischen Gestaltung mitreden, muss aber Sonderwünsche, die über die Planung des RP hinausgehen, aus eigener Tasche bezahlen. Auf Vorschlag des Kernstadtbeirats sollen alle sechs Meter Rankgitter angebracht werden, an denen Pflanzen die Wand hochklettern können. Die Kosten für die zusätzliche Begrünung liegt bei rund 136 000 Euro.

Dieser Vorschlag traf auch im Gremium weitestgehend auf Zustimmung. Bei einem massiven Bauwerk dieser Art könne eine solche Begrünung den Eindruck, den die Betonwand hinterlässt, etwas minimieren, meinte Ruth Hunds (SPD).

Nicht jeder befürwortet die Idee

Sabine Jaud (FWV) fragte nach dem Arbeitsaufwand, der jährlich auf die Stadt zukommen würde. Die Kosten für das Zurückschneiden der Pflanzen schätzt das RP auf 10 000 Euro pro Jahr. "Das halte ich für zuviel", sagte Bloß. Die Pflanzen an den Rankgittern werden ein bis zwei mal im Jahr zurückgeschnitten.

Peter Gaberle (CDU) sah die Bepflanzung kritisch. "Nach einem Viertel Jahr schaut kein Mensch mehr auf diese Wand." Er sprach sich dafür aus, kein Geld in die optische Gestaltung zu investieren. Die zusätzliche Bepflanzung der Stützwand wurde bei einer Gegenstimme mehrheitlich beschlossen.