In einem Haus in der Trossinger Schmutterstraße wurde ein Mann tot aufgefunden. Einen Tag später gibt die Polizei eine Pressemitteilung heraus: Man gehe von einem Tötungsdelikt aus und suche nach Hinweisen und Zeugen. Das ist der aktuelle Stand.
Am Montagmorgen gegen 5 Uhr wurde die Polizei alarmiert: Ein 37-jähriger Mann sei tot in einem Wohnhaus in der Schmutterstraße aufgefunden worden. Das Haus wurde abgeriegelt.
Was war geschehen? Die Behörden hielten sich hierzu äußerst bedeckt.
Zunächst einmal informierten sie die Öffentlichkeit gar nicht. Das, so sagt Staatsanwalt Robin Schray, habe ermittlungstaktische Gründe gehabt. Erst einen Tag später, am Dienstagmorgen um 10 Uhr, wurde dann eine gemeinsame Pressemitteilung des Polizeipräsidiums und der Rottweiler Staatsanwaltschaft herausgegeben.
Verletzungen bewertet
Man ermittle aufgrund des Verletzungsbildes wegen des Verdachts eines Tötungsdelikts, hieß es da nun. Die Staatsanwaltschaft Rottweil habe ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und die Kriminalpolizei die Ermittlungen aufgenommen. Zu diesem Zeitpunkt hatte es in Trossingen bereits längst die Runde gemacht, dass es zu einer Gewalttat gekommen sein soll.
Bei dem Getöteten handelt es sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft um einen Mann, der die deutsche und die russische Staatsbürgerschaft hatte.
Bei dem Gebäude., in dem der Mann gefunden wurde, handelt es sich um das ehemalige Lokal „La Luna“, das früher einmal das „Bierstadl“ und dann eine Pilsbar war und seit einigen Jahren als reines Wohnhaus dient, in dem Wohnungen und einzelne Räume vermietet wurden.
Suche nach Beweismittel
In dem Wohngebiet inspizierten ab Dienstagvormittag Polizisten in Uniform und in Zivil die Gegend, offenbar auf der Suche nach einer möglichen Tatwaffe oder anderen Gegenständen, die im Zusammenhang mit einer vermuteten Tat stehen.
Mehrere Polizeikräfte seien in Trossingen im Einsatz, um nach weiteren Beweismitteln zu suchen, wurde mitgeteilt. Und weiter: „Sollten Anwohner oder Passanten verdächtige Gegenstände entdecken, die möglicherweise mit dem mutmaßlichen Tötungsdelikt in Verbindung stehen könnten, bittet die Kriminalpolizei um Hinweise.“ Was das sein könnte? Alles, was auffällt, alles Außergewöhnliche, alles, was üblicherweise nicht in Vorgärten, Garagen oder auf Gehwegen liegt. Auch einen Zeugenaufruf gab es nun. Aufgrund der laufenden Ermittlungen könne man weitere Details aktuell nicht bekannt geben. Ob es Tatverdächtige gibt, ob in diesem Zusammenhang jemand festgenommen wurde, zu all dem machen Polizei und Staatsanwaltschaft vorerst keine Angaben.
Keine Warnhinweise
Warnhinweise an die Bevölkerung gab es keine. Eine direkte Gefahr für Passanten oder insgesamt die Bevölkerung von Trossingen bestand demnach augenscheinlich nicht. Unterdessen waren Polizeikräfte vor Ort rund um das Gebäude, in dem der Tote gefunden worden war.
Polizisten hoben am Straßenrand Mülleimerdeckel an und warfen einen Blick in das Innere. Andere Beamte hoben Gullydeckel an und nahmen diese genau in Augenschein, und auch mit Spürhunden wurde der Bereich abgesucht. Außerdem überflog die Polizei das Areal mit einer Drohne. Im Gebäude selbst war die Spurensicherung vor Ort. Polizei und Staatsanwaltschaft verweisen unterdessen darauf, dass sie die Öffentlichkeit direkt informieren, wenn es neue Ermittlungsergebnisse gibt.
Zeugen werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0741/47 70 an die Kriminalpolizei in Rottweil zu wenden.