Die Banksy-Ausstellung in der Messe Freiburg war für Veranstalter Marc Oßwald mit großen Risiko verbunden. Sie ist noch bis zum 31. August zu sehen.
Kunst in einer schmucklosen Messehalle? Ein Museum am Rand eines Gewerbegebiets? Ob das geht? Fragt man den Freiburger Konzertveranstalter Marc Oßwald, so geht das durchaus: Seit Ende April hat er in Halle eins der Messe Freiburg eine Werkschau mit Kopien der wichtigsten Arbeiten des anonymen britischen Straßenkünstlers Banksy gezeigt. Bis zum Ende der Ausstellung dürften zwischen 50 000 und 52 000 Menschen – jeder zehnte davon aus dem Elsass oder der Schweiz – die Ausstellung gesehen und sie somit auch zum wirtschaftlichen Erfolg für Oßwald gemacht haben.
„Die Zufriedenheit der Besucherinnen und Besucher liegt bei rund 90 Prozent“, freut sich Oßwald auf der Zielgeraden der Ausstellung. Diese wurde als „Halle in der Halle“ aufgebaut und hat so eine richtige Museumsatmosphäre ausstrahlt.
Ausstellung zeigt ganze Bandbreite des Künstlers
„Viele Menschen geben uns die Rückmeldung, dass sie erst durch diese Ausstellung begriffen haben, was für eine inhaltliche Bandbreite Banksys Arbeiten abdecken und dass da nicht nur das Mädchen mit dem Ballon zu bewundern ist.“
Die Ausstellung mit ihrer politisch aufgeladenen Straßenkunst habe die Menschen emotional angesprochen in einer Weise, die er so noch nicht erlebt habe, erklärt der Veranstalter Oßwald.
Dass es sich bei allen Arbeiten um Replikate von teilweise längst nicht mehr verfügbaren Graffiti-Werken des Künstlers, der selbst keine Ausstellungen seiner Arbeit betreibt und auch keine autorisiert, handelt, habe für manche zu den wenigen Kritikpunkten an dem Großprojekt gehört. Vollkommen verständlich ist das für Oßwald nicht: „Wir waren da ja absolut transparent in unserer Kommunikation.“ Dass so viele Menschen Banksy sehen wollten, habe viel mit Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen zu tun gehabt, so Oßwald weiter. „Das hat sich auch bei den vielen Schulklassen gezeigt, die uns vor den Ferien besucht haben“, erklärt der Veranstalter.
Die Qualität des Konzepts, bei der unter anderem ein von Banksy gestalteten Londoner U-Bahn-Waggon nachgebaut wurde, habe sich herumgesprochen. „Vor allem jetzt zum Ende hin kommen sehr viele Leute in die Messe“, zeigt sich Oßwald über den Zuspruch erfreut.
Weitere Ausstellung in der Messe für 2027 geplant
Dort eine Ausstellung aufzubauen, sei nicht ohne Risiko gewesen, so Marc Oßwald. „Man muss viel kreative Werbung machen für so eine Sache. Laufkundschaft hat man auf dem Messegelände ja nicht.“
Nun aber habe er die Halle der Freiburger Messe für 2027 bereits für sein nächstes Ausstellungsprojekt reserviert. „Was wir da machen werden, weiß ich selbst noch nicht. Aber es muss ähnlich zugkräftig sein wie Banksy“, gibt Oßwald einen Ausblick.