Der Autor macht sich Gedanken über Menschen, die viel riskieren, sei es auf dünnem Eis oder beim Hantieren mit illegalen Böllern in der Silvesternacht.
Der Seepark im Lahrer Westen bietet einen idyllischen Anblick, erst recht, wenn Wege, Wiesen, Bäume und auch das Wasser mit Schnee und Eis überzuckert sind. Als ich in diesem winterlichen Ambiente dort am Montag spazieren ging, fielen mir Fußspuren auf dem gefrorenen Gewässer auf, das zur Landesgartenschau 2018 künstlich angelegt worden war.
Unbekannte waren offenbar über das Geländer des Stegs in der Seemitte gestiegen und hatten ein paar Schritte hinaus auf das Eis gemacht. Andere hatten sich vom südöstlichen Ufer aus sogar ungefähr 20 Meter hinausgewagt, wie an weiteren Spuren zu erkennen war.
Stellt sich die Frage: War das mutig oder dumm? Eindeutig Letzteres, finde ich.
An Silvester gab es deutschlandweit schlimme Unfälle, weil die Betroffenen unvorsichtig waren. In Berlin erlitt ein junger Mann schwere Gesichtsverletzungen, weil er sich über eine von ihm angezündete Rakete gebeugt hatte, um nachzusehen, warum sie nicht losging. Das tat sie dann doch, woran er nun sein Leben lang beim Blick in den Spiegel erinnert werden wird.
Gefahr in der Silvesternacht
Andere hantierten mit selbstgebastelten und anderen illegalen Böllern mit zum Teil enormer Sprengkraft, die ungeplant explodieren können. Das ist teils auch passiert – leider sogar mit tödlichen Folgen.
Je älter ich werde, um so mehr wundere ich mich, wie achtlos manche Menschen mit ihrer Gesundheit umgehen. Man hat halt nur den einen Körper. Die Wehwehchen kommen früh genug, da muss man sich nicht auch noch durch Harakiri-Aktionen selbst in Gefahr bringen.
Im Fall der Eis-Gänger vom Lahrer LGS-See ist es noch einmal gut gegangen. Alle Fußspuren führten auch wieder zurück, keiner ist im kalten Wasser gelandet. Dieses Glück hatte eine 16-Jährige am Dreikönigstag auf dem zugefrorenen Grünloch in Allmannsweier nicht – bei ihr hielt das Eis nicht, sie brach ein, wurde aber von zwei zufällig anwesenden Spaziergängern aus dem eisigen Wasser gezogen.
Pass’ künftig bitte besser auf dich auf!, möchte man der Jugendlichen zurufen – und auch allen anderen Menschen, die bisweilen zu viel riskieren.