Nur selten war die Stimmung beim MV Lyra im Corona-Jahr so gelöst wie bei der öffentlichen Probe zum Sommerabschluss hinter der Turnhalle. Archiv-Foto: Fahrland Foto: Schwarzwälder Bote

Hauptversammlung: Mit Fantasie durch die Pandemie

Ständiges Corona-Krisenmanagement prägte das erste Jahr von Patrick Dieringer als Vorsitzender des Musikvereins Lyra Wittershausen sowie der im März 2020 teilweise neu gewählten Vorstandschaft.

Vöhringen-Wittershausen. Erst musste die gemeinsame Theaterveranstaltung mit der TSG und dem Gesangverein abgesagt werden, später das Backhausfest, eine Pizza-Aktion, das Jahreskonzert sowie das Weihnachtsspiel im Dorf. Selbst auf das letzte musikalische Geleit für die vier verstorbenen Ehrenmitglieder musste aufgrund der Pandemievorschriften verzichtet werden. Ihnen wurde in der Hauptversammlung per Videokonferenz gedacht.

Doch es gab auch Positives zu berichten. Etliche Aktivitäten und neun Sitzungen wurden digital durchgeführt und eine umfangreiche Agenda in Angriff genommen. Der Verein kümmerte sich um die Außenrenovierung des Musikerheims, begann mit dem Bau eines "Büschele"-Lagers, erstellte eine Inventarliste und hielt das überarbeitete Regelwerk des Vereins schriftlich fest. Künftige Fasnetsaktivitäten und die Anschaffung neuer Uniformen kommen auf den Prüfstand.

Der neue Dirigent Jerzy Cielecki konnte bis zum ersten Lockdown im März 2020 nur zwei Proben abhalten. Nach Pfingsten seien alle hungrig auf Blasmusik gewesen. Leider habe der zweite Lockdown die Konzertvorbereitung ausgebremst. Cielecki bescheinigte dem Verein großes Potenzial.

Schriftführerin Barbara Bachmann berichtete über die Fasnet und die Hauptversammlung vor Corona. Im Sommer konnten im Freien hinter der Turnhalle ein Jugendnachmittag und eine öffentliche Probe mit Bewirtung durchgeführt werden.

Im Internet getroffen

Als Proben und Veranstaltungen erneut der Pandemie zum Opfer fielen, trafen sich die Musiker im Internet zu Online-Stammtischen und einer Weihnachtsfeier. Kreative Wege beschritten Jugendleiterin Melanie Steidinger mit Unterstützung von Nicole Brommer, die den Nachwuchs zu Mal- und Musikaktionen, deren Ergebnisse im Internet veröffentlicht wurden, motivierten.

Drei Jungmusiker wurden hinzugewonnen. Drei Jugendliche machten den D1-Abschluss. Ein neuer Anlauf zum Start einer Bläserklasse in Kooperation mit dem MV Sigmarswangen und der Grundschule Wittershausen soll im September oder Januar genommen werden.

Kassiererin Christine Klausmann verkündete dank hoher Geld- und Materialspenden für 2020 einen Kassenzuwachs und eine stabile Finanzlage. Auch die drei Jugendausbilderinnen überließen ihre Aufwandsentschädigungen erneut dem Verein. Hinzu kamen Sondereffekte wie die Corona-Hilfe, Pachteinnahmen vom Förderverein aus dem Festbetrieb 2019 und Gemeindezuschüsse. Kassenprüfer Hubert Leicht empfahl die Entlastung, die online erteilt wurde. Patrick Dieringer dankte für jegliche Art der Unterstützung, bat um verstärkte Mitgliederwerbung und appellierte an die Bereitschaft aller Aktiven, baldmöglichst musikalisch durchzustarten. Die Hoffnung liege auf der Zeit nach den Pfingstferien.

Der Blasmusikverband habe bei stabilen niedrigen Inzidenzen als ersten Schritt einen Probenbeginn im Freien für Genesene, Geimpfte und Getestete in Aussicht gestellt. Ein Kuchenverkauf im Juni und ein Festwochenende mit Ehrungen, Frühschoppen und Jugendnachmittag Ende Juli werden angestrebt.

Bei den von Ortsvorsteherin Kerstin Jauch moderierten Wahlen wurden der stellvertretende Vorsitzende Thomas Heizmann, Jugendleiterin Melanie Steidinger, die aktiven Beisitzer Patrick Leicht und Carola Schäuble sowie die passive Beisitzerin Carmen Frerichs für weitere zwei Jahre in ihren Ämtern bestätigt. Sabrina Jauch wird künftig anstelle von Volker Leucht die Kasse prüfen. Ebenfalls im Amt bestätigt wurde Kassiererin Christine Klausmann. Sie kündigte ihren Rückzug für das nächste Jahr an. Nicht mehr zur Wahl stellten sich die aktiven Beisitzer Christoph Wilde und Eileen Keck. Ihre Posten sollen im nächsten Jahr wieder besetzt werden.

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