Der Musikverein Sallneck zeigte vergangenen Samstag bei seinem Jahreskonzert sein Können und lud die Besucher zu einer Weinreise rund um die Welt ein.
In diesem Jahr spielte der Musikverein im Dorfgemeinschaftshaus Wieslet. „Wir leben die Einheitsgemeinde“, lacht Christoph Friedlin, Vorsitzender. Ob Kirchenkonzert oder eben andere Orte, die Akustik gibt den Ausschlag. Neben den verdienten Ehrenmitgliedern und den Besuchern begrüßte er auch Bürgermeister Stefan Niefenthaler, Ortsvorsteher Heinz Eichin und Abordnungen von befreundeten Vereinen.Wer wollte, konnte sich dank eines Care-Pakets, bestehend aus verschiedenen Weinen und Gläsern, die passenden Weinbegleitung zu den Stücken genießen.
Genussvoller Lebensstil
Der erste Teil des Abendprogramms startete mit „Arioso“ von Klaus Peter Bruchmann. Moderatorin Elise Seeger stellet die Stücke charmant vor und schlug den Bogen zu den jeweiligen Getränken. „Sie fragen sich vielleicht, was die Lieder mit Wein zu tun haben“, so Seeger. Aber sicher sei jedem die Redewendung „Wein, Weib und Gesang“ bekannt. Dieser Spruch verbindet man seit jeher mit einem „genussvollen Lebensstil“, was perfekt zum Musikverein passe. Der einzige Unterschied: Beim Musikverein trinken die Mädels mit.
Mit „Montanas del Fuego“ von Markus Götz ging es weiter zu den feurigen Bergen Lanzarotes. Saxophonistin Heike Winzer glänzte mit einem Solo zu den kontrastreichen Rhythmen des Liedes. Seeger erklärte, dass die vulkanische Erde trockene Weine hervorbringe. Das mag nicht jeder, wie sie lachend Dirigent Sebastian Wagner zitierte: „Geschmack ist Nebensache, Hauptsache er knallt“. Mit „Oregon“ von Jacob de Haan wurden die Zuschauer weiter in den wilden Westen Amerikas entführt.
Ehrungen
Bevor die Musiker in die Pause gingen, hatte Christoph Friedlin die Freude, Markus Rieber aufgrund seiner 40-jährigen Passiv-Mitgliedschaft zum Ehrenmitglied zu ernennen. Neben Urkunde und Präsent wurde der „Ehrungsmarsch“ für ihn aufgespielt.
Das weltbekannte „Im weißen Rössl“, arrangiert von Stefan Schwalgin startete der Verein in den zweiten Teil des Programms.
Für Schweißtropfen und Glückstränen sorgte „Scherzo“ von Andrew Pearce bei Trompeter Phil Bauer. Das herausforderte Arrangement verlangte Bauer einiges an Konzentration und Präzision ab. Das Solo meistere Bauer aber hervorragend, was mit ausgiebigem Standing Ovations honoriert wurde. Die Erleichterung war Bauer ins Gesicht geschrieben und gab zur Freude des Publikums noch einmal Auszüge aus seinem Solo zum Besten.
„Dos danzas Latinas“ von André Wagnein war der musikalische Tanz zweier Instrumente, hier Tamara Philipp-Bauer an der Klarinette und Selina Philipp-Bauer an der Querflöte. Der Dialog zwischen Klarinette und Flöte basiert auf dem Habanera-Rhythmus, der zum Rumba übergeht und dank der Percussions für den lateinamerikanischen Sound sorgt.
Mit „beauty and the beast“, arrangiert von Tshio Mashima endete der offizielle Teil des sorgfältig zusammengestellten und ausgezeichnet gespielten Programms. Ohne Zugaben durften die Musiker die Bühne jedoch nicht verlassen.
„Wir sind ein kleiner Ortsteilverein“, stellte Friedlin zum Schluss fest. Ohne die „importierten Weine“, sprich verschiedene Gastspieler, wäre das Konzert nicht möglich. Sein herzlicher Dank geht an alle tatkräftigen Unterstützer, Förderer, den Spendern der Noten, dem Küchenteam und natürlich an Dirigent Sebastian Wagner.
Nicht erwähnt, aber doch erwähnenswert: Die aktive Zöglingsförderung der Sallnecker trägt Früchte. Mit Lara Simen, Leonie Oßwald, Arian Wißner und Nick Wittum spielt der eigene Nachwuchs mit, für Leonie Oßwald war das Konzert sogar der erste Auftritt mit den „Großen“.