Mit einem Konzert und einer hohen Ehrung beschloss der Musikverein Rangendingen sein 100. Jubiläumsjahr. Als Dirigent und Nachfolger von Arno Hermann wurde Bálint Takács vorgestellt.
100 Jahre und kein bisschen leise – das stellten die Musiker und Musikerinnen des Rangendinger Musikvereins auch bei ihrem festlichen Jahreskonzert in der Festhalle mit erkennbarer Spielfreude unter Beweis.
Jugendkapelle und „Minis“
Zunächst gehörte die Bühne der Jugendkapelle Rangendingen-Bietenhausen-Höfendorf. Diese bot unter der Leitung von Musikdirektor Arno Hermann ein erfrischend spritziges, musikalisches Klangbild.
Teils melodisch-feierlich, teils schmissig gestalteten die rund 60 jungen Musiker ihren Beitrag. Für Heiterkeit sorgte die abschließende, einem stotternden Motor nachempfundene Klangkomposition „Bahumba“ von Peter Sciaino. Hier konnten sich vor allem die Percussionisten bewähren.
Die gewünschte Zugabe boten die Jugendlichen, ergänzt durch die „Minis“ der Juka I, mit der jazzigen „Wundertüte“ des „Funky Pinguin“. Emilia Walz führte durch das Programm der Jungmusiker.
Höchststufenorchester
Machtvolle Fanfarenklänge, furiose Passagen, rhythmische Wechsel und ausgefeilte Dynamik, sonore Phrasen der Hörner und des hohen Blechs, in dessen Klangbett das Holzregister seine virtuosen Spielereien setzt: Das große Blasorchester unter der souveränen Stabführung von Arno Hermann entfaltete den großen Reichtum an Ausdrucksvarianten, die einem Orchester aus Blas- und Perkussionsinstrumenten zu Gebote stehen. Dabei fesselten Klangreinheit, Exaktheit ebenso wie technische Brillanz des Höchststufenorchesters, das aus 80 Musikerinnen und Musikern besteht.
Ein Glanzpunkt des Abends war das Konzert für Waldhorn und Orchester Nr. 1 op. 11 aus der Feder von Richard Strauss. Dabei brillierte der Konzerthornist Daniel Lohmüller als Solist, der im Rangendinger Musikverein seine Wurzeln hat. Bravourös, mit facettenreich klarer Strahlkraft, in leuchtenden Farben und feinsinnigen Schattierungen gestaltete er seinen Part und begeisterte sowohl mit zarten, lyrischen als auch mit expressiv-virtuosen Passagen.
Mit Feuer und Schwung musizierte das Orchester nach der Pause weiter. Durch das Programm führte Wilfried Wild.
Mitklatschen beim Marsch
Mit dem traditionellen „Radetzky Marsch“ und einem Dirigenten, der mit großem Körpereinsatz die Musik sichtbar lebte und damit das Publikum dazu animierte, den Rhythmus mitzuklatschen, endete der großartige Konzertabend. Er zeigte eins spielfreudiges, bestens disponiertes symphonischen Blasorchester.
Dirigentenwechsel
Mit dem Konzert verabschiedete der Musikverein seinen langjährigen Dirigenten Arno Hermann, der nach 15 Jahren das Orchester verlässt. Gleichzeitig wurde der neue musikalische Leiter Bálint Takács begrüßt.
Pro-Musica-Plakette
An diesem Abend erhielt der Musikverein Rangendingen zudem die Pro-Musica-Plakette des Bundespräsidenten. Diese Auszeichnung für wird Musikvereinigungen verliehen, die mindestens 100 Jahre bestehen und sich besondere Verdienste um die Pflege des instrumentalen Musizierens erworben haben. Stellvertretend für alle Mitglieder nahm die Vorsitzende Uta Schoder die Verleihungsurkunde entgegen.