Das Jahreskonzert des Musikvereins Inzlingen am Samstag wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.
Schon das vom musikalischen Leiter Maximilian Schaffrinna zusammengestellte Programm war ein Genuss. Breitgefächert und höchst eingängig war es kurzweilig und abwechslungsreich. Alle Stücke waren hervorragend einstudiert, und der Dirigent glänzte mit einer klaren und eindeutigen Zeichengebung.
Das Werk „New Spirit“ von Viktor Burgstaller stand am Beginn der Programmfolge. Es trumpfte mit großer Klangfülle auf und entwickelte sich zu bezaubernden Pianopassagen weiter. Dort kamen dann schöne Melodien zur Geltung.
Tolles Trompetensolo
„Gullivers Reisen“ hieß das Stück von Bert Appermont. Angelehnt an den Roman von Jonathan Swift erzählt das Werk in vier Sätzen die Stationen der Reise musikalisch. Am Anfang stand ein ganz rhythmischer Teil von Soloflöte und kleiner Trommel im Marschrhythmus. Immer mehr Instrumente fielen ein. Der zweite Satz erklang schwermütig und ruhig, um sich im Verlauf gewaltig zu steigern. Tänzerisch leicht im Walzertakt der dritte Satz. Der abschließende vierte Satz strebte nach einem fulminanten Schluss. Lichteffekte auf der Bühne unterstützten dabei optisch die musikalischen Eindrücke.
Das „Concierto de Aranjuez“ des Spaniers Joaquin Rodrigo ist ein weltberühmtes Konzert für Gitarre und Orchester. Da ist es mutig, das berühmteste Stück daraus, das „Adagio“, für Trompete und Blasorchester zu bearbeiten. Dirigent Schaffrina ist dieses Risiko eingegangen und hat ein überzeugendes Arrangement geschrieben. Mit dem jungen Trompeter Nico Bachthaler stand ihm dabei ein hochbegabter Musiker zur Seite, der mit betörenden Pianoklängen das Publikum in seinen Bann zog. Das Blasorchester zeigte hier seine Qualitäten als klangschöner Begleiter.
Gewaltige Klangwellen
Die symphonische Suite „At World’s End“ aus dem Film „Pirates of the Caribbean 3“, komponiert von Hans Zimmer in einem Arrangement von Erik Rozendom, wartete mit gewaltigen Klangwellen auf. Auch hier waberten unterschiedliche Lichteffekte über die Bühne. Bei „Coldplay in Symphony“ von Bert Appermont stand das verbindende Element im Vordergrund. Höchst differenziert mit vielen Farben wurde das Werk gespielt. Dabei überzeugte das Orchester besonders mit seiner Klangschönheit der einzelnen Register.
Das Medley „Latin Pop Special“ von Mark Taylor in einem Arrangement von Masato Myokoin entführte nach Lateinamerika. Schon bei den ersten Tönen und mitreißenden heißen Rhythmen war klar, wohin die Reise geht.
Zwei Zugaben am Schluss
Besonders mit seinen flinken Fingern überzeugte Franz Hefele (Altsaxophon) als Solist in „Against All Odds“ von Phil Collins (Arrangement Bert van Cruchten). Auch hier reduzierte das Orchester sein Volumen ganz auf die Begleitung. Das Publikum würdigte diesen Beitrag mit besonderem Applaus.
Ein Medley der weltbekannten Melodien von Frank Sinatra war der Schlusspunkt des Programms. „New York, New York“, „My Way“ und einige mehr erklangen zur Freude der Zuhörer.
Ohne zwei Zugaben wurden die Musiker nicht entlassen. Durch den Abend führte Sofia Bleile.