Ein abwechslungsreiches Jahreskonzert bot der Musikverein Ergenzingen am Sonntagabend in der Breitwiesenhalle den rund 200 Besuchern.
Da bot gleich nach der Begrüßung des Vorsitzenden Timo Renz die Jugendkapelle unter der Stabführung von Dirigent Aleksandr Kalinin mit dem „Musikantengruß“ von Siegfried Rundel, der „Santa Lucia Ouvertüre“ von Robert von Beringen und „Blinding Lights“ von Abel Tesfaye & Co Kostproben in Form einer guten Leistung und erspielte sich den langanhaltenden Beifall.
Anschließend sorgte die aktive Kapelle mit „Zarathustra 2000“ mit den Anfangsklängen aus Kubricks 2001 herausgebrachtem Film „Odyssee im Weltraum“ für Gänsehaut. Dieses Musikstück von Richard Strauß wurde zur majestätischen Eröffnung dieses Konzertabends.
Freiheitskampf der Tiroler gegen Napoleon
Zum Durchatmen präsentierte die Musikanten dann mit „Joyous Flights“ einen freudigen Flug. Emotional wurde es dann mit dem Titel „Tirol 1809“ von Sepp Tanzer. Mit einer musikalischen Glanzleistung in drei Teilen – und das eine viertel Stunde lang – erinnerte das Ensemble an den Freiheitskampf der Tiroler gegen Napoleon. Dieses musikalische Epos forderte vor allem die einzelnen Register, angefangen von den Schlagwerken über die Holzinstrumente bis hin zu den Blechbläsern und insbesondere auch Dirigent Aleksandr Kalinin. Kurzum, wer Fantasie hatte, konnte Andreas Hofers Freiheitsdrang musikalisch nachempfinden. Die Besucher spendeten langanhaltenden Beifall.
Mit „Round Midnight“ von Cottier Williams, folgte ein Klassiker des modernen Jazz, in welchem Marc Seitz als Solist auf seiner Trompete glänzte und dieser leitete dann über zum letzten Stück vor der Pause, „Oblivion“ von Astor Williams, das den Besuchern die Möglichkeit gab, innezuhalten und zu erfahren, dass Musik oft sehr viel mehr sagt, als Worte es könnten. Alles in Allem war der erste Konzertteil ein musikalischer Ohrenschmaus.
Im zweiten Programmteil stand etwas leichtere Kost auf der musikalischen Tagesordnung. Da wurden die Besucher zunächst mit dem „Textilaku Marsch“ von Karol Padivy konfrontiert, der dereinst für ein Blasorchester einer Textilfabrik komponiert wurde und die folgende „Bodensee Polka“ von Alexander Pfluger war am Applaus gemessen, eine Hommage an das „schwäbische Meer“.
In der Rottenburger Ecke nicht unbekannt war der Titel „Santiano“ von Hans-Joachim Rogoll, mit dem die Musikanten an die gleichnamige Band erinnerten und noch einmal frischen Wind in die Breitwiesenhalle brachten, bevor mit dem abschließenden Titel „Ein Leben lang“ eine Hymne der Fäaschtbänkler gespielt wurde, die auf das verwies, was die Menschen im Leben wirklich bewegt: Nämlich der gute Zusammenhalt untereinander.
Dankesworte gab von Timo Renz
Langanhaltenden Applaus gab es dann am Schluss für diesen einzigartigen Konzertabend, der mit zwei weiteren Zugaben endete. Dankesworte gab von Timo Renz für alle Beteiligten, besonders aber für Aleksander Kalinin, der einmal mehr große Teile der Titel dieses Konzertes arrangiert hatte. Dank und Blumen zusätzlich für seine Mutter Hannelore Renz für die äußerst gelungene Ansage und auch für Kalinins Gattin Larissa, die ihren Gatten infolge der umfangreichen Probenarbeit mehr als ihr lieb war, entbehren musste. Schade war eigentlich nur, dass einige Stuhlreihen leer blieben. Dieses Jahreskonzert hätte eigentlich ein volles Haus verdient gehabt.