Die Combo EdelTatoo spielte am Samstagabend zur Hüttengaudi bei der Mosthocketse auf. Foto: Angela Baum

Ein sommerliches Highlight für die Region ist die Mosthocketse – organisiert vom Musikverein Eintracht Göttelfingen.

Am Samstagabend spielte die Zweier-Formation EdelTatoo zur Hüttengaudi auf. Das Vesperrad, Schälripple, Mostbowle sowie die große „Mostprob’“ waren der Renner.

 

Das Streuobst für den Most sammelt die Musikerfamilie Rund um die schöne, alte Scheuer sitzt man vor Sonne oder Regentropfen geschützt im Freien – es wird bewirtet und alles dreht sich um den Most, oder um das, was daraus gemacht werden kann. Kellermeister Anton Raible macht bereits im Herbst den Most – die Musikerfamilie sammelt Streuobst, es wird dann selbst gemostet und Anton Raible überwacht den Most.

Den Most gibt es pur oder als Bowle

Ein erfrischendes Getränk für den Hochsommer Bei der legendären Mosthocketse kann man ihn dann probieren – sei es pur oder als Mostbowle. Diese wird aus dem Göttelfinger Most, Sprudel, Zitronensaft und Ananas hergestellt – ein erfrischendes Getränk, gerade im Hochsommer. Ein weiterer Vorteil: Er steigt nicht so sehr zu Kopf wie der pure Most.

Alle packen gemeinsam mit an Verena Kieferle, die die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim MVG verantwortet erklärt: „Es ist ein klassischer Besen, wir haben uns bewusst vor nunmehr 15 Jahren dazu entschlossen, alle gemeinsam anzupacken. Und es funktioniert – unsere Mosthocketse kommt bei den Gästen super an.“

Rustikal, gediegen und urgemütlich Das Areal gehört Familie Raible – eine der Musikerfamilien. Im Laufe der Jahre hat sich die Mosthocketse immer mehr etabliert – heute kommen schon einige hundert Interessierte, Ausflügler und am Samstagabend auch Zuhörerinnen und Zuhörer. Denn die Combo EdelTatoo spielt auf – mit Akkordeon und Gesang. Das Publikum ist begeistert und lässt sich verzaubern von der super Stimmung im urigen Schuppeninneren. Rustikal, gediegen und urgemütlich. Derweil trifft man sich, schwätzt, isst nebenher zu dritt vielleicht ein liebevoll angerichtetes Vesperrad mit heimischer Wurst, Radieschen, Käse, Griebenschmalz, Brot und einem Schnäpsle. Denn: Es werden alljährlich 600 bis 800 Liter Most vorgehalten – der Rest wird verschnapst.

Auch Liköre und Schnaps waren gefragt. Foto: Angela Baum

Eine tolle Möglichkeit das Obst zu nutzen „Früher hatte jeder im Dorf seinen eigenen Most und Apfelsaft hergestellt, heute ist das nicht mehr so der Fall“, erklärt Verena Kieferle. „Es ist eine tolle Möglichkeit das Obst zu nutzen.“ Sie beobachtet eine tendenz, dass die Verbraucher wieder regionale Produkte schätzen - „Regionalität und Produkte von hier sind den Menschen wichtig.“

Der Backsteinkäse ist eine Attraktion auf der Speisekarte

Eine Attraktion auf der langen Speisekarte des Musikvereins ist der Backsteinkäse – im Schwäbischen sagt man auch umgangssprachlich dazu „Backstoikäs’ mit Musik.“ Die Musiker legen sich für ihre Mosthocketse voll ins Zeug und geben alles – so sind die Vesperräder aus Holz beispielsweise selbst gedeichselt worden, als vor 15 Jahren die Mosthocketse ihren Anfang nahm. Es gibt auch Mostkraut nach streng geheimem Rezept – Sauerkraut und Most wird etwas geköchelt – mehr soll hier nicht verraten sein. Darüber hinaus gibt’s auch überbackene Seelen – heuer wurden 22 Kilogramm Belag angemixt – damit können rund 300 Seelen übers Fest hergestellt werden, das bis zum Montag dauert und zudem das Wochenende umfasst.

Wichtige Einnahmequelle für den Verein

Gewinn finanziert die Arbeit des Musikvereins „Wir finanzieren mit unseren Veranstaltungen und unsere Arbeit im Musikverein – eine Frauentracht kostet rund 1000 Euro. Anderes Beispiel: Für eine Tuba müssen rund 10 000 Euro hingeblättert werden. Der Musikverein hat zwar einen Pool von Instrumenten – viele Musiker besitzen aber auch eigene Instrumente.

Die Mosthocketse in Göttelfingen wurde vom Musikverein Eintracht Göttelfingen ausgerichtet und war am Wochenende sowie am Montag sehr gut besucht. Foto: Angela Baum

Auch in die Jugendarbeit wird einiges investiert Zudem wird in die Jugendarbeit investiert – auch diese kostet den Musikverein Göttelfingen Geld. Die Kinder bekommen Unterricht an den Musikschulen im Umkreis, etwa in Rottenburg oder Horb oder bei privaten Musiklehrern. Zudem wird in Eutingen an der Grundschule eine Bläserklasse angeboten, zudem existiert eine Blockflötengruppe. Auch gibt es die musikalische Früherziehung im Kindergartenalter. Blockflöte lernen die Kids dann im Grundschulalter – manch ein Kind, das Freude an der Musik hat, entscheidet sich vielleicht dann später für ein weiterführendes Instrument – sei es Trompete, Schlagzeug, Klarinette oder Posaune.

Das Orchester spielt in der Oberstufe hervorragend Dirigentin des Musikvereins Göttelfingen ist Bernadette Keppler, die eventuell bereits mit ihrem Blasorchester auf ein Osterkonzert hin übt – denn es gibt in diesem Jahr kein Weihnachtskonzert – das Osterkonzert findet am Palmsonntag statt, im Jahr 2025. Kürzlich traten die Göttelfinger Musiker beim Wertungsspiel in Loßburg an, dies in der Oberstufe und erzielten die Note „hervorragend.“