Das „Große Orchester“ brilliert mit einem anspruchsvollen Konzert in Brigachtal. Foto: Hella Schimkat

Der Musikverein Brigachtal begeisterte am Sonntagabend die Besucher in der Allerheiligenkirche mit dem Kirchenkonzert im Advent. Sowohl die Jugendkapelle „Dreiklang“ wie auch das „Große Orchester“ hatten ein anspruchsvolles Programm erarbeitet.

Die Besucher konnten ein anspruchsvolles Programm hören, und das nach einem ereignisreichem Jahr, in dem die Gemeinde Brigachtal ihr 50-jähriges Jubiläum feierte und der Musikverein mit einer eigens komponierten „Brigachtal-Suite und mehreren Festakten gefordert war.

 

Es war ein Abend, an dem sich die Bürger der Gemeinde zurücklehnen konnten, um die hervorragende Musik zu genießen.

In 80 Tagen um die Welt

Den Auftakt machte das Jugendorchester Dreiklang unter der Leitung von Philipp Eiban mit dem stimmigen Medley „Winter Holiday“, um sich dann auf die weite Reise „In 80 Tagen um die Welt“ zu begeben.

Mit Fanfaren ging es los, unterbrochen von kurzen ruhigen Phasen zur Erholung, um dann wieder Fahrt aufzunehmen. Wer die Filme „Fluch der Karibik“ gesehen hatte, ließ sich musikalisch in die Welt des Piraten-Kapitäns Jack Sparrow entführen. Sparrow war immer voll des guten Weins und immer leicht schwankend, aber guter Dinge, auf der Suche nach seinem geliebten Piratenschiff „Black Pearl“ und einer entführten schönen Dame.

Bewirtung im Pfarrsaal

In der Pause ließen sich die Besucher im Pfarrsaal vom Perukreis bewirten, dann ging es zurück, denn das „Große Orchester“ hatte inzwischen in der Kirche Platz genommen.

Das „Große Orchester“ machte seinem Namen alle Ehre, nahmen doch rund 60 Musiker Platz, die während des Konzerts unter der Leitung von Volker Rückert für einen beeindruckenden Sound sorgten.

Spritzig , ausdrucksvoll und konzertant gestalteten die Musiker die Ouverture „Donna Diana“, die gefolgt wurde von der „Andante & Rondo“ von Antonio Capuzzi. Volker Rückert kündigte Matthias Mayer als Solist mit seiner Tuba an – und Mayer war gefordert. Die Tuba und er waren die Hauptperson in diesem Stück, Mayer spielte dominant, aber nie aufdringlich. Die Tuba konnte auch Tempo, und die Zuhörer dankten ihm mit tosendem Applaus.

Weg des Heiligen Jakobus

Sein Spiel war einer der Höhepunkte des Abends, aber weitere sollten folgen: „Compostela“, der Weg des Heiligen Jakobus, ließ die Besucher an dem langen Fußweg teilhaben, mal leichtfüßig und beschwingt, mal langsamer und schon etwas müde, immer gesellig und freudig. Mit dem Stück „Momentum“, einer meditativen Musikkomposition von Thomas Doss konnte man sich eine kleine Auszeit von Stress und Hass in dieser Welt nehmen.

Dramatisch wurde es in dem letzten Stück „In Nomine“, „im Namen von“ was? Es war das Jahr 1789, und die Vorboten der französischen Revolution kündigten sich in der Abtei an. Bald stand diese in Flamen. Der dramatische Sound des Orchesters ließ die Gewalt fast fühlen, dann gab es lang anhaltenden Applaus von den Zuhörern, die noch mehr wollten.

Nach der Zugabe waren sie immer noch nicht zufrieden und forderten mehr, „jetzt dürfen Sie mitsingen“, verkündete Rückert bei dem Lied „Macht hoch die Tür“ – ein schöner Ausklang eines großen Konzertabends.