Das Abschiedskonzert Volker Rückert wurde zum exzellenten Jahreskonzert. Foto: Hella Schimkat

Es war ein besonderes Konzert des Musikvereins Brigachtal, denn Dirigent Volker Rückert leitete zum letzten Mal das Orchester. Mit stehenden Ovationen wurden die Musiker gewürdigt.

„Ein Konzert ist immer eine Einladung, den Blick nach innen zu richten, für uns Musiker ist es immer etwas Besonderes, in dieser Kirche spielen zu dürfen.“ So begrüßte Andreas Weißhaar vom Musikverein Brigachtal die Besucher in der Allerheiligenkirche zum Adventskonzert, dem Jahreskonzert des Orchesters.

 

Es war ein ganz besonderes Konzert, denn Volker Rückert, der langjährige Dirigent des Orchesters, dirigierte zum letzten Mal seine Musiker, die ihm ans Herz gewachsen waren, so, wie er ihnen ans Herz gewachsen war.

Es war ein brillanter Abend mit einem außergewöhnlichen Hörgenuss, den das Jugendorchester und das große Orchester den Besuchern boten.

Jugendorchester spielt zum Auftakt

Den Auftakt machte das Jugendorchester Dreiklang unter der Leitung von Philipp Eiban mit dem „Majestic Entrance“, dem majestätischen Auftakt. Die jungen Musiker aus Brigachtal, Tannheim und Pfaffenweiler spielten anschließend den „Schmelzenden Riesen“ von Bert Appermont, bei dem es um die Klimaerwärmung ging.

Gemächlich fuhr der Schlitten, im langsamen Spiel zu Gehör gebracht, über das Eis bis zum abrupten Stillstand. Die Musik nahm Fahrt auf, wurde schneller und schneller, so, wie die Klimaerwärmung sich immer schneller und heftiger bemerkbar macht. Das Jugendorchester ließ diesen Wandel düster ausklingen.

Heiterer war das dritte Stück von Coldplay Classics, mit dem sich das Jugendorchester unter viel Applaus verabschiedete. Andreas Weißhaar ehrte anschließend Tabea Frei, Louis Pinto-Grangler, Lena Mayer und Laura Hiersig für ihre besonderen musikalischen Leistungen.

Überdimensionale Bilder an zwei Wänden der Kirche

Nach der Pause wurde das 45 Musiker zählende Orchester mit Dirigent Volker Rückert mit tosendem Applaus begrüßt. Was dann kam, war Musik der Extra-Klasse, drei Stücke, die es in sich hatten: Den Auftakt machte die Geschichte von Hamburg begleitet von überdimensionalen Bildern an zwei Wänden der Allerheiligenkirche. Als Gastspielerin nahm Eva Schäfer mit ihrem Akkordeon an der Hommage für Hamburg teil, denn zu Hamburg gehört die Schifffahrt und das Akkordeon.

In dem Stück „Hamburg – das Tor Welt“, ließ das Orchester das Bombardement der Stadt im Jahr 1943 erklingen, vorher wurde mit düsteren Klängen an die Hinrichtung von Störtebeker erinnert.

Das Akkordeon spielte einsam und sehnsuchtsvoll zum großen Aufbruch der Auswanderer in eine fremde Welt – per Schiff natürlich.

Neuanfang mit Hoffnung und Lebensfreude

Doch dann kam der Neuanfang mit Hoffnung und viel Lebensfreude, bis zur nächsten Katastrophe, der großen Flut im Jahr 1962, das Orchester verneigte sich hier vor Helmut Schmidt, der anpackte und alles menschenmögliche für seine Hamburger Bürger tat.

Erholen konnten sich die Besucher von den vielen Stimmungswechseln bei dem Stück „Sunrise at Angel’s Gate“.

25 Minuten widmeten Volker Rückert und sein Orchester dem Leben und Wirken von Weltstar Udo Jürgens. „Das Beste von Udo Jürgens“ hatte Guido Rennert für das Orchester arrangiert. Der Entertainer im weißen Bademantel bei seinen Zugaben hätte seine Freude an dem „Best of“, dass das Orchester bot, gehabt: Merci Cherie , 17 Jahr blondes Haar, aber bitte mit Sahne, ein ehrenwertes Haus – es gab viele Soli im Orchester.

Stehende Ovationen

Das Traurige war die Tatsache, dass sich Volker Rückert mit diesem grandiosen Konzert von Brigachtal verabschiedete. Mit stehenden Ovationen wurden Zugaben gewünscht, die gewährt wurden. Ein großartiger Dirigent und ein großartiges Orchester werden getrennte Wege gehen, sich aber nicht aus den Augen verlieren, das hatte Rückert seinen Musikern versprochen.