Einen langen Weg müssen die Musikvereine zurücklegen, bis junge Nachwuchsmusiker im Orchester spielen können. Bereits im Kindergarten wird dafür nun der Grundstein gelegt. Foto: Limberger

Viel Zeit müssen die Musikvereine für ihre Nachwuchsausbildung aufbringen. Das Blasorchester Bad Dürrheim hat unter anderem mit dem evangelischen Kindergarten und der Kindertagesstätte Stadtkäfer eine Kooperation. Langfristig soll diese dem Blasorchester helfen, die Nachwuchsarbeit zu unterstützen.

Bad Dürrheim - Die Sache scheint etwas kompliziert. Die Kindertagesstätte muss einen Musikverein als Kooperationspartner finden, damit sie über die Stadt die Förderung beim Land beantragen kann, die dann an den Musikverein ausbezahlt wird, der damit die speziell ausgebildete Musikpädagogin bezahlen kann.

Kein zusätzlicher Unterricht

In diesem Fall ist es Gitta Laufer, die den Kindergartenkindern im Projekt Singen-Bewegen-Sprechen zwar in erster Linie besseres Deutsch beibringt, dies aber noch den einen oder anderen Nebeneffekt hat. So bekommen die Kinder zum Beispiel Klanghölzer in die Hand, um mit diesen den Takt ihrer Sprechübungen klopfen zu können, Gitta Laufer hat aber auch eine Djemba und die Gitarre dabei – und davon begleitet singt sie mit den Kindern. So hat der Nachwuchs Zugang zur Musik und zu dem einen oder anderen Instrument.

Ein weiterer Punkt ist, dass man mit Christian Koch einen ehemaligen Dirigenten hat, der den Kindern Unterricht an der Blockflöte gibt, und so gibt es ein weiteres niederschwelliges Angebot, denn die Kinder bekommen den Unterricht während der Betreuungszeit, die Eltern müssen den Nachwuchs nicht noch mal gesondert zu den Blockflötestunden bringen.

Petra Rauch, die Leiterin des evangelischen Kindergartens, beschreibt die Situation: "Es ist eine Hinführung zur Musik und zum Instrument und die Kinder wollen auch selbst mehr lernen."

Kinder zur Musik bringen

Markus Heinemann, Vorsitzender des Blasorchesters Bad Dürrheim, der als Kooperationspartner fungiert, ergänzt: "Es geht darum, dass die Kinder einen Zugang bekommen." Und insgesamt wird von Erzieherinnen wie auch von Markus Heinemann bestätigt: Gitta Laufer und Christian Koch führen die Kinder mit Spaß an die Instrumente und die Musik heran.

Damit sie diesen Unterricht geben kann, hat Gitta Laufer mehrere Module zur Qualifikation als Musikpädagogin absolviert. Der ehemalige Dirigent Christian Koch darf auch aufgrund seiner Erfahrung und der Dirigentenausbildung die Kinder unterrichten. Und es wird bedauert, dass der Blockflötenunterricht momentan wegen der Pandemie ruht, man hofft jedoch auf den Herbst. Im Probelokal der Blasmusik wiederum darf er stattfinden. Koch beginnt ebenfalls im Kindergarten, wobei eine Unterrichtseinheit maximal 20 Minuten dauert, bei der höchstens drei Kinder dabei sind.

"Es ist eine Win-Win-Situation, langfristig werden wir auch etwas davon haben", ist Markus Heinemann überzeugt. Denn der eine oder andere findet den Weg in das Jugendblasorchester und später in das Hauptorchester – dann an Instrumenten wie Saxofon, Schlagzeug, Querflöte oder an einem anderen.