Horbs Ex-OB Michael Theurer (FDP) ist bei den Horber Musiktage 2026 als Erzähler auf der Bühne. Warum er dabei ist.
Es gibt wohl kaum einen Politiker, der in Horb so beliebt ist wie Michael Theurer. Ex-OB, Ex-EU-Parlamentarier, Bundesschienenbeauftragter, inzwischen Bundesbank-Vorstand. Jetzt kehrt er als „Star“ zu den Horber Musiktagen zurück. Am 8. Mai in der Stiftskirche Horb.
Was bedeutet dieser Auftritt auf den Musiktagen Horb für Sie persönlich?
Die Musiktage Horb sind mir von Anfang an ein persönliches Anliegen. Die Gründung war ein wichtiger Impuls für das Kulturleben, den ich als junger Horber Oberbürgermeister mit dem damaligen künstlerischen Leiter Günter Müller-Rogalla geben konnte. Und es ist schön, dass sich die Musiktage unter Leitung von Sven Gnass seit Jahrzehnten fest etabliert haben. Darauf können die Menschen in Horb zurecht stolz sein. Und ich freue mich, am Konzert in der Stiftskirche als Sprecher mitwirken zu können.
Wie ist es für Sie, nach Horb zurück zu kommen?
Ich fühle mich meiner Heimatstadt eng verbunden und komme immer gern nach Horb: natürlich um meine Schwester und ihre Familie zu besuchen, aber auch zu Veranstaltungen wie den Musiktagen, den Horber Maximilian Ritterspielen, Silvesterlauf oder zum Tennisturnier in Bildechingen. Oder auch nur, um den Baufortschritt der Hochbrücke in Augenschein zu nehmen.
Das Thema des Musiktage-Abends lautet Zuversicht. Können wir die trotz Welt-Chaos haben?
Die globale Lage ist derzeit so angespannt wie seit Jahrzehnten nicht. Und trotz allem: Gerade in Zeiten des Umbruchs ist Zuversicht absolut entscheidend. Denn aus ihr erwächst die Kraft, die Zukunft zu gestalten.
Der französische Begriff für Zuversicht lautet Confiance. Confiance bedeutet neben Zuversicht auch Vertrauen.
Ohne Vertrauen gibt es keine stabilen Beziehungen. In der Wirtschaft basiert etwa das Bankgeschäft auf Vertrauen. Dieses Vertrauen muss immer wieder erarbeitet werden. In der Außenpolitik gilt: Internationale Konflikte zerstören Vertrauen und zerstörtes Vertrauen führt zu Konflikten.
Im Inneren gilt: Vertrauen ist das Lebenselixier jeder offenen Gesellschaft, jeder liberalen Demokratie.
In Zeiten wie diesen ist dabei notwendig, sich in der Gesellschaft der eigenen Werte und Überzeugungen zu versichern. Es kommt dabei stark auf Wertebindungen und auf die kulturelle Identität an. Musik, Literatur, vor allem aber Theologie und Philosophie sind die Grundlage. Und trotz aller Herausforderungen und Bedrohungen, sollten wir uns darauf besinnen, über welch riesige Potenziale wir in Horb, in Deutschland und in Europa verfügen.
Sie stehen als Erzähler auf der Bühne und sollen den Text selbst bearbeitet haben. Stimmt das?
Ist er nicht wunderbar, der Karneval der Tiere von Camille Saint-Saëns? Die Musik kommt so leichtfüßig daher und ist doch voller Humor und Hintersinn. Der Text beschreibt die Szenerie. Meine Aufgabe als Sprecher ist es, diese fantastische Geschichte eines „Karnevals der Tiere“ zu erzählen und die einzelnen musikalischen Skizzen miteinander zu verbinden. Natürlich bietet das Raum zur Interpretation, gerade in der deutschen Übersetzung.
Sie haben schon mal in den Horber Federn geschrieben. Was bedeutet dieser Auftritt für Sie?
Von den Künstlerinnen und Künstlern der Musiktage höre ich seit Jahren, wie sehr sie das Horber Publikum schätzen. Als Sprecher bei „Peter und der Wolf“ und „Barbar der Elefant“ durfte ich das selbst schon erleben.
Und ja: Dank an Horb, vor allen an Sven Gnass und das Musiktage-Team. Was da geleistet wird, ist ganz großartig. Die Musiktage leben vom Engagement aller. Also wenn Sie so wollen: mein bescheidener Beitrag zu den diesjährigen Musiktagen sind eine Hommage an Horb und seine Menschen.
Einen Tag später startet die Bürgerbeteiligung bei der Fruchtkasten-Begehung zum Kernstadt Umbau. Ist Ihr Auftritt bei den Horber Musiktagen die Ouvertüre?
Das Konzert ist ein schöner Auftakt. Städtebaulich finde ich das Projekt absolut faszinierend. Die Idee, hier Raum für Begegnung und kulturelles und wirtschaftliches Leben zu schaffen, ist eine große Chance für Horb. Und mit der Hochbrücke erhält die Kernstadt Luft zum Atmen! Ich weiß aber noch nicht, ob ich am 9. Mai dabei sein kann.