Beim Wandelkonzert der Musikschule Altensteig stellten Anna Seegers Ballettgruppen Szenen aus „Dornröschen“ und „Cinderella“ dar. Foto: Aylin Kaya

Das Wandelkonzert der Musikschule Altensteig zeigt: Wo junge Talente gefördert werden, entsteht mehr als nur Klang – es wächst Gemeinschaft.

Eigentlich hätte sich die historische Altstadt zur Bühne für das beliebte Wandelkonzert zum Abschluss des Altensteiger Musiksommers verwandeln sollen. Doch wegen unsicherer Wetterlage entschieden sich die Organisatoren für eine spontane Verlegung in den Bürgersaal.

 

Eine Entscheidung, die sich als goldrichtig erwies: Zwischen 16 und 17.30 Uhr entfaltete sich dort ein Gesamtkunstwerk aus Musik, Tanz, Leidenschaft und Gemeinschaft – der würdige Abschluss des Musiksommers Altensteig und ein leuchtendes Beispiel dafür, was entsteht, wenn Kreativität und spürbare Spielfreude zusammenwirken.

Seit Beginn der Reihe ist das Wandelkonzert fester Bestandteil des Altensteiger Musiksommers. Es gibt den jungen Künstlerinnen und Künstlern der Musikschule Altensteig eine Bühne, auf der sie nicht nur ihr Können zeigen, sondern auch wachsen dürfen.

Andreas Jendrusch führt durchs Programm

Und es ist Andreas Jendrusch, Schauspieler und leidenschaftlicher Kulturvermittler, der das Konzert Jahr für Jahr liebevoll organisiert, moderiert und strukturiert. Mit einem Augenzwinkern führte er durch ein Programm, das sich thematisch an der TV-Sendung „Kinderquatsch mit Michael“ orientierte – spontan, frech, kindlich-kreativ. Normalerweise als Nachtwächter verkleidet, entschied er sich diesmal bewusst für ein ziviles Auftreten – dem Anlass angemessen und getragen vom Wunsch, die Schüler selbst ins Zentrum zu rücken. Der Fokus sollte ganz auf den jungen Talenten liegen.

Den Auftakt machte die Schlagzeugklasse von Steffen Kuhn. Zwei Schüler präsentierten energiegeladene Werke – unter anderem ein Jazzstück von Herbie Hancock, gespielt mit spürbarem Taktgefühl und Charme. Es folgte die Querflötenklasse von Renata Moschek mit einem generationsübergreifenden Ensemble: „Guantanamera“ und ein lebendiges Werk von Rolf Scheidweiler begeisterten das Publikum.

Meisterkurs inspiriert Duett

David Behms Violinschüler zeigten im Anschluss technisch anspruchsvolle Duette, eines davon inspiriert von einem Meisterkurs in Rom. Virtuos, leicht, berührend. Danach ließ Monika Früchtl mit ihrem Ensemble „PusteFix“ 25 Blockflötenschüler aufspielen – vom Sopranino bis zum Subbass. Ergänzt wurde der Auftritt durch ein kleineres Fortgeschrittenen-Quintett mit jazzigen Stücken. Im Gespräch nach dem Konzert betonte Früchtl: „Das Schönste ist, wenn Kinder spüren: Es war gut. Und plötzlich leuchtet da etwas – etwas, das bleibt.“

Zum Abschluss verwandelten Anna Seegers Ballettgruppen Märchen in Tanz: Szenen aus „Dornröschen“ und „Cinderella“ wurden in drei poetischen Bildern dargestellt – mit Grazie, Ausdruck und viel Herz. Für Seeger war es der letzte Auftritt in Altensteig: Die langjährige Tanzpädagogin verlässt die Musikschule zum 30. September. „Die Vorbereitung war turbulent, aber das Ergebnis war wunderschön. Meine Schülerinnen waren großartig.“ Sie hinterlässt eine große Lücke – tänzerisch und menschlich.

Schokolade und Sonnenblumen

Der Bürgersaal war bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Stimmung: warm, familiär, festlich. Zum Abschluss gab es für jedes Kind eine Tafel Schokolade und für die Lehrkräfte strahlende Sonnenblumen. Ein stilles Dankeschön – für alles, was im Hintergrund wächst.