In Weil am Rhein hat Ariane Mathäus als Leiterin der Städtischen Musikschule ein facettenreiches Aufgabenfeld. Foto: Beatrice Ehrlich

Um den Schülern der Städtischen Musikschule Weil am Rhein viel bieten zu können, bringt Ariane Mathäus ihr Organisationstalent und ihre exzellente Vernetzung ins Spiel.

Stillstand gibt es nicht, seit Ariane Mathäus die Leitung der Städtischen Musikschule zu Beginn des Jahres 2023 übernommen hat.

 

Denn dafür ist einfach viel zu viel zu tun in der Einrichtung mit rund 1800 Schülern und 36 Lehrern, die meisten davon in Teilzeit.

Schon ganz zu Beginn ihrer Amtszeit als Musikschulleiterin in Weil am Rhein hatte Ariane Mathäus sich beeindruckt gezeigt von der großen Bandbreite verschiedener Unterrichtsformen in Weil am Rhein.

„Fordernd und faszinierend“ sei ihre Aufgabe als Musikschulleiterin in Weil am Rhein, zieht Mathäus nach runden drei Jahren im Amt Bilanz.

Die von ihr als Musikschulleiterin gefragte Kunst sei nun, dies weiter auszubauen und sich dabei an den bestehenden Möglichkeiten zu orientieren, sagt sie im Gespräch mit unserer Zeitung.

Dazu gehört, dass die Musikschule finanziell keine großen Sprünge nach vorn machen kann und mit dem gleichen Budget wie in den vergangenen Jahren auskommen muss.

Ein Instrument im Schulunterricht erlernen

Zu den Dingen, die Mathäus zuletzt auf den Weg gebracht hat, gehört der Aufbau einer umfassenden Kooperation mit der Hans-Thoma-Schule in Haltingen seit Beginn dieses Schuljahrs.

Kinder aller Klassenstufen können dort nun ein Instrument erlernen – so wie lange schon in fast allen anderen Weiler Grundschulen mit Ausnahme der Hermann-Daur-Schule Ötlingen-Märkt.

Der instrumentale Gruppenunterricht findet im Rahmen des normalen Vormittagsunterrichts zu einer vergünstigten Teilnahmegebühr statt.

Für den Elementarunterricht mit Blockflöte in der ersten Klasse wird die Gebühr sogar komplett vom Förderverein der Schule übernommen.

Für viele der erste Kontakt mit einem Instrument

Für viele Familien sei das der erste Kontakt mit einem Musikinstrument, freut sich Mathäus über die große Resonanz auf das neue Angebot.

Es kämen aber auch vielerlei grundlegende Fragen auf, die geklärt werden müssten, etwa wie man mit einem geliehenen Musikinstrument umgeht, oder auch zur Frage des notwendigen Übens zuhause.

Vom Elementarunterricht bis zur Studienvorbereitung

Das Abdecken aller Ansprüche von der Breitenförderung bis hin zur Begleitung hochbegabter junger Musizierender erfordert von der Seite der Verantwortlichen einen Spagat, sagt Mathäus.

Im Lauf des Gesprächs gewinnt man den Eindruck, dass es genau dies ist, was zu der regen Quereinsteigerin im Rathaus passt. Bevor sie das Amt als Musikschulleiterin antrat, war sie als Geigerin, als Leiterin der Pflüger-Stiftung für musikalisch Hochbegabte in Freiburg sowie in der Organisation verschiedener Musikfestivals beruflich aktiv.

Erfahrung weitergeben, Talente fördern

An der Musikschulleiterstelle habe sie interessiert, nun mehr auch in die Breite hineinwirken zu können und möglichst viele Menschen an ihrem reichen Erfahrungsschatz teilhaben zu lassen.

Selbst zu unterrichten, ist ihr nach wie vor wichtig. Sie hat eine Reihe talentierter Violinschüler unter ihren Fittichen, unter anderem Caner Öztas, der vor kurzem bei der Einführung der neuen Schulrektorin Claudia Falb in Haltingen einen Einblick in sein Können gab.

Mathäus leitet auch das City Connect Orchestra (CCO), in dem Musikschüler aus Weil am Rhein und Lörrach zusammen musizieren.

Jedes Kind soll in einem Ensemble spielen oder singen dürfen, findet sie. Dort wird neben dem rein Musikalischen auch der soziale Zusammenhalt gefördert. Bei den Ensembles der Älteren – dem CCO oder auch Bond’s Bigband – kommen Reisen dazu.

Im Rahmen einer solchen Reise hat Mathäus’ Orchester in den Herbstferien einige Tage auf Schloss Sondershausen in Thüringen verbracht und dort neben intensiven Proben auch die geschichtsträchtige Umgebung erkundet.

Weil am Rhein: Ein interessantes musikalisches Pflaster

Auch ihr schon zu vor gewonnener Eindruck, dass Weil am Rhein musikalisch ein interessantes Pflaster ist, hat sie nicht getäuscht.

Die Möglichkeiten zum Austausch und Kooperation im Dreiländereck und der Hochrheinregion eröffneten mannigfaltige Möglichkeiten, schwärmt sie. Hinzu kommt die Rückendeckung durch die Verantwortlichen der Stadt, allen voran Oberbürgermeisterin Diana Stöcker. „Ich werde sehr gut unterstützt und schätze die Möglichkeiten, die ich hier habe“, betont sie.

Jüngstes Beispiel: die neue Hackbrett-Klasse in Weil am Rhein, in der die Schopfheimer Jugend-musiziert-Preisträgerin Julia Dietsche unterrichtet wird, und für die Mathäus mit Antonia Ortner eine Lehrerin aus dem benachbarten Basel gewinnen konnte.

Netzwerke zahlen sich für Weiler Musikschüler aus

Oder die Meisterkurse, immer im Dezember: Zusammen mit Professor Christoph Sischka von der Hochschule für Musik Freiburg und Professorin Friederike Starkloff, die in Freiburg zu Mathäus’ Schülerinnen zählte, haben Weiler Instrumentalschüler die Möglichkeit, ihre Fertigkeiten mit Musik-Profis von außerhalb weiterzuentwickeln.

Das ist einerseits eine wertvolle Ergänzung zum Instrumentalunterricht an der Musikschule und andererseits ein Ausblick, was daraus eines Tages vielleicht werden kann.

Hintergrund: In der Musikschule Weil am Rhein werden Kinder vom Kindergartenalter an bis zur Bewerbung für eine Musikschule gefördert. Besonders begabte Schüler erhalten in einer Förderklasse die Möglichkeit, zusätzlich zu besonderen Konditionen ein Zweitinstrument zu erlernen und Theorieunterricht zu belegen.

Bei Konzerten erhalten Musikschüler die Möglichkeit, vor Publikum aufzutreten und ihr Können zu zeigen, etwa am Samstag, 14. März, ab 15.30 Uhr bei einem Krabbelkonzert oder am gleichen Nachmittag um 17.30 Uhr bei einem Preisträgerkonzert von „Jugend musiziert“, beides im Großen Saal des Alten Rathauses in Weil am Rhein, Hinterdorfstraße 39.

Für das Singspiel „Kannitverstan“ von Eckard Lenzing zum Hebel-Jahr zusammen mit dem CCO Weil am Rhein und Lörrach werden noch Mitsänger(innen) für den Projektchor gesucht, die Kontaktaufnahme ist per E-Mail an e.lenzing@musikschule-loerrach.de möglich.