Bei der „Talentbühne plus“ bewiesen Schüler der Musikschule Wildberg mit einem breiten Repertoire, dass sie bestens vorbereitet sind auf „Jugend musiziert“.
Konzentriert, ruhig und mit spürbarer Spannung: So war die Stimmung im Saal der Musikschule Wildberg. Bei der „Talentbühne plus“ zeigten junge Musikerinnen ihr Können – viele von ihnen mit Blick auf den Wettbewerb „Jugend musiziert“. Für das Publikum wurde daraus ein Abend, der neugierig machte und immer wieder neue Klangfarben bot.
Zwischen den Beiträgen wurde bewusst nicht applaudiert. Nach dem letzten Ton blieb es jeweils kurz still, bevor das nächste Ensemble die Bühne betrat. Diese ruhigen Übergänge gaben dem Konzert eine besondere Dichte – weniger klassisches Vorspiel, mehr echte Wettbewerbssituation.
Vielfalt mit Anspruch
Elisa Taschke und Sarah Hartmann (Violine, Klasse Kaoru Minamiguchi) eröffneten mit „Cripple Creek“, einem amerikanischen Volkslied, das leicht und lebendig daher kam. Mit „Tekele Lomeria“ aus Kenia ging es gleich weiter in eine andere Klangwelt. Neben diesen volksmusikalischen Stücken standen auch kleine Charakterstücke von Sheila M. Nelson auf dem Programm – sowie ein ruhiger Moment mit dem Largo aus Antonín Dvořáks 9. Symphonie. Mit Mozarts „Spiegelkanon“ zeigten die Mädchen außerdem, wie klar und fein selbst kurze Stücke wirken können – ob tänzerisch, nachdenklich oder ganz ruhig.
Rebekka Böltz und Katja Meier (Querflöte, Klasse Stefanie Glaubitz) setzten mit Charpentiers „Te deum“, James Hooks „Minuet“ und dem bekannten „Greensleeves“ weitere Akzente. Auch humorvollere Stücke fanden ihren Platz: Mozarts „Es klingt so herrlich“ und Rudolf Mauz’ „Ping Pong“ sorgten für leichte, spielfreudige Momente. Mal klar und festlich, mal weich und getragen – und mit sauberer Linie.
Bei den Blockflöten überzeugten Anna Reichert und Marta Gravius (Klasse Petra Roderburg-Eimann) mit einem Programm, das sowohl barocke Klarheit als auch moderne Klangsprache zuließ. Sei es mit „Trombetta“ von Giamberti, Bachs „Inventio 13 BWV 784“ oder Matthesons „Sonata III“ (Andante, Allegro) sowie dem „Intro (1993)“ von Willem Wander van Nieuwkerk – das Zusammenspiel wirkte sauber abgestimmt, konzentriert und sicher.
Für frischen Schwung sorgte danach Georg Philipp Telemanns Sonate in G-Dur für zwei Flöten (TWV 40:107). Luisa Dingler musizierte gemeinsam mit ihrer Lehrerin Stefanie Glaubitz (Querflöte) die Sätze „Affettuoso“ und „Allegro“ und brachte damit Leichtigkeit und Bewegung in den Konzertabend.
Anna Reichert präsentierte außerdem mit der Querflöte ausgewählte Sätze aus Paul Hindemiths „Acht Stücken“ für Flöte solo und überzeugte dabei mit Ruhe, Kontrolle und Ausdruck.
Zu den Höhepunkten des Abends zählte auch der Auftritt von Alicia Oprea (Mezzosopran, Klasse Romina De la Fuente), begleitet von Klavierlehrer Harald Sinot. Mit dem moldawischen Traditionsstück „Lupii“, Schuberts „Heidenröslein D 257“, dem traditionellen „In Dulci Jubilo“ und Alan Menkens „Part of your world“ reichte ihr Programm von klassisch bis modern. Mit warmer Stimme und starker Ausstrahlung gab sie den Liedern eine besondere Klangfarbe.
Generalprobe bestanden
Am Ende fiel die Anspannung sichtbar ab: freudige Gesichter, Erleichterung – und Applaus im Publikum. Blockflöten-Lehrerin Petra Roderburg-Eimann zog ein positives Fazit: „Alles rundum gelungen. Präzision, Tempo, Klangkontrolle – alles saß. Ich bin sehr stolz.“ Ein Satz, der gut zusammenfasst, was der Abend gezeigt hat: viel Arbeit, viel Konzentration – und ein Nachwuchs, der bereit ist für die Wettbewerbsbühne.