Ein Abend voller Klangfarben (von links): Mario Wortmann, Ute Haas-Woelke, Benjamin Hummel und Sarah Zucker Foto: Anton

Vom romantischen Lied bis zu südamerikanischen Rhythmen: Das Lehrerkonzert der Musikschule Schramberg bot musikalische Vielfalt auf höchstem Niveau.

Sie arbeiten das ganze Jahr mit ihren Schülern und führen sie zu beachtlichen Leistungen – doch einmal im Jahr stehen die Lehrkräfte der Musikschule Schramberg selbst im Mittelpunkt. Beim Lehrerkonzert in der bis auf den letzten Platz gefüllten Szene 64 präsentierten sie ein ebenso anspruchsvolles wie unterhaltsames Programm.

 

Insiderwissen

Zehn Lehrkräfte hatten sich zu Trios und Ensembles zusammengeschlossen und boten als Streicher, Zupf-, Blas- und Tastenmusiker Werke ihrer Lieblingskomponisten dar. Das vielseitige Programm spannte einen Bogen von der Wiener Klassik über die Romantik bis zur Gegenwart, mit einem deutlichen Schwerpunkt auf neueren Werken. Charmant und mit viel Insiderwissen führte Flötenlehrerin Karin Krell durch den Abend. OBin Dorothee Eisenlohr begrüßte die Gäste.

Den Auftakt gestaltete ein Trio mit Benjamin Hummer (Klarinette), Sarah Zucker (Violoncello) und Ute Haas-Woelke (Klavier) mit drei Miniaturen von Paul Juon. Nach träumerischen Klängen in der „Rêverie“ entwickelte sich ein voller, warmer Gesamtklang. Besonders das Cello verlieh der „Elegie“ eine eindringliche, melancholische Note, während die „Humoreske“ mit tänzerischer Leichtigkeit überzeugte.

Wandlungsfähige Stimme

In der Romantik blieb auch der folgende Programmpunkt mit zwei Liedern von Felix Mendelssohn Bartholdy. Claudia Habermann beeindruckte mit ihrer ausdrucksstarken, wandlungsfähigen Stimme: Das „Winterlied“ vermittelte eindrucksvoll düstere Kälte, während „Auf Flügeln des Gesanges“ – im Duo mit Ute Haas-Woelke – eine klangvolle, beinahe schwebende Atmosphäre entfaltete.

Einen deutlichen Kontrast setzte die „Spielmusik“ für Mandoline und Streichtrio von Alfred Uhl. Gudrun und Martin Hafner sowie Sarah Zucker bildeten das Streichtrio, während Frank Scheuerle als Solist an der Mandoline mit virtuosem, tremoloreichem Spiel glänzte. Vom lebhaften „Capriccio“ über den geschäftigen Satz „Zahnräder“ bis zur volksliedhaften „Frohen Wanderung am Morgen“ zeigte sich hier große stilistische Vielfalt. Mit dem Trio Nr. 2 op. 45 von Giuseppe Cambini, interpretiert von Karin Krell (Flöte), Sylvia Drömer (Oboe) und Sarah Zucker (Cello), erklang fein ausbalancierte Kammermusik.

Emotionale Tiefe

Heitere und elegische Passagen wechselten sich ab, wobei alle Instrumente gleichberechtigt miteinander agierten. Virtuose Läufe, prägnante Motive und lebendige Dialoge sorgten für einen abwechslungsreichen Höreindruck. Südamerikanische Klangfarben brachte ein Arrangement von Celso Machado ins Programm, bei dem Frank Scheuerle (Gitarre), Gudrun Hafner (Violine) und Sarah Zucker (Cello) mit rhythmischer Prägnanz überzeugten. Den Abschluss bildeten drei Werke von Astor Piazzolla mit Mario Nortmann am Akkordeon sowie Martin Hafner und Benjamin Hummer. Besonders „Adios Nonino“, Piazzollas bewegendes Abschiedsstück für seinen Vater, berührte mit intensiver Ausdruckskraft und emotionaler Tiefe.

Das Publikum zeigte sich begeistert und spendete lang anhaltenden Applaus. Schulleiter Meinrad Löffler dankte allen Mitwirkenden und überreichte jedem eine Rose.