SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode im Gespräch mit Gregor Daszko, Leiter der Musikschule Altensteig und Vertreter des Landesmusikschulverbandes Foto: Daniel Steinrode

Die Zukunft der Musikschulen stand im Mittelpunkt eines Austauschs zwischen der SPD-Landtagskandidatin Daniela Steinrode und Gregor Daszko, dem Leiter der Musikschule Altensteig

Musikschullehrerin Agnes Haffner berichtete bei dem Austausch aus ihrer täglichen Praxis und gab konkrete Einblicke in die Herausforderungen vor Ort, heißt es in der SPD-Pressemitteilung.

 

Musikschulen ermöglichen vielen Kindern und Jugendlichen den Zugang zur musikalischen Bildung. Dabei gehe es nicht nur um Spitzenförderung, sondern vor allem um die Förderung in der Breite, betonte Musikschullehrer Daszko, der auch Vertreter des Landesmusikschulverbands Baden-Württemberg ist. „Musik muss Eingang in die gesamte Gesellschaft finden. Sie fördert Leistungsbereitschaft, Beharrlichkeit, Teamfähigkeit und kreatives Denken – Kompetenzen, die auch in der Schule und im späteren Berufsleben entscheidend sind“ unterstrich Steinrode.

Gerade im Landkreis Calw zeigten engagierte Musikschulen, wie wichtig diese Arbeit sei – etwa in Altensteig, Nagold, Wildberg, Bad Wildbad und Calw. Sie sicherten kulturelle Teilhabe im gesamten ländlichen Raum und bildeten auch eine zentrale Grundlage für zahlreiche Musikvereine.

Gesetzliche Grundlage

Aktuell tragen Eltern laut der Pressemitteilung im Landesdurchschnitt rund 46 Prozent der Unterrichtsgebühren. Die Kommunen übernehmen demnach einen weiteren erheblichen Anteil. Die Landesförderung liege derzeit bei 12,5 Prozent. Der Landesmusikschulverband fordert, den Fördersatz auf 15 Prozent gesetzlich zu verankern, um den Einrichtungen Planungssicherheit und Verlässlichkeit zu geben. Steinrode zeigte Verständnis für diese Forderung: „Wenn wir musikalische Bildung als festen Bestandteil unseres Bildungssystems begreifen, braucht es auch eine verlässliche gesetzliche Grundlage. Gleichzeitig dürfen zusätzliche Belastungen nicht einfach auf die Kommunen abgewälzt werden.“

Ein zentrales Problem bleibt der Fachkräftemangel, insbesondere im ländlichen Raum. Viele Musikschullehrkräfte seien gezwungen, ihre Deputate auf mehrere Standorte zu verteilen. Hinzu kommen häufig Teilzeitstellen und eine im Vergleich wenig attraktive Bezahlung. Der Verband fordert laut Pressemitteilung eine Anhebung der Stellenbewertungen und eine Höhergruppierung der Lehrkräfte – ohne dass die Mehrkosten allein von den Kommunen getragen werden müssen. Zudem müsse die Ausbildung von Fachkräften, etwa über das Landesjugendorchester, erhalten bleiben, betonte Daszko. Es sichere nicht nur die Spitzenförderung, sondern bilde zugleich den Nachwuchs für die Musikschulen aus. Problematisch sei, dass Zuschüsse trotz steigender Kosten seit Jahren stagnierten.

Musikalische Bildung im Ganztagsbetrieb

Musikschulen kooperieren bereits vielfach mit allgemeinbildenden Schulen. Programme wie „Singen – Bewegen – Musizieren“ böten großes Potenzial für den zukünftigen Ganztagsbetrieb. Allerdings fehlten bislang flächendeckende Landesmittel, so dass entsprechende Angebote nur an wenigen Grundschulen als Pilotprojekte liefen. Ziel müsse es sein, Instrumentalunterricht und musikalische Bildung stärker in den Ganztag zu integrieren, betonte Dasko: „Um allen Kindern einen niedrigschwelligen Zugang zu ermöglichen. Dafür sind speziell ausgebildete Lehrkräfte und verlässliche Finanzierungsstrukturen notwendig.“