Der Titel „Querbeet“ versprach musikalische Vielfalt – und genau das bot das große Jahreskonzert der Städtischen Musikschule Altensteig im Podium.
Eröffnet wurde der Abend von Hanna Mohr (Klasse Johannes Spyrka) am Klavier. Mit dem bekannten Spiritual „When the Saints“ und Beethovens feierlicher „Ode an die Freude“ beeindruckte sie mit klarem Anschlag und ausdrucksvollem Spiel.
Direkt im Anschluss brachte Jona Heckeler (Schlagzeug, Klasse Gregor Daszko) mit einem energiegeladenen „Rock-Solo“ von Andreas Schwarz pulsierende Dynamik auf die Bühne – ein kraftvoller Kontrast zur Eröffnung.
Barocke Ruhe und Eleganz bot Milla Kübler (Sopranblockflöte, Klasse Monika Früchtl). Gemeinsam mit Susanne Schuler-Meybier am Klavier interpretierte sie Godfrey Fingers „Sonata G-Dur“ mit den Sätzen „Grave“ und „Adagio“ – feinfühlig und klar phrasiert.
Charmante Leichtigkeit
Theresa Hartmann (Klasse Bettina Daszko) entführte die Zuhörer mit zwei charaktervollen Klavierstücken: „Medieval Festival“ von Martha Mier erinnerte an mittelalterliche Tänze, während die „Parisian Waltz“ von Catherine Rollin charmante französische Leichtigkeit versprühte.
Das Querflöten-Duo Anjali Köcher und Lena Reichert (Klasse Renata Moschek) überzeugte mit dem Volkslied „Es ist ein’n Brunnen gefallen“ und dem lebhaften „Entenmarsch“ von Gefion Landgraf – klangvoll, verspielt und mit schöner Abstimmung.
Witz und klangliche Tiefe
Ein vierköpfiges Blockflötenensemble – Elisa Heckeler, Lotta Herter, Milla Kübler und Luise Berzins (Klasse Monika Früchtl) – erzählte in Heida Vissings „Der Troll“ eine kleine Klanggeschichte voller Spannung, Witz und klanglicher Tiefe.
Jonathan Mohr (Gitarre, Klasse Andreas Merkel) spannte einen Bogen von Mozarts heiterer „Arie des Vogelfängers“ bis zur rhythmisch-pulsierenden „Samba Brasilia“ von Cees Hartog – souverän und musikalisch sensibel.
Fein und mit sicherem Ausdruck präsentierte Silas Theurer (Klasse Johannes Spyrka) das englische Volkslied „Greensleeves“ sowie „Thema und Variation“ von Cornelius Gurlitt – beides mit klanglicher Ruhe und Gefühl für Form.
Solistisch brillierte Lotta Herter (Altblockflöte, Klasse Monika Früchtl), begleitet von Verena Marx am Flügel. Ihre Interpretation der „Sonate a-Moll op. 1 Nr. 1“ von Jean Baptiste Loeillet mit den Sätzen „Adagio“ und „Allegro“ war stilistisch klar, lebendig und voller barocker Eleganz.
Metehan Kara (Klavier, Klasse Bettina Daszko) verband mit Bravour zwei Welten: Johann Sebastian Bachs klassisches „Menuett g-Moll“ und das moderne, augenzwinkernde „Mozart is a Friend of Mine“ von Akira Yuyama – beide technisch sicher und musikalisch durchdacht.
Ein emotionaler Höhepunkt des Abends war der Gesangsbeitrag von Sarah Schmidt (Klasse Jeannette Bühler). Mit ihrer Interpretation von Giovanni Battista Pergolesis Arie „Se tu m’ami“ rührte sie das Publikum – mit klarer Stimme, feinem Vibrato und viel Ausdruck. „Es war, als würde man eine Geschichte hören, ohne ein einziges Wort verstehen zu müssen“, sagte eine Zuhörerin bewegt.
Gitarrist Matthias Orendi (Klasse Andreas Merkel) zeigte mit Leo Brouwers „Etude Nr. 1“ und Julio Sagreras’ „Maria Luisa“ seine Ausdrucksstärke, seine technische Reife und seinen feinsinnigen Ton.
Blockflöten zum Abschluss
Den mitreißenden Abschluss gestaltete ein vierstimmiges Blockflötenensemble mit Emilia Hammann (Sopran), Rosa Letscher (Alt), Luisa Schwab (Tenor) und Laura Letscher (Bass), alle unter der Leitung von Monika Früchtl. Mit dem farbenreichen Werk „A Suite of 20th Century Dances – Tango Baroquita“ von James Duncan Carey ließen sie barocke Tanzformen in modernem Gewand aufleben – mal tänzelnd verspielt, mal rhythmisch feurig. Ein würdiger, klangvoller Ausklang.
Musikschulleiter Gregor Daszko zog ein rundum positives Fazit: „Es ist immer wieder bewegend zu erleben, wie sich junge Menschen musikalisch ausdrücken – konzentriert, mutig, gemeinsam. Das war kein Vorspielen, das war echtes Musizieren.“
Der langanhaltende Applaus zeigte: Das Publikum hatte nicht nur zugehört – es hatte mitgefühlt.