Seit 26 Jahren ist Ralf Weigold Kopf und Herz der Musikkneipe. Foto: Dold

Seit Jahrzehnten ist das Zodiak nicht nur Treffpunkt für Musikliebhaber. Jetzt soll eine Mitgliederinitiative helfen, die Zukunft der Kneipe in der Schiltachstraße zu sichern.

Die Musikkneipe Zodiak ist in der Region einmalig und hat längst Kultcharakter. Seit 44 Jahren ist das „Zodi“ Treffpunkt für Musikfans, Feierabendbiertrinker, Diskussionsfreudige, Ur-Schramberger und „Reingeschmeckte“. Und seit 26 Jahren ist Ralf Weigold Kopf und Herz der Kneipe. Gemeinsam mit einem kleinen Team betreibt er das Zodiak im Ehrenamt. „Es geht hier nicht ums Geldverdienen, sondern um Musik“, erzählte der Wirt vor einiger Zeit in einem Gespräch. Doch jetzt geht es ums Überleben. Um den Fortbestand zu sichern, geht er neue Wege.

 

Sorgen vergessen

„Wir sind stolz darauf, dass wir finanziell immer auf eigenen Beinen standen. Doch die letzten Jahre waren hart“, schreibt Ralf Weigold in den sozialen Netzwerken. Das veränderte Ausgehverhalten und die allgemeine Verunsicherung machten es zunehmend schwerer, die laufenden Kosten zu decken. „Wir sind überzeugt: Gerade in unsicheren Zeiten brauchen wir Orte, an denen man seine Sorgen für ein paar Stunden vergessen kann. Deshalb wollen wir das Zodi für euch und für uns erhalten“, so die Betreiber.

Ihre Idee: der Zodi-Club. Dahinter steckt eine freiwillige Clubmitgliedschaft mit drei Stufen:

Gold (15 Euro monatlich): Mitglieder erhalten bei jedem Besuch einen Verzehrbonus.

Silber (zehn Euro monatlich): Es gibt Rabatt auf Konzerttickets.

Bronze (fünf Euro monatlich): reine Unterstützung ohne Gegenleistung.

Feedback

Die Beiträge können per Dauerauftrag oder SEPA-Lastschrift bezahlt werden, eine Kündigung ist jederzeit formlos möglich, heißt es in dem Aufruf. Zunächst handelt es sich um eine unverbindliche Interessensabfrage. Rückmeldungen können direkt an Ralf Weigold (E-Mail: rawe1964@kabelbw.de) erfolgen oder auch über Facebook und Instagram. Auch einmalige Spenden sind willkommen.

Erste Reaktionen

Die ersten Reaktionen ließen nicht lange auf sich warten und waren durchweg positiv. Viele Zodiak-Fans kündigten an, Clubmitglied werden zu wollen. Kommentare wie „Super Idee. Ich bin dabei“ oder „Ich werde euch unterstützen“ stimmen zuversichtlich, dass die Türen zur Musikkneipe in der Schiltachstraße auch weiterhin offen bleiben können.

Bis zu 150 Gäste finden in der urigen Kneipe Platz. Die Einrichtung stammt vom Sperrmüll, in der Theke sind Teile von antiken Holzbetten verarbeitet, an den Wänden hängen Werke heimischer Künstler. Bei einigen Dekoartikeln auf dem Kachelofen oder auf dem Regal muss Ralf Weigold passen: „Woher die sind? Die waren schon immer da.“ 2012 hat Ralf Weigold gemeinsam mit Helfern die Räume renoviert – der Charme ist erhalten geblieben.