Die Musikkapelle Thanheim begeistert das Publikum in der Bisinger Nikolauskirche. Foto: Wahl

Lautstarken Applaus und stehende Ovationen waren der Lohn für einen herausragenden Auftritt der Musikkapelle Thanheim beim jüngsten Kirchenkonzert. Das Orchester stellte Lieder zum Leben zwischen Ostern und Pfingsten in den Fokus.

Das gut besuchte Kirchenkonzert der Musikkapelle Thanheim (MK) in Bisingens Nikolauskirche erwies sich als kurzweilig und abwechslungsreich. „Die niveauvollen musikalischen Darbietungen aus Tradition und Moderne sowie die dazugehörigen Gedanken haben die Besucher dem Himmel ein Stück näher gebracht“, sagte am Ende Dirigent Michael Reiter, der sich mit den Leistungen vollauf zufrieden zeigte.

 

Die Bläserinnen und Bläser stellten sich den Herausforderungen, boten eine Fülle an präzisen Ausdrucks- und Interpretationsfacetten und meisterten beim Klangvolumen durch das Kirchengewölbe auch schwierige Passagen.

Stimmungsvoll und mit etlichen Tempowechseln

Mit Fragen, Gedanken und passenden Texten über das Leben zwischen Ostern und Pfingsten moderierte Dirigent Reiter durch das Programm. Gibt es das ewige Leben im Himmel, kommen wir durch eine Wiedergeburt wieder auf die Erde zurück oder erwartet uns nach dem Sterben gar nichts mehr? Die vorgetragene Musik wolle ein Stück weit helfen, mit solchen Fragen umzugehen, so Reiter.

Und so ging es die MK Thanheim stimmungsvoll und rhythmisch mit etlichen Tempowechseln an. Majestätisch präsentierte sich die Komposition „Toccata“ vom italienischen Komponisten Girolamo Frescobaldi – im 17. Jahrhundert Organist im Petersdom –, mit der das etwa 40-köpfige Aktiven Orchester eröffnete. Es folgte das Musikstück „Nova Vita“ von Kurt Gäble. Die Legende des irischen Königs Lir kam beim Werk „Song of Lir“ von Fergl Carroll zum Ausdruck. Durch den Klang der ersten christlichen Glocke eines Klosters wurden die zu Schwänen verwandelten Kinder wieder zu Menschen. Glaube und Erfüllung bleiben, dass ein besseres Leben wartet und die Erfüllung bringt.

Dirigent Michael Reiter war zufrieden mit dem Auftritt des Orchesters. Foto: Wahl

Bei der Komposition „Kaddish“ handelte es sich um ein jüdisches Gebet für das Seelenheil Verstorbener, bei dem deren Namen in beschwörender Weise ständig wiederholt werden. Ein insgesamt ruhiges Stück, dem Inhalt angemessen. Auffällig war der immer wieder zu hörende Paukenschlag, der den Puls eines Herzschlages nachahmt. Es symbolisierte, dass nach dem Tod nichts alles zu Ende ist.

„Vater unser“ wird zum Abschluss gespielt

Die Unendlichkeit des Firmaments, in dem vielleicht das Geheimnis des ewigen Lebens steckt, war die Inspirationsquelle von „Firmament“ von Rolf Rudin. Er versucht mit vielen musikalischen Elementen einen firmamentartigen Bogen zu spannen. Dem großen komponierten Auftakt erstrahlte der erste Teil in hymnischen Glanz, dagegen war der zweite Teil eher rhythmisch geprägt, gefolgt von einem dritten melodisch ruhigeren Mittelteil. Die sich anschließende Wiederholung in umgekehrter Reihenfolge rundeten den weiten Bogen ab. Vom Orchester wurde das Stück hervorragend interpretiert. Mit „Baba Yetu“, dem weltbekannten „Vater unser“ beendeten die Akteure ihr Kirchenkonzert. Der Lohn für die Musikkapelle Thanheim: lautstarker Applaus und stehende Ovationen.