Johannes Friedrich (links) ist der neue Dirigent der Musikkapelle Ringsheim. Er feierte beim Jahreskonzert seine Premiere. Foto: Masson

Zum ersten Mal spielte die Musikkapelle Ringsheim unter der Leitung von Johannes Friedrich. Im gleichen Zuge war das Jugendorchester ein letztes Mal zu hören.

Mit ihrem winterlichen Jahreskonzert begeisterte die Musikkapelle Ringsheim ihre zahlreichen Gäste im ausverkauften Bürgerhaus. Hier spielten sie zum letzten Mal in bisherigen schwarz-weiß-roten Auftrittsuniformen – denn neue sind schon in Arbeit.

 

Wie gewohnt, eröffnete das Jugendorchester unter Leitung von Mira Hummel das abwechslungsreiche Abendprogramm. Allerdings zum letzten Mal, denn es wird aufgelöst. Zuletzt waren nämlich gleich sieben Jugendliche in die Erwachsenenkapelle übernommen worden, und neuer Nachwuchs reicht derzeit für eine Eigenständigkeit nicht mehr aus. Dennoch geht es für den Nachwuchs weiter – nämlich bei der gemeinsamen Jugend von Rust und Kappel-Grafenhausen. Fortgesetzt wird dagegen in Ringsheim die musikalische Früherziehung bis zum Schulalter.

Kapelle bietet Musikreise in die afrikanische Wildnis

Die bisherigen 13 Jugendkapellen-Mitglieder, die von vier Erwachsenen unterstützt wurden, empfahlen sich schon zum Programmeinstieg mit einem schwungvollen marschähnlichem „Olympic Tune“, anschließend mit einem „Irish Dream“ als ruhige Reise durch idyllische Insel-Landschaften mit sanften Klängen. Bei lebendiger und verspielter „Woodpeckers Parade“ von Kees Vlak klopfte tatsächlich der Schlagzeug-Specht am musikalischen Baumstamm, und mit fröhlicher „Fiesta“ von Fritz Neuböck ertönten südamerikanische Klänge bis hin zu ruhigeren Feier-Momenten. Nach herzlicher Verabschiedung Hummel setzte der Ringsheimer Nachwuchs mit schlagermunterem „Bella Napoli“ als Zugabe noch eins drauf, samt Trompetensolo von Fynn Jäger.

Mit „African Wildlife“ entführte die Kapelle in die überwältigende Natur der dortigen Savanne mit musikalisch entsprechend majestätischer Atmosphäre samt dynamischen Buschtrommel-Rhythmen. Mit „A little Suite of Horror“ ging es in fünf Sätzen schaurig zu – von Freitag dem 13. über Vampir-Vurdalak bis zur Halloween-Party. Und dies allesamt mit musikalischer Dramatik samt schrillen Schreien, windigen Pfiffen, bösem Zischen und Friedhofsglocken. Dann präsentierte sich das Gesamtorchester unter Leitung seines neuen Dirigenten Johannes Friedrich weiterhin aufs Feinste, etwa mit einer „Saint Patricks Day Parade“ von James Hosay zu Ehren des irischen Nationalhelden mit insularer Lebensfreude teils im Marschrhythmus.

Vorsitzender Klaus Steenken (links) und Bürgermeister Pascal Weber (rechts) ehrten Bettina Kissinger (von links), Udo Goldschmidt, Rebecca Konidis und Maike Steenken für ihre Treue. Foto: Masson

Anschließend nicht minder überzeugend mit einem „Imagasy“ von Thiemo Kraas als wort-zusammengesetzter Imagination (Vorstellungskraft) und Fantasy (Fantasie). Dabei entwickelte sich aus langsamem musikalischem Einstieg das Versinken in geschichten-erzählende Traumwelten. Von den Ringsheimer Instrumentalisten wurde hier ein besonders anspruchsvolles Stück mit bestem Zusammenspiel aller Register orchestral bestens dargeboten- und nicht das letzte am Abend.

Udo Goldschmidt ist seit 50 Jahren dabei

Mit folgendem „My Dream“ hat Peter Leitner eine ursprüngliche Improvisation zu einer Blasmusik-Pop-Ballade mit traumhafter Melodie entwickelt. Hierbei brillierten einige Solisten – allen voran Luca Konidis (Flügelhorn), aber auch Rafael Müller (Saxophon), Mia Hummel (Klarinette) und das gesamte Tenorhorn-Register. Abendabschließend wurde mit „Golden Swing Time“ von Steve McMillan noch gebührend Jazz-geschwungen, pottpourimäßig per Evergreens „Hello Dolly“, „Mackie Messer“, „Bei mir bist Du schön“ und „In der Straße wohnst Du“.

Besonders geehrt wurde von Bürgermeister Pascal Weber Udo Goldschmidt. Dies nicht nur für 50 Vereinsjahre, sondern auch diverse Tätigkeiten als Notenwart, Vizedirigent, Komponist und Initiator von Freitags-Auftritten am Rathausplatz seit der Corona-Zeit bis heute. Dafür erhielt Goldschmidt die große goldene Ehrennadel des Bundes Deutscher Blasmusikverbände.

Ebenfalls ausgezeichnet wurden und Bettina Kissinger (25 Jahre) sowie Meike Steenken und Rebecca Konidis (beide 15 Jahre). Für ihre frisch errungene Jungmusiker-Leistungsabzeichen erhielten Hedwig Diehm und Paula Hauser (Silber) sowie Noah Dörle, Josuah und Emanuel Kölble, Ben Stippich und Johannes Weber (Bronze) ein besonderes Lob.