Mit einem Weihnachtskonzert ließ die Musikkapelle (MK) Altheim in der Turn- und Festhalle am vergangenen Samstag das Jubiläumsjahr mit einigen Überraschungen gebührend ausklingen.
Das 100-jährige Bestehen der Kapelle zog sich wie ein roter Faden durch das Programm. Angefangen bei der Uhrzeit für den Beginn des Konzertes, welche dem Gründungsjahr des Vereins entsprach.
Wie Moderatorin Pauline Dieterich in ihrer Begrüßung den Gästen verriet, ließ sich die MK für ihr großes Jubiläum einen Marsch mit dem Titel „Altheim“ vom Schweizer Komponisten Gauthier Dupertuis kreieren. Dieses kraftvolle Werk präsentierten die Musiker mit ihrem Dirigenten Oliver Herberger gleich zum Auftakt und reisten fortan durch die Zeit zurück zu den musikalischen Anfängen des Vereins.
Mit dabei waren auch die Vorgänger von Dirigent Herberger, die anlässlich des Jubiläumskonzertes wieder zum Taktstock griffen. Darunter Christian Pfeffer, der die Kapelle souverän durch das imposante Werk „Overture To A New Age“ (Jan de Haan) leitete. Beginnend mit markanten Fanfaren der Blechbläser, verlieh ein treibender Rhythmus in den Tiefen und im Schlagwerk der Darbietung von Anfang an Energie und Vorwärtsdrang.
Ausdauerndes und sehr anspruchsvolle Werk
Das ausdauernde und sehr anspruchsvolle Werk machte die klangliche Bandbreite des Blasorchesters deutlich. Knapp über dreizehn Minuten zogen die Musiker die Zuhörer in den Bann, bevor das Finale in einen majestätischen Schlussteil mündete.
Doch auch das darauf folgende Stück sollte ich in die Liste der Highlights des Abends einreihen. Hierbei durfte zudem Ehrendirigent Karl-Heinz Kläger wieder den Taktstock schwingen. Mit „Oregon“ (Jacob de Haan) entführte die Kapelle das Publikum in die weiten Landschaften des gleichnamigen US-Bundesstaates. Ruhige, weit gespannte Klänge eröffneten die Komposition, welche die Größe und Weite der Landschaft vor dem geistigen Auge entstehen ließ. Eine warme, naturverbundene Atmosphäre wurde spürbar, in der die Blechbläser eine majestätische, erhabene Wirkung entfalten konnten. Diese Wechsel zwischen Ruhe und Klangfülle prägten den musikalischen Verlauf und verliehen dem Stück besondere Tiefe und Spannung.
Mit einem Medley aus dem weltberühmten Musical „Les Misérables“ verabschiedete sich die Kapelle zunächst in die Pause, nach der Dirigent Herberger wieder die Leitung übernahm. Dieser lud anschließend mit dem Werk „Moment Musical“ (Klaus-Peter Bruchmann) zum Tanz. Eingängige Melodien verliehen dem Werk eine beschwingte Leichtigkeit und nahezu tänzerischen Charakter, der das Publikum gelungen mitzog.
Mit „Another Brick in the Wall“ hielt auch der Sound der Rockmusik Einzug ins Konzertprogramm. Markante, treibende Rhythmen und die weltbekannte, leicht provokante Melodie verliehen dem Stück seinen rebellischen Charakter. Als Krönung integrierte die MK sogar einen E-Bass sowie eine E-Gitarre (Jonas Anlauf) in die Darbietung, wobei das charakteristische, quietschende Solo an Letzterer nicht fehlen durfte, was mit Applaus von den Gästen gewürdigt wurde.
Anschließend ging es musikalisch in die 70-er Jahre. In dieser Zeit habe es in der Blasmusik keine sonderlich großen Entwicklungen gegeben, wie Dirigent Herberger mitteilte. Anders jedoch in der Rock-Musik, insbesondere in Bezug auf die legendäre Rockband „Queen“ und ihren Frontmann Freddy Mercury.
Epische Balladen treffen auf pompöse Rocksongs
So durfte letztlich ein Medley aus den größten Hits der legendären Rockband nicht im Programm fehlen. Epische Balladen trafen auf pompöse Rocksongs, die durch ihre eingängigen Melodien und markanten Rhythmen bestachen, während Bläser ikonische Gesangs- und Gitarrenlinien übernahmen. Perfekt abgerundet wurde die Darbietung durch das Schlagwerk, welches für den unverwechselbaren Groove sorgte.
Der Konzertabschluss
Mit der volkstümlichen Polka „Die Kapelle hat gewonnen“
kamen auch die Liebhaber traditioneller Blasmusik auf ihre Kosten. Schon der Titel vermittelte eine heitere, fast augenzwinkernde Atmosphäre, die an ein Dorffest mit guter Laune erinnerte.
Den Abschluss bildete der Swing-Klassiker „Sing, Sing, Sing“,
der die Big-Band-Ära verkörperte. Rasantes Tempo, treibende Rhythmen und solistische Passagen prägten das mitreißende Werk, welches sich als energiegeladener, temperamentvoller Ausklang dieser musikalischen Zeitreise entpuppte.