Mit Vorfreude blicken die Hondinger Musiker auf das Festwochenende. Foto: Edmund Marti

Das Fest des Hondinger Musikvereins steht vom 17. bis 19. Juli auf dem Programm. Johann Meßmer war 1951 bei der Gründung dabei und erinnert sich an die Anfänge.

Die „Pflege der Volksmusik zur festlichen Ausgestaltung gesellschaftlicher Veranstaltungen und Verschönerung von allgemeinen Festlichkeiten“ war eines der Ziele der Männer, die im Spätherbst 1951 den Hondinger Musikverein gründeten. So steht es in der Chronik zum Gründungsfest des Musikvereins aus dem Jahr 1952. Heute, 75 Jahre nach seiner Gründung, erfüllt der Verein dieses Ziel nach wie vor und ist eine feste Größe im Ort.

 

Schon viele Jahrzehnte vor dem Gründungsdatum bestand in Hondingen der Wunsch nach einer dorfeigenen Musikkapelle. Die Verwirklichung dieses Wunsches wurde vor allem von Josef Meilhammer vorangetrieben, damaliger Mühlenbesitzer und begeisterter Musiker.

Zusammen mit Martin Danegger, Franz Erhart, Fritz Huber und Ernst Müller bereitete er jahrelang die Gründung eines Musikvereins vor. Unterstützung fanden die fünf Männer beim damaligen Hondinger Bürgermeister Karl Gilly. Er setzte sich dafür ein, dass die Gemeinde die nötige Anzahl an Instrumenten erwarb.

Dieser Einsatz für die Gründung nur wenige Jahre nach dem Krieg und trotz der damals bescheidenen Mittel beweist, wie groß der Wunsch nach einer eigenen Hondinger Musikkapelle war.

Gleich 18 Männer trugen sich in die Mitgliederliste ein

Am 14. November 1951 war im Gasthaus Adler dann endlich die Gründungsversammlung, bei der Franz Erhart zum ersten Vorsitzenden des Musikvereins gewählt wurde. Die Vorarbeit, welche die fünf Männer der ersten Stunde geleistet hatten, hatte sich gelohnt: Gleich 18 zumeist junge Männer trugen sich in die Mitgliederliste ein.

Die Männer der ersten Stunde mit Gemeinderat Martin Fetscher (hintere Reihe von links), Franz Mandl, Richard Fetscher, Franz Dörflinger, Franz Engesser, Johann Engesser, Johann Meßmer, Ernst Müller, Martin Gilly, Gemeinderat Hans Wullich und Fritz Huber (mittlere Reihe), Franz Erhart, Martin Danegger, Josef Meilhammer, Bürgermeister Karl Gilly, Hans Meilhammer, Adolf Meilhammer, Gerd Meilhammer und vorne Manfred Reichle, Anton Bäurer, Josef Bäurer und Siegfried Rieger. Foto: Musikverein Hondingen

Unter ihnen war auch der damals gerade einmal 14-jährige Johann Meßmer, der sich an die erste Zeit erinnert: „Am Anfang war es nicht leicht. Nur ein paar wenige Männer konnten schon ein Instrument spielen, die meisten von uns mussten es erst lernen.“ Daher standen zu Beginn zunächst regelmäßige Proben an. Der Riedöschinger Dirigent Ernst Bäurer hatte die Aufgabe, den motivierten Männern die ersten Takte auf den Instrumenten beizubringen und aus ihnen eine spielfähige Kapelle zu bilden.

Zusammenhalt und Kameradschaft

Zweimal in der Woche trafen sie sich im Schulhaus. „Wir Jungen hatten damals kein Auto oder Motorrad und hier war nicht viel los. Deswegen haben wir uns manchmal auch am Sonntag getroffen und zusammen geprobt“, erzählt Johann Meßmer. Der Zeitzeuge erinnert sich gern an den damaligen Zusammenhalt untereinander und an die wertvolle Kameradschaft.

Den ersten Auftritt vermerkt die Chronik für den 6. Januar 1952 im Adler-Saal. Bei den Hondingern war die Freude über den neuen Verein groß. Ihre Zustimmung zeigten sie den Musikern mit einem voll besetzten Saal und viel Lob. Nur wenige Monate danach konnte der junge Verein im August 1952 beim Gründungsfest 1800 Festgäste und 18 Gastkapellen begrüßen und seine Gründung in großem Rahmen feiern. „Das war ein tolles Fest und es war viel los“, erzählt Johann Meßmer, der das Fest in guter Erinnerung behalten hat.

Musikhaus mit viel Eigenarbeit gebaut

Ein weiterer Meilenstein war 1953 der Bau des ersten Musikhauses, der viel Eigenarbeit der Mitglieder forderte. Zu jener Zeit hatte der Verein bereits 24 Mitglieder. Ernst Bäurer gab das Amt des Dirigenten an den Blumberger Kurt Gässert weiter, unter dem der Verein seine Leistung weiter ausbaute und weitere Mitglieder gewann. „Besonders stolz waren wir darauf, dass wir bei den Wertungsspielen 1962 die bestmögliche Beurteilung ,hervorragend‘ erreicht haben“, berichtet der Zeitzeuge Meßmer.

1974 wurde die Ausbildung des Nachwuchses deutlich verstärkt, auch Mädchen wurden Teil des Vereins. In jenem Jahr erhielt der Verein mit Hermann Martin erstmals einen Dirigenten aus den eigenen Reihen. Mit 54 aktiven Musikern wurde das alte Musikhaus allmählich zu klein, sodass man sich 1979 dazu entschloss, an derselben Stelle ein größeres Musikhaus zu errichten. Auch dieser Bau entstand in Eigenarbeit und ist immer noch das Probelokal der Hondinger Musiker.

Feier als Wertschätzung der Gründungsmitglieder

„Es ist schön zu lesen, wie sehr sich die Männer damals für die Gründung unseres Vereins eingesetzt haben. Für uns ist die Feier diesen Sommer deswegen auch eine Wertschätzung an sie“, blickt der heutige Vorsitzende Markus Pfeifer auf die Vereinsgeschichte.

Festwochenende im Juli