Der Stuttgarter Musiker Lostboi Lino geht im Frühjahr 2023 erstmals auf Tour und tritt unter anderem in seiner Heimatstadt auf. Foto: Lostboi Lino

Der Stuttgarter Musiker Lostboi Lino veröffentlicht mit „Phase“ eine neue Single, startet bald seine erste Tour und knackt die Millionen bei Spotify. Was er über seine Heimatstadt, Tiefpunkte und seinen Erfolg sagt.

Ein neues Album und die erste richtige Tour: Der Stuttgarter Musiker Lostboi Lino startet erfolgreich ins neue Jahr. Musik macht er schon sein ganzes Leben. Früher im Kinderzimmer mit einem Spielzeug-Kassettenrekorder, heute steht er beim Stuttgarter Musiklabel Chimperator unter Vertrag, wie beispielsweise auch Rapper Cro. Seine Musik: ein Mix aus Pop, Punk, Rap und fröhlicher Melancholie. Sein Markenzeichen: pink gefärbte Haare.

 

Nachdem er im vergangenen Sommer auf verschiedenen Festivals gespielt hat, geht er 2023 erstmals auf Tour. Dabei spielt er nicht nur in Deutschland, zwei Konzerte werden auch in der Schweiz und eines in Österreich stattfinden. Eigenen Angaben zufolge soll sie bereits großteils ausverkauft sein. Es ist ein Erfolg, den Lostboi Lino noch gar nicht realisiert hat: „Das ist im Moment noch völlig surreal. Ich glaube, so richtig begreife ich das erst, wenn ich die Tour dann wirklich gespielt habe.“

Stuttgart ist meine Heimatstadt“

Neben Städten wie Berlin, Hamburg und Köln spielt der Musiker auch in seiner Heimatstadt Stuttgart. Am 22. März ist der Tourauftakt im Wizemann. Vor dem Auftritt hier dort ist er besonders nervös „ Familie und Freunde wollen vorbeikommen. Also ja, das ist auf jeden Fall ein Unterschied zu allen restlichen Shows der Tour“, sagt er. Aber welche Verbindung hat Lostboi Lino eigentlich zu seiner Heimatstadt? „Ich wohne in Stuttgart, deshalb ist es natürlich unumgänglich, dass die Stadt auch Inspiration für meine Musik ist, auch wenn ich hier manchmal immer noch meinen Platz suche.“

Eine Million monatliche Hörerinnen und Hörer auf Spotify

2023 ist ein erfolgversprechendes Jahr für Lostboi Lino. Im Februar erreichte er die eine Million monatliche Hörerinnen und Hörer beim Musikdienst Spotify. „Das kommt mir so vor, als hätte ich eine Schallmauer durchbrochen und ich werde auf einmal ernst genommen“, sagt er. Der aktuelle Erfolg fühle sich an „wie Weihnachten und Geburtstag zusammen“.

Das war nicht immer so. Der Stuttgarter hat auch schwierige Zeiten durchgemacht. In seinem Album „Phase“, das im Juli erscheinen wird, habe er einen Schicksalsschlag verarbeitet. „Mein Bruder hat sich das Leben genommen und das geht natürlich nicht spurlos an einem vorbei“, sagt er. Damals habe er vieles hinterfragt, sagt er. Auch wenn er über dieses Thema offen spricht, soll nicht sein ganzes Privatleben an die Öffentlichkeit. Seinen bürgerlichen Namen und sein Alter will er für sich behalten.

Einen ersten Eindruck vom künftigen Album bekommt man nun wohl von seiner Single „Phase“, die vor wenigen Tagen veröffentlicht wurde. Lostboi Lino singt: „Früher oder später wird alles gut“. Die Message des melancholischen Coming-of-Age-Songs ist klar: Schmerz und Trauer gehen vorbei. Am Ende sei es „nur eine Phase“.

Sie haben suizidale Gedanken? Hilfe bietet die Telefonseelsorge. Sie ist anonym, kostenlos und rund um die Uhr unter 0 800 / 111 0 111 und 0 800 / 111 0 222 und unter https://ts-im-internet.de/ erreichbar. Eine Liste mit Hilfsangeboten findet sich auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Suizidprävention: https://www.suizidprophylaxe.de/