Einen „Gruß aus Wien“ bietet das Concilium Musicum Wien zum Saisonende. Hier ist die Besetzung mit (von links) Robert Pinkl, Milan Nikolic, Christoph Angerer und Elisabeth Zeisner zu sehen. Foto: Siegfried Kouba

Der diesjährige Saisonabschluss der Geistigen Nothilfe in Königsfeld wurde zum musikalischen Leckerbissen.

Dafür garantierte das Concilium Musicum Wien mit heiter-unbeschwertem Programm, das den Titel „Gruß aus Wien“ trug.

 

Nicht nur ein Gruß, sondern ein bunter Strauß wurde für die zahlreichen Zuhörerinnen und Zuhörer im Kirchensaal geboten.

Triebfeder und aufmerksames Bindeglied mit wienerischem Charme war Christoph Angerer, „a echter Weaner“ – geboren in Bonn, wie Beethoven. Der Erzmusikant wartete nicht nur als Moderationsexperte und meisterhafter Bratschist auf, sondern bot bezaubernde Klänge seiner 1740 entstandenen 13-saitigen Viola d´amore. Das Instrument fand Verwendung bei Telemann, über Vivaldi und Quantz, bis hin zu Hindemith und Prokofjew.

Lebendige Musizierfreude versprüht

„Ihr Klang ist argentin oder silbern, dabey überaus angenehm und lieblich“, hielt Johann Gottfried Walther (1684 bis 1734) fest. Und es war genau dieser Reiz, der durch den Interpreten bei Johann Georg Albrechtsbergers D-Dur-Partita II ausgesandt wurde.

Die Magie expandierte durch die Mitinterpreten, die sich mit Violine und Cello hervorragend an das Klangempfinden anglichen und lebendige Musizierfreude versprühten. Glänzend kamen Arpeggien, Doppelgriffe, Flageolette, feine Dynamik, fröhlicher Tanz und Stretta an.

Zur Antipode wurde „Sinfonia, Wiegenlied und Tanz“ von Vater Paul Angerer (1927 bis 2017), einer österreichischen Musikerkoryphäe. Man tauchte ein in eine moderne Klangwelt – atonal, dissonant, mit wechselnden, angereihten Motivpartikeln, beeindruckenden Trillerduos, fugenhaften Passagen, atemberaubenden Saitenübergängen und vor allem: heftiger rhythmischer Bewegung.

Eine Aura von Wiener Klassik

Die Aura von Wiener Klassik setzten authentisch Robert Pinkl mit feinsinnig-eleganter Tongestaltung seiner Traversflöte, der Violinist Milan Nikolic mit seiner virtuosen Geigenkunst, Christoph Angerer als signalgebender Bratschist und Elisabeth Zeisner mit sonoren Klängen bei Legato und Pizzicato ihres antiken Cellos um.

Treffend abgerundet waren bekannte Werke interpretiert: Haydns D-Dur-Divertimento und Mozarts D-Dur-Quartett KV 285. Von Letzterem wurde als Zugabe eine Gavotte aus den „petits riens“ geboten.

Gut kam auch der Griff in die Kiste von Walzerseligkeit und Heurigenerlebnis an. In Bearbeitungen von Paul Angerer erklangen die „Salon-Polka“ von Vater Johann Strauß, die „Valses op. 85“ seines Kollegen Joseph Lanner und die „Jux-Polka“ vom Walzerkönig, dessen 200. Geburtstag heuer gefeiert wurde.