Der Sänger und Pianist präsentierte keine Imitationsshow, sondern eine ebenso respektvolle wie persönliche Hommage an den großen Entertainer. Foto: Baumgartner

Von „Griechischer Wein“ bis „Mit 66 Jahren“: Michael Zalejski begeisterte in Schramberg mit einer respektvollen und persönlichen Udo-Jürgens-Hommage.

Mit seinem Programm „Udo Jürgens. Merci“ zog Michael Zalejski am Samstagabend das Publikum in der Szene 64 in seinen Bann. Der Sänger und Pianist fand eine elegante Balance zwischen Schlager und Chanson – und bot weit mehr als eine bloße Imitation seines großen Vorbilds.

 

Eigene Handschrift

Im eleganten, rotgefütterten Smoking mit Einstecktuch saß Zalejski am Flügel und schuf bereits mit den ersten Tönen eine enge, angenehme Verbindung zum Publikum. Gestik, rollendes R, gedehnte Vokale und die typischen Seitenblicke erinnerten unverkennbar an Udo Jürgens – ohne dass Zalejski dabei zur Kopie wurde. Vielmehr gab er dem Abend eine eigene Handschrift und präsentierte eine respektvolle Hommage an den österreichischen Komponisten und Entertainer. Mit Klassikern wie „In einem ehrenwerten Haus“ brachte der Pianist, Chansonnier und Conférencier aus Hannover den bis auf den letzten Platz gefüllten Saal zum Mitwippen. Ein langsamer interpretiertes „Griechischer Wein“ ließ die Zuhörer sanft im Takt schwingen.

Zu Tränen gerührt

Zalejski beherrschte aber auch die leisen Momente. Bei Liedern wie „Der gekaufte Drache“, „Was ich dir sagen will“ oder „Wenn die Liebe geht“ wurde es im Saal still – manche Zuhörer kämpften sichtlich mit den Tränen.

Zwischen den Liedern erzählte der Musiker von Hintergründen und Anekdoten aus dem Leben von Udo Jürgens und erklärte, wie viele seiner bekannten Texte und Melodien entstanden sind. Zur Pause studierte er mit dem Publikum den „komplizierten“ Refrain „dummidummdummdumm-schubschubidu“ aus „Kurze Unterbrechung“ ein – mit sichtlichem Vergnügen auf beiden Seiten.

Medley

Zalejski setzte dabei bewusst auf die Kraft von Stimme und Klavier. Einspielungen vom Band gab es nicht. Udo Jürgens habe immer gewollt, dass seine Kompositionen auch nur mit Klavier funktionieren, erklärte er dem Publikum.

Auf das berühmte Bademantelfinale der Jürgens-Konzerte verzichtete Zalejski bewusst. Stattdessen verabschiedete er sich mit den Zugaben „Ein Narr sagt Dankeschön“ sowie einem schwungvollen Medley aus „Mit 66 Jahren“, „Aber bitte mit Sahne“ und „Ich war noch niemals in New York“. Das Publikum sang textsicher mit – und ging mit beschwingter Stimmung nach Hause.