Zum ersten Mal veranstaltete der Seniorenbeirat Lörrach am Abend des Dreikönigstages ein Neujahrskonzert. Die Stimmung und der Erfolg waren bahnbrechend.
Voll besetzt war am Dreikönigstag die Musikaula „TonArt“ des Hebel-Gymnasiums in der Baumgartnerstraße 28 beim erstmals ausgerichteten Neujahrskonzert. Hundertfach hörte man die Wünsche für ein gutes Neujahr. Viele der Zuhörer nutzten die Pause nicht nur, um mit Sekt auf das neue Jahr anzustoßen, sondern auch zu anregenden Gesprächen.
Programm für jeden Geschmack
Das von den Künstlern Birte Niemann (Sopran), Mirjam Fässler (Mezzosopran), David Sitka (Tenor), Michael Havlicek (Bariton), Kevin Pabst (Trompete) und Istvan Bonyhadi am Klavier zusammengestellte Programm bot wirklich für jeden Geschmack etwas. Mit von der Partie war auch der von Birte Niemann geleitete 17-köpfige Markgräfler Männerchor.
Festlich erklang zur Einleitung das als „Eurovisionsfanfare“ bekannte Prélude aus dem Te Deum von Marc-Antoine Charpentier. Kevin Pabst legte viel Gefühl in den Klang seiner Trompete und entführte damit in die Zeiten der großen Eurovisions-Fernsehsendungen, die auch immer mit dieser Melodie begannen. Der Pianist Istvan Bonyhadi erwies sich stets als einfühlsamer und aufmerksamer Begleiter.
Die zum Jahreswechsel unverwüstliche „Fledermaus“ von Johann Strauss (Sohn) umrahmte das Konzert. Die Schweizer Mezzosopranistin Mirjam Fässler glänzte mit der Arie des Prinzen Orlovski „Ich lade gern mir Gäste ein“. Und zum Abschluss erklang von allen Mitwirkenden das „Brüderlein und Schwesterlein“.
Aus der wenig gespielten Operette von Franz Lehár „Friederike“ sang David Sitka zwei der bekannteren Melodien. Strahlend erklang „O Mädchen mein Mädchen, wie lieb ich dich“ und nach dem Gedicht „Heideröslein“ von Johann Wolfgang von Goethe das Lied „Sah ein Knab ein Röslein stehen“. Aus der gleichen Operette steuerte Birte Niemann das Lied „Warum hast du mich wachgeküsst“ bei.
Einen Ausflug in die Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach unternahmen Birte Niemann und Mirjam Fässler mit der „Barkarole“. Mit „Wien, Wien, nur du allein“ wurde das Publikum in die Pause geschickt.
Männerchor singt kraftvoll mit
Die Ouvertüre zu der Oper „Carmen“ (Georges Bizet) eröffnete temperamentvoll den zweiten Teil. Bei der französisch gesungenen „Habanera“, interpretiert von Mirjam Fässler, unterstützten die Sänger des Markgräfler Männerchores als Opernchor die Solistin. Der „Abendsegen“ aus „Hänsel und Gretel“ (Humperdinck), gesungen von Niemann und Fässler, verführte zum Träumen. Bezüge zur Region gab es bei der Oper „Der Trompeter von Säckingen“ (Viktor Nessler), aus der das sehr gefühlvolle Lied „Behüt‘ dich Gott, es wär zu schön gewesen“ durch David Sitka erklang. Selbst Musik von Richard Wagner war vertreten.
Angesichts des Winters, der Lörrach derzeit fest im Griff hat, sang Michael Havlicek strahlend die Arie des Siegmund „Winterstürme wichen dem Wonnemond“ und machte damit einen Ausflug in das Stimmfach des jugendlichen Heldentenors. Havlicek regte auch mit kurzen Gedichten, unter anderem von Erich Kästner oder Rainer Maria Rilke, zum Schmunzeln an. Der Männerchor glänzte mit Liedern wie dem „Lindenbaum“ (Franz Schubert).
„Auld Lang Syne“ ist einer der Höhepunkte
Einen stimmungsvollen Höhepunkt setzte Kevin Pabst mit der Melodie „Auld Lang Syne“, das traditionell zum Jahreswechsel gesungen wird. Für den stürmischen Applaus bedankten sich die Künstler mit dem Lied „Guten Abend, gut‘ Nacht“ (Johannes Brahms).
„Keine Angst, ich möchte nicht singen“, sagte Oberbürgermeister Jörg Lutz launig und wünschte allen Besuchern ein gutes und gesundes Jahr 2026. Der Lörracher Seniorenbeauftragte Maximilian Zeiträg kündigte ein musikalisches Erlebnis und viele Begegnungen an. Der Organisatorin der Veranstaltung, Monica Rexrodt, Mitglied des Seniorenbeirates, sei es ein besonderes Anliegen gewesen, in Lörrach ein Neujahrskonzert zu etablieren. Das Neujahrskonzert wurde unterstützt durch den Lions-Club Lörrach sowie die Firma Kestenholz in Lörrach.