Beim Jahreskonzert der Musik- und Kunstschule Albstadt verbanden sich Bekanntes und Unbekanntes in teils ungewöhnlichen Besetzungen zu einer Darbietung auf hohem Niveau. Gemeinsames Musizieren soll Kraft für die Herausforderungen geben.
Die Melodie Mozarts war zu vernehmen zum Lied „Komm lieber Mai und mache die Bäume wieder grün“. Zu hören waren dabei aber nicht die gewohnten Instrumente wie Klavier, Violinen und Flöten, sondern zwei Bass-Tuben. Es gehörte zum Kennzeichen des nachmittäglichen Jahreskonzertes der Musik- und Kunstschule Albstadt, dass Bekanntes und Unbekanntes in teils ungewöhnlicher Besetzung dargeboten wurde. Dabei kamen Musikstücke aus fünf Jahrhunderten zu Gehör.
Zu Beginn spielte das große Projektorchester der Musikschule unter der Leitung von Holger Haga eine Suite von Henry Purcell – als festliche Eröffnung. In seinem Grußwort wies der Leiter des Amtes für Familie, Bildung, Sport und Soziales, Markus Münch, auf die Bedeutung der musikalischen Bildung gerade in krisenhaften Zeiten hin. Gemeinsames Musizieren gebe den Jugendlichen Kraft, vielfältige Herausforderungen zu bewältigen.
Altmeister originell arrangiert
Mit dem Frühlingslied „I like the Flowers” setzte der Flötenchor die Aufführung fort. Die „Gitarrinos“ unter Noel Contreras – mit akustischen und E-Gitarren – brachten in einem Potpourri zwei bekannte Altmeister in einem originellen Arrangement zusammen: Henry Purcell und Antonio Vivaldi.
Einen künstlerischen Höhepunkt bot das Geschwisterpaar Dennis – Altblockflöte – und Rebecca Jäckle – Tenorflöte – zusammen mit ihrem Lehrer Theo Fleischmann – Alt – in einem sehr schönen, teils recht virtuosen Trio von James Hook dar. Bestens aufeinander eingespielt und sauber in der Intonation war dieses Stück ein Hochgenuss.
Von Ennio Morricone zu den karibischen Piraten
Darja Babkova am Klavier entführte die Hörer einfühlsam mit Mendelssohns venezianischem Gondellied an die Gestade der Adria. Ganz andere Welten zauberte das Akkordeonensemble herbei. Mal besinnlich, sentimental, mal flott und in mitreißenden Rhythmen gestaltete die Gruppe Melodien von Ennio Morricone.
Die ungewöhnlichste Besetzung des Nachmittags brachte das jiddische Lied „Bei mir bist du shein (schön)“ und „Pirates of Carribean“ von Klaus Badelt. Dabei musizierte ein Trio, bestehend aus Doreen Koch an der Violine, Lou-Ann Koch am Altsaxophon und Lehrer Dietmar Hubert an der Bassklarinette: ein neues Hörerlebnis.
Hohes Niveau ist an der Tagesordnung
Klassik auf hohem Niveau – auch das gab es: Emilia Rudnitzki spielte eine Schubert-Sonatine rein und rhythmisch sicher, souverän begleitet am Klavier von Anna Klimovich. Vinzent Schuler stach besonders durch seinen warmen Ton und sein schönes Vibrato hervor, als er die Élégie von Gabriel Fauré, begleitet von Hans-Peter Merz, vortrug. Das war im besten Sinne pure Romantik, beide Spieler wechselten sich einfühlsam in der Führungsrolle ab. Fünf Schlagzeuger holten daraufhin die Zuhörer aus ihren Träumen ab und versetzten den Saal mit gekonnter und lautstarker Rhythmik in gespannte Aufmerksamkeit.
Zum Schluss bat Musikschulleiterin Maritta Beuchel alle Beteiligten auf die Bühne. Gemeinsam mit dem Publikum sang dieser große Chor unter der Leitung von Wojcech Latocha den Kanon mit der Friedensbitte „Dona nobis pacem“. Musik, so Beuchel, bedeute ein „Ja“ zum Leben, zur Kultur, zur Vielfalt und zu den Werten. In diesem Sinne war dieser Nachmittag nicht nur eine gelungene Veranstaltung der Schülerinnen und Schüler, sondern auch ein Aufruf an alle Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen, dieses vielfältige Angebot der Musik- und Kunstschule zu nutzen und anzunehmen.