Harfenlehrerin Caroline Grandhomme (links) und ihre Schülerin Marie Lindner präsentieren die neue Harfe der Musikschule Weil am Rhein. Foto: Stadtverwaltung/Ariane Mathäus

Mit einem festlichen Einweihungskonzert wird am Freitag die neu angeschaffte hochwertige Doppelpedalharfe der Musikschule Weil am Rhein im Saal des Alten Rathauses vorgestellt.

König David spielte sie, der legendäre Orpheus griff in ihre Saiten und rührte damit sogar die Toten: Die Harfe ist in der Mythologie das Instrument der Engel und Götter - eines der ältesten und symbolträchtigsten Instrumente. Bis heute fasziniert sie und wird vor allem im Orchester als Konzertharfe eingesetzt.

 

Die Musikschule Weil am Rhein hat im Fach Harfe ein Alleinstellungsmerkmal in der Region. Mit Caroline Grandhomme ist eine solistisch erfahrene Harfenistin als Lehrkraft tätig. Der Harfenlehrerin macht es große Freude, die Doppelpedalharfe zu unterrichten. So kann Grandhomme ihre Schüler „in die Klangwelt und das große Repertoire der Harfe einführen“: Klassik, zeitgenössische Musik, Kammermusik, Orchester.

Harfe vor Ort ausgewählt

Musikschulleiterin Ariane Mathäus hat das wunderschöne Instrument selber ausgesucht. Als sie im Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern war, machte sie extra einen Abstecher nach Berlin-Charlottenburg, um im Fachgeschäft von Les Harpes Camac, das die bekannten französischen Camac-Harfen in Deutschland vertritt, eine geeignete Doppelpedalharfe auszuwählen.

Gemeinsamer Hörtest

Beim Hörtest war Mathäus nicht allein. Sie hatte Unterstützung durch eine Harfenistin von der Musikhochschule Berlin und durch Caroline Grandhomme, die am Telefon zugeschaltet war und bei der Auswahl mithören konnte.

Kosten: 18 000 Euro

Sechs bis sieben Instrumente kamen in Frage, so erzählt Mathäus im Gespräch mit unserer Zeitung. Es sei ein großer klanglicher Unterschied gewesen.

Anschaffung lohnt sich

Die Anschaffung eines so kostspieligen Instruments, das 18 000 Euro kostet, sei keine Selbstverständlichkeit. Aber da man die einzige Musikschule in der Region sei, die Harfenunterricht anbiete, habe das auch eine künstlerische Begründung; man könne den Bedarf abdecken und Talente fördern. Und so auch gegenüber dem Gemeinderat die relativ hohen Anschaffungskosten vertreten.

Fortschritt für musikalische Arbeit

Nach Ansicht von Mathäus markiere die neue Harfe einen Fortschritt für die musikalische Arbeit der Schule. Mit ihrem vollen, farbenreichen Klangspektrum eröffne sie neue künstlerische Möglichkeiten und schaffe ideale Voraussetzungen für ein anspruchsvolles Unterrichts- und Konzertniveau.

Neue Mechanik und neues Repertoire

So sieht es auch die bekannte Konzertharfenistin Caroline Grandhomme. Für ihre Schüler bedeute dieses Instrument einen wichtigen Schritt in ihrer Ausbildung: „Sie verlassen die ‚kleine Harfe‘, um zur großen Harfe überzugehen“, so Grandhomme, und entdeckten so den ganzen Klangreichtum des Instruments, eine neue Mechanik und ein neues Repertoire.

Wer kennt nicht das herausragendste Klangmerkmal und die typischste Spielmanier der Harfe, das „Arpeggio“, die gebrochenen Akkorde? Auch für die Vortragsbezeichnung „Glissando“ eignet sich die Pedalharfe sehr gut. Ist es doch eine Besonderheit dieses Instruments, dass durch die Pedaltritte alle Tonarten ausführbar sind.

Mehr Möglichkeiten

Die neu angeschaffte Konzertharfe sei modern, verrät Musikschulleiterin Mathäus, sähe schön aus, hätte auch Intarsien, wäre aber nicht verschnörkelt. Sie hebt hervor, dass man durch das Pedal mehr klangliche Möglichkeiten habe: ein größeres Ton- und Klangspektrum und könne jetzt Werke des französischen Impressionismus spielen.

Anspruchsvolles Repertoire erarbeiten

Mathäus verweist auch darauf, dass Grandhomme nicht nur als Künstlerin das Instrument „voll auskosten“, sondern auch ihre Schüler damit auf Wettbewerbe vorbereiten und auf diesem Instrument ein anspruchsvolles Repertoire erarbeiten könne.

Zurzeit unterrichtet Caroline Grandhomme an der Weiler Musikschule zwölf Schüler; es sind nicht nur Mädchen, sondern auch Jungen dabei. Es sei auch eine Transportfrage, denn die Schüler könnten ihre Instrumente nicht mitbringen. Bei diesem Nischeninstrument gibt es, anders als beim Klavier, keine Warteliste.

Potenzial entwickeln

Mathäus erinnert an das große trinationale Konzert mit 40 Harfenschülern vergangenes Jahr in Weil am Rhein. Das habe ihr gezeigt, dass sich im Bereich Harfe noch mehr Potenzial an der Musikschule entwickeln ließe. Das neue Instrument sei die Basis, um die Klasse auszubauen: „Wir sind jetzt bestens aufgestellt.“

Klangtaufe

Die Klangtaufe ist am heutigen Freitag bei einem festlichen Konzert um 18 Uhr im großen Saal des Alten Rathauses, wo die neue Harfe von Caroline Grandhomme sowie ihrer fortgeschrittenen Schülerin Marie Lindner präsentiert wird.

Gemeinsam gestalten sie ein abwechslungsreiches Programm, „das die klangliche Vielfalt der Harfe eindrucksvoll hörbar macht“, so verspricht es Mathäus.

Auszüge aus Wettbewerbsprogramm

Marie Lindner, die sich derzeit auf den Regionalwettbewerb „Jugend musiziert“ vorbereitet, spielt Auszüge aus ihrem Wettbewerbsprogramm mit Werken von Henriette Renié,

Serge Lancen und Bernard Andres. Caroline Grandhomme zeigt anschließend mit Kompositionen von Louis Spohr, Gabriel Fauré und Claude Debussy die ganze Bandbreite des Instruments.

Die Musikschule lädt alle Musikinteressierten ein, die neue Harfe erstmals live zu erleben. Das Konzert ist am Freitag, 23. Januar, ab 18 Uhr im großen Saal des Alten Rathauses. Der Eintritt ist frei.