Die Formation Vocalmania begeistert in Sulz das Publikum mit ihrem mitreißendem Gesang auf hohem Niveau. Foto: Steinmetz

Das Publikum in der voll besetzten Sulzer Stadthalle hat am Samstag ein außergewöhnliches Konzert gehört. Vocalmania aus Nordstetten ist völlig zu Recht mit Standing Ovations gefeiert worden. Der Erlös geht an die Tafeln im Landkreis Freudenstadt.

Der Rotary Club Freudenstadt hat den Chor mit seinem Leiter Rolf Wiechert nach Sulz zu einem Benefizkonzert eingeladen.

 

Die Rotarier setzen sich weltweit für humanitäre Projekte ein. Der Erlös in Sulz ist für die Tafeln im Landkreis Freudenstadt bestimmt. Diese Einrichtungen leisten eine gute und wichtige Arbeit für bedürftige Menschen. Musik als Hoffnung auf eine bessere Welt war die Botschaft des Chors.

Entstaubte Chormusik

Vocalmania besteht seit 13 Jahren. Zuerst war es eine kleine Formation, die sich dann zu einem stimmgewaltigen Chor auf hohem musikalischen Niveau entwickelt hat. Die Sänger unternahmen mehrere große Konzertreisen, so nach New York, Rom oder zuletzt nach Barcelona zu einem Chorkonzert in der weltberühmten Basilika La Sagrada Familia.

Jetzt also Sulz: Rolf Wiechert zeigte sich begeistert von der Stadthalle im Backsteinbau, die, wie er feststellte, Alt und Neu miteinander verbindet. Ein bisschen auch so wie Vocalmania es mit der Chormusik macht. Mit eigenen Arrangements hat sie Rolf Wiechert aufgefrischt und entstaubt.

Welt der Finsternis

Das kam an: Gleich nach dem ersten Titel „Stand by me“, einem Pop-Klassiker aus den 1960er-Jahren, sprang der Funke aufs Publikum über. Das Programm des Abends war gut gemischt und entsprechend abwechslungsreich.

„Wir werden vampirisch“, kündigte Wiechert an. Da wurde es manchem durchaus ein bisschen unheimlich, als im Bass die Warnung erklang, „sei bereit“. Von der Welt der Finsternis ging es wieder ins Helle, nämlich auf eine 20-minütige Partyreise mit der schwedischen Pop-Gruppe Abba.

Rhythmus bei „Bohemian Rhapsody“

Bei Titeln wie „Mamma mia“, “SOS“ „Thank you for the music“ oder „Dancing Queen“ war gute Laune angesagt. Endstation war „Waterloo“, wo kräftig gerockt wurde.

Zum Träumen war die anschließende Ballade „Read all about it“, bevor es ins „Shadowland“ nach Afrika zum „König der Löwen“ ging. Dass sich Rolf Wiechert mit Chor und Band auch das musikalisch vielschichtige und rhythmisch anspruchsvolle „Bohemian Rhapsody“ der Rockgruppe Queen zutraute, war sicher ein Wagnis, aber ein gelungenes.

Metallica und John Lennon

Selbst die höchsten Töne meisterten die Sängerinnen sicher. Die Aufführung war ein Höhepunkt des Abends.

Davon gab es aber noch einige mehr, etwa mit „Nothing else matter“, bei der die Metallica-Fans auf ihre Kosten kamen, ober mit „Imagine“ von John Lennon, die bei Vocalmania wie eine Hymne erklang.

Falco und „Jeanny“

Berührend danach das „Don’t cry for me Argentina“ aus dem Musical „Evita“. Mit „Hallelujah“ von Leonard Cohen und „When you believe“ gab es weitere Gänsehautmomente.

Für den Chor hat der musikalische Leiter auch eines seiner Lieblingslieder aus den 1980er-Jahren arrangiert – den einstigen Skandalsong „Jeanny“ von Falco. Das klang richtig dramatisch.

Hohe musikalische Qualität

Was letztlich noch fehlte, war ein „Rap“. Der wurde auch geliefert und sogar noch als Zugabe wiederholt: „I’ll be missing you“. Bei dem Rhythmusgesang klatschten die Zuhörer, inzwischen bestens in Stimmung, kräftig mit.

Die sechsköpfige Band mit Schlagzeug, Gitarre, Bass, Querflöte, Piano und Synthesizer und der Chor harmonierten sehr gut. Man hörte aber auch, dass Dirigent Rolf Wiechert größten Wert auf musikalische Qualität legt.

„Vocalmania“ glänzt nicht nur mit vielstimmigem, voluminösem und doch auch sehr variablen Chorgesang, sondern hat auch mehrere ausgezeichnete Solisten in ihren Reihen. Das Publikum dankte für den zweieinhalbstündigen mitreißenden Konzertabend mit Minuten langem, stehendem Beifall.