Die virtuosen „Alphornissen“ faszinierten. Foto: Fahrland

Musikalische Gegensätze begeistern die Zuhörer. Nach erfolgreichen Jodel-Workshops geht es vom „Zauber der Berge“ in die Ferne zu weißen Segel hinaus aufs blaue Meer.

„Vom Alpenland zum Nordseestrand“ spannte der Gesangverein Frohsinn Sigmarswangen den musikalischen Bogen im Bürgerzentrum mit dem Shanty-Chor der Marinekameradschaft Rottenburg am Neckar und den „Alphornissen“ aus dem Raum Dornhan.

 

Der reizvolle Gegensatz setzte sich fort in der liebevollen Dekoration und dem Speisenangebot samt Fischbrötchen.

Ohrwurm von Andreas Gabalier

Über ein beeindruckendes Repertoire verfügten die „Alphornissen“ auf ihren 3,65 Meter langen Alphörnern. 2017 als Trio um Maren Knöpfle gegründet, begeisterten sieben Mitglieder der inzwischen zehnköpfigen Stammgruppe abwechselnd mit viel Gefühl bei erhabenen und flotten Klängen. An passenden Stellen klatschte das Publikum mit und erfreute sich an der „Schorschi-Polka“ als wohlverdiente Zugabe.

Der „Chor für alle“ unter der Leitung von Anja Hirt gab sich ebenfalls alpenländischen Klängen hin und startete mit dem Ohrwurm „I sing a Liad für di“ von Andreas Gabalier in den nächsten Konzertteil.

Ein Tenor-Solo

Inspiration hatte sich der gemischte Chor in den zwei erfolgreichen Jodel-Workshops mit der Südtirolerin Klara Sattler geholt und profitierte „Bei der Senn’rin ihrem Hütterl“ vom Erlernten.

Mit dem „Zauber der Berge“ und einem Solo von Tenor Dietmar Breil sowie einer Reprise des Jodlers als Zugabe gab der Chor die Bühne frei für den Hobby-Männerchor und seine Leiterin Angelika Stierle am Klavier.

Schifferklaviere und Gitarren

Für viel Heiterkeit sorgte das humorvolle Mundart-Singspiel „Der Regenschirm“, bei dem sich Brigitte Banholzer und Lothar Steinwand als kurioses Ehepaar in Meinungsverschiedenheiten verstrickten.

Mit drei Schifferklavieren und zwei Gitarren enterte der Shanty-Chor die Bühne. Etwa fünfzig Männer entführten das Publikum für rund 90 Minuten an die Waterkant. Inbrünstig wurden weiße Segel und das blaue Meer, Sturm und Gefahren sowie das Fern- und Heimweh der Seeleute besungen.

Ein „Sechser im Lotto“

Mit Komplimenten überschüttet wurde die einzige Frau, die der Shanty-Chor in seinen Reihen duldet. Dirigentin Angelika Stierle war es in ihrem zweijährigen Wirken offenbar mühelos gelungen, die Herzen der Shantys im Sturm zu erobern. Für den Solopart bei „Ein Schiff wird kommen“ erntete sie stürmischen Beifall.

Der Vorsitzende Egon Ruf sprach von einem seltenen Glücksgriff, einem Sechser im Lotto, einem Hauptgewinn sowie von „eurer und unserer Geli“, deren Heimathafen man nun kennenlerne.

Es geht „auf die Reeperbahn“

Der Spaß aller Beteiligten wirkte ansteckend auf die Gäste im Saal, die fröhlich mitklatschten, schunkelten und sangen. Erst mit der dritten Zugabe, bei der Unikum Armin den altbekannten Gassenhauer „Auf der Reeperbahn“ von Hans Albers zelebrierte, endeten die Liedvorträge.

Wissenswertes über die Ensembles, ihre Termine und die Probenarbeit hatten die Gäste aus den Interviews erfahren, die Moderatorin Alexandra Morfeo im Plauderton führte.

Projektsänger sind eingeladen, sich abwechselnd mittwochs den beiden Formationen des Frohsinn Sigmarswangen anzuschließen, um für Auftritte beim Country- und Westernabend am 20. Juli zu proben.