Damit das Publikum auch sah, wer den rauschenden Abend auf die Beine gestellt hatte: „Dorfrocker“ Tobias Thomann holte die „Rennhennen“ auf die Bühne. Foto: Matthias Badura

Die „Dorfrocker“ begeisterten Ringingen. Wesentlich zur Party- und Wohlfühlatmosphäre trug die Organisation der „Rennhennen“ bei. Für einen guten Zweck war’s außerdem.

Der Kartenvorverkauf lief schleppend, schon befiel leichte Panik die Organisatorinnen. Das würde doch keine Blamage werden? Am Tag vor dem Auftritt der „Dorfrocker“ in der Ringinger Festhalle eilte dann jedoch eine ganz andere Botschaft durch die Informationskanäle; eine Eilnachricht an Fans und Partygänger, die zu lange gezögert hatten: „Alle Tickets sind ausverkauft, es tut uns leid, wir können niemanden mehr aufnehmen.“

 

500 Besucher feierten am Mittwoch mit der Band aus dem unterfränkischen Kirchaich. Vor der Bühne stand das Publikum dicht an dicht. Im hinteren Teil der Halle, an den Bars und im Zelt auf dem Parkplatz verteilte sich die Menge dagegen, so dass noch Durchkommen möglich war. Kein Geschiebe, kein Gedränge, insgesamt fast eine Wohlfühlatmosphäre, möchte man sagen. Allen Generationen, von fünf bis siebzig gefiel’s.

Fünf Jahre? Etliche Eltern hatten ihre Kinder mitgebracht. Sie waren von den Organisatorinnen – den Ringinger „Rennhennen“ – dazu eingeladen worden. Denn die „Rennhennen“ sind nicht nur eine Frauen-, sondern eben auch eine Müttergruppe.

Sie und die Dorfrocker kennen sich von früheren Konzerten. Den drei Brüdern aus Unterfranken gefiel die Truppe, die ihr als besonders fröhlich auffiel. So kamen der Kontakt und das Engagement in Ringingen zustande. Beeindruckt haben dürfte den „Dorfrockern“ auch die Motivation der Frauen: Die organisierten die Party nämlich nicht zugunsten ihrer Clubkasse, sondern hatten angekündigt, den Erlös für die Gemeinschaft zu spenden.

Begeisterte, regelrecht glückliche Gesichter im Saal Foto: Matthias Badura

In Ringingen plant man – sofern die in Aussicht gestellten Fördermittel aus dem ELR-Programm fließen – den Umbau des Festhallenvorplatzes. Für eine mobile Überdachung, die man sich wünscht, stehen diese Mittel allerdings nicht zur Verfügung. Dazu wollten die „Rennhennen“ mit der Party die Anschubfinanzierung leisten. Noch ist nicht abgerechnet. Aber es dürfte am Mittwoch ein ansehnlicher Betrag zustande gekommen sein – auch, weil sich mehrere örtliche Sponsoren an dem Projekt beteiligten und die Veranstaltung im Vorfeld mit Spenden finanziell absicherten. Zudem musste man kein Geld für Helfer ausgeben. Am Aufbau und an der Bewirtung beteiligten sich Ehemänner, Familien und etliche Freunde aus dem Dorf. „Wir waren 48 Leute“, erzählt „Hennen“-Sprecherin Anja Kraus stolz. Das merkte man der Party an. Alles lief rund und harmonisch. „So viele Besucher haben sich beim Gehen bedankt und haben gesagt, es sei so wunderschön bei uns gewesen“, schwärmt Anja Kraus.

Sonderlob für die Hallendekoration

Ein Sonderlob gab es für die aufwendige und liebevolle Hallendekoration. „Die musste sein“, so nochmals die Sprecherin, „da musste alles stimmen.“ Das waren sich die Frauen schuldig. Umgekehrt hatte sich die Mehrzahl der Besucher für den Abend extra in Schale geschmissen: Lederhosen und Dirndl wohin man blickte.

Es wurde gefeiert, gesungen und getanzt. Die „Dorfrocker“ in fünfköpfiger Besetzung spielten Partykracher, etwa von Wolfgang Petry, Ballermann-Hits, dazwischen Schmusesongs und natürlich ihre eigenen Kompositionen wie „Gisela“. Beim Lied „Dorfkind“ durften alle kleinen Besucherinnen und Besucher auf die Bühne kommen. Eine Überraschung gab es für Gitarrist Philipp Thomann, der an dem Tag Geburtstag hatte. Die „Rennhennen“ beschenkten ihn mit einer Tasche voll lokaler Spezialitäten.

Als der letzte Song verklungen war, verließen die jungen Besucher mit ihren Eltern die Halle. Die älteren feierten noch bis in die Morgenstunden weiter.