Trotz eines kurzfristigen Dirigentenwechsels präsentierte die Stadtkapelle Hornberg ein musikalisch anspruchsvolles Adventskonzert. Foto: Dorn

Mit einem stimmungsvollen Benefizkonzert gestalteten die Hornberger Musiker den Vorabend des dritten Advents.

Mit ihrem festlichen Benefiz-Konzert in der katholischen Kirche St. Johannes der Täufer begeisterte die Stadtkapelle Hornberg am Vorabend des dritten Advents ihr Publikum. Das Konzert wird zugunsten der beiden Hornberger Kindertagesstätten veranstaltet.

 

Jasmin Turobin hatte ein vortreffliche auf die besondere Akustik im Kirchenraum abgestimmte Stückauswahl getroffen und mit ihren Musikern einstudiert – krankheitsbedingt musste sie am Konzertabend selbst leider passen und Michael Blum sprang kurzfristig am Dirigentenpult ein.

„Musik berührt unser Herz auf besondere Weise“ – mit diesen Worten stimmte Stadtoberhaupt Marc Winzer die Besucher auf das einstündige Konzert ein. In dieses startete die Kapelle fast durchgängig im piano und im pianissimo mit dem Stück „Heaven’s Light“. Der US-amerikanische Komponist Steven Reineke hatte es im Andenken an eine verstorbene Musikerkollegin für eine High-School komponiert: „Sie war der hellste Stern, der durch seine Anwesenheit jedes Leben erhellte.“ Mit großer Musikalität brachte die Stadtkapelle mit ihren Holzbläsern, dem Glockenspiel und später in der Wiederaufnahme mit Trompeten und Posaunen diesen Stern zum Klingen.

Die Stückauswahl war auf die besondere Akustik in der Kirche abgestimmt

Deutlich fröhlicher (und lauter) ging es im zweiten Stück „Amen“ ans Werk. Beherzte Schläge auf die Röhrenglocken setzten einen Zug von Swing-Melodien aufs Gleis und in Fahrt, freche Einwürfe der Klarinetten und Flöten wechselten sich mit schönen Solo-Passagen an der Trompete ab. Mit dem Schließen seiner rechten Faust brachte Dirigent Blum den Swing-Express spielerisch leicht zum Stillstand.

Das Ende des letzten Einhorns galt es im dritten Stück des Konzerts zu beweinen. Jedoch nicht in der bekannten Trickfilm-Filmmusik von America, sondern in einer anspruchsvollen Neukomposition von Rossano Galante, die dem jungen Einhorn zunächst viele Takte lang schöne Melodien von Querflöten, Oboen und Klarinetten an die Seite stellt, ehe die Hörner die Jagd eröffnen und die Trompeten mit schnellen Läufen dem letzten Einhorn hinterhetzen. Ein abschließendes Crescendo unter Zuhilfenahme von Schlagzeug und Röhrenglocken bedeutet das Ende, mit einem letzten Wehklagen und im Decrescendo der Flöten stirbt das letzte Einhorn.

Marius Dilger trug mit seinem Solo das Stück „Valentina’s Schlaflied“

Zu einem voll orchestrierten dramatischen Schlussakkord fand die Kapelle erst wieder beim bekannten „Panis Angelicus“ von César Franck zueinander. „Valentina’s Schlaflied“ wurde dann getragen vom schönen Posaunenspiel von Marius Dilger. Mit dem Fokus auf die Zugposaune wollte Komponist Walter Grechenig Erinnerungen an die eigene Kindheit wecken. Mit einem wunderbar auf ihren Solisten abgestimmten dynamischen Klangteppich stellte die Stadtkapelle sicher, dass dieser Erinnerungsprozess ungestört ablaufen konnte.

Solist Marius Dilger (Posaune) und Dirigent Michael Blum beim festlichen Konzert der Stadtkapelle Hornberg in der kath. Kirche St. Johannes der Täufer Foto: Dorn

„All you want for Christmas“ und „Weihnachten in den Bergen“ beschlossen das festliche Programm. Gegensätzlicher als das US-Medley bekannter Weihnachtshits und das Potpourri deutscher alpenländischer Weihnachslieder hätte die Stückauswahl nicht sein können. Im fetten Bigband-Sound war es ausgerechnet den Bässen überlassen, von Mariah Carey zum bedeutungsschwereren „Do they know it’s christmas“ überzuleiten. „Driving home for christmas“ – oftmals quer durch die USA, um zu Weihnachten zu Hause sein zu können – geriet ein wenig zu schnell, war aber vielleicht vom Arrangeur auch nur als tempogleiche Überleitung zum rockigen „Merry Xmas everybody“ gedacht.

Das alpenländische Äquivalent dazu schlug die amerikanischen Weihnachtsmelodien um Längen. Arrangeur Alfred Bösendorfer hatte sich viele Takte Zeit genommen, die Melodien bekannter deutscher Weihnachtslieder miteinander zu verweben: Auf weihnachtlich trompetenlastige Melodien folgte das Echo der Tenorhörner, dann waren plötzlich weihnachtliche Motive als Nebenmelodien für Flöten, Klarinetten und Triangel komponiert. Mit viel Musikalität traten die verschiedenen Register in den von Michael Blum geleiteten Wettstreit um die schönsten Weihnachtsmelodien.

Zugaben

Nach dem langen Schlussapplaus ließen die Besucher die Kapelle erst nach zwei Zugaben – „O, du fröhliche“ und „Fröhliche Weihnacht überall“ – von der Bühne.