Ambitioniert und motiviert: Tobias Liedtke hat mit Beginn des Jahres 2026 die musikalische Leitung der Hechinger Stadtkapelle übernommen.
Haben sie sich gesucht und gefunden? Das wird die Zukunft zeigen. Fakt ist: Die Stadtkapelle Hechingen suchte nach dem gesundheitsbedingten Ausscheiden von Michael Koch einen neuen Dirigenten (das Engagement des Profimusikers Samuel Restle, dazu ein Eigengewächs, war von Beginn an nur als Interimslösung angedacht); Tobias Liedtke seinerseits fühlte sich von der Ausschreibung der Stadtkapelle „angesprochen“. Er habe lange schon ein „versiertes Höchststufenorchester“ leiten wollen – und das Hechinger Blasorchester sei auf dem besten Weg dahin.
Vor 52 Jahren in Mülheim an der Ruhr geboren, lebt Tobias Liedtke seit inzwischen vier Jahren in Hornberg im Schwarzwald – der (symphonischen) Blasmusik wegen. Von dort aus macht er sich für die wöchentliche Probenarbeit und künftigen Auftritte gemeinsam mit seiner Frau Sabine (die – neu im Orchester – Klarinette spielt) auf den Weg nach Hechingen. Nicht sehr weit entfernt, in Stetten am kalten Markt, leitet der 52-Jährige bereits seit 2023 die Feuerwehrkapelle. Darüber hinaus ist er Dirigent des Musikvereins Wittlensweiler bei Freudenstadt.
Seiner Tätigkeit als Dirigent vorausging ein Studium im Fach Horn an den Universitäten Essen und Köln. Seine erste berufliche Station danach: das Philharmonische Orchester Hagen. Außerdem musizierte er bei den Bochumer Symphonikern und bei den Dortmunder Philharmonikern.
„Ich wollte schon lange ein versiertes Höchststufenorchester leiten“
Während dieses orchestralen Schaffens entwickelte sich bei Tobias Liedtke der Wunsch, eine Ausbildung zum Dirigenten zu machen. Absolviert hat er sie in Den Haag. Seine erste berufliche Station danach: das Symphonische Blasorchester Essen.
Jetzt also die Hechinger Stadtkapelle. Sein erster Eindruck? „Das Orchester macht gut mit und ist motiviert.“ Das ist „gut so“, denn Tobias Liedtke hat Großes vor mit den Musikerinnen und Musikern. Bereits am 20. Juni wird die Kapelle in St. Jakobus ein Kirchenkonzert geben – mit einem in der Höchststufe angesiedelten Programm. Unter anderem zur Aufführung kommen ein mittelalterliches Stück aus der Feder des englischen Komponisten Giles Farnaby und das Werk „To the Bells of the Berlin Cathedral“ („Zu den Glocken des Berliner Doms“) der amerikanischen Komponistin Julie Giroux.
Auf ihr Open-Air-Konzert vor der Villa Eugenia verzichtet die Stadtkapelle dieses Jahr. Dafür spielt das Hechinger Blasorchester im September beim Musikfest des Musikvereins Rheinhausen auf – dorthin pflegt der neue Dirigent persönliche Kontakte. Da drängt sich sogleich die Frage auf: „Kann“ er auch Marsch und Polka? Ja – „aber gut muss es sein“. Zugleich arbeitet Tobias Liedtke an einer poppig/rockigen Erweiterung der Unterhaltungsmappe.
Am 29. November steht das erste Jahreskonzert der Stadtkapelle unter ihrem neuen Dirigenten im „Museum“ an. Am 5. Dezember folgt die Teilnahme am Wertungsspiel des Bunds Deutscher Blasmusikverbände in Staufen bei Freiburg. Dort hofft Tobias Liedtke auf ein gutes Abschneiden des ihm anvertrauten Blasorchesters – und er ist guter Dinge. Die Stadtkapelle ist höchststufenerfahren – genau dorthin möchte er sie wieder bringen.
Ein Letztes noch. Wenn der 52-Jährige nicht am Dirigentenpult steht – was bereitet ihm noch Freude? Er kocht gern. Er genießt guten Wein und Kaffee. Und er mag es, sich in der Natur zu bewegen.