Mit Musik und viel Humor berichtete Florian Wagner über Monopolyspielen und das Leben als Single. Aber auch Elon Musk und Donald Trump nahm der Pianist aufs Korn. Und schließlich die Frage aller Fragen: Wie hätte Mozart „Atemlos“ komponiert?
„Ein schlechtes Lied braucht eine schlechte Melodie, Wiederholungen, die nerven, und einen schlechten Mitklatschteil“, mit dieser köstlich-absurden gesanglichen Einleitung mit falschen Tönen begeisterte der studierte Musiker Florian Wagner sein Publikum bei KKF – Kunst und Kultur im Farrenstall – bereits in den ersten Minuten.
„Haben Sie sich schon mal gefragt, wie Mozart „Atemlos“ komponiert hätte“ oder Bach „Barbie Girl“ oder gar Tschaikowsky das „Pippi-Langstrumpf-Lied?“ Die mitreißend veränderten energiegeladenen Kompositionen verblüfften die Zuhörer aller Altersklassen gleichermaßen.
Musik über den Frust
Dann kündigte der Musikkabarettist einen Song über seine Dates in den letzten drei Monaten an. Auf dieses Arrangement war man sichtlich gespannt. Es folgte tiefe Stille bis der Saal dann tobte.
Aus seinem musikalischen Corona-Tagebuch sang er das Lied „Hoping for the Final Lookdown“, in dem er humorvoll und sarkastisch die frustrierenden Momente und Gefühle während der Corona-Pandemie verarbeitete.
Der solitärspielende Single
Das oft belächelte Phänomen, wie Männer übertrieben auf eine Erkältung reagieren, beschrieb er schelmisch in „Männerschnupfen“. Die Musik widerspiegelte treffend die unermesslichen Qualen. „Ich bin eine leidenschaftliche Spielnatur“, verriet er danach singend. Egal ob Monopoly, Scrabble, Mensch ärgere dich nicht oder Mikado.
Die Entscheidung, Gewinner zu sein oder Freunde zu haben, stelle sich bei ihm nicht. Er müsse gewinnen, wenn nötig mit Tricks. Dadurch sei er jetzt Single und spiele nur noch Solitär.
„Geht‘s auch leiser?“
Sein musikalisch hervorragender Stil zeigte er im Soundtrack zu „Bohemian Rhapsody“ à la Franz Liszt und im „Pumuckl“ à la Chopin. Mit „Der Pianist in der Bar“ thematisierte Wagner auf humorvolle und zugleich nachdenkliche Weise die Rolle des Pianisten, der die Menschen um sich herum beobachtet oder Zurufe bekommt wie „Geht‘s auch leiser!“
Dafür habe er fünf Jahre studiert. Ein tolles Stück, in dem er musikalisches Können mit satirischem Erzählen kombiniert. Dann bekamen Elon Musk und Donald Trump ihr Fett ab.
Virtuos spielte Wagner anschließend in Smash-Form zusammengefasste Hits der 80er und 90er. Hierfür erntete der Meister am Piano tosenden Applaus. Einen Abend voller geistreicher, spritziger und schlagfertiger Einsichten und beeindruckender musikalischer Virtuosität erlebten die 180 Zuhörer bei KKF.