Seine ersten hundert Tage im Amt hat er längst hinter sich und immer noch sprüht er vor Ideen: Christoph Kolb, Leiter der Burladinger Jugendmusikschule, plaudert mit unserer Redaktion aus dem Nähkästchen.
Dass sein Vorgänger Thomas Wunder ihm ein wohl bestelltes Haus hinterlassen hat, daran lässt der 31-jährige Christoph Kolb keinen Zweifel – und das in doppelter Hinsicht. Denn Kolb übernahm von ihm auch den Dirigentenposten beim renommierten Höchststufenorchester der Stadtkapelle Burladingen. „Ein unglaublich tolles Orchester“, sagt Kolb.
Und ein Pfund, mit dem er wuchern will, um künftig weiter renommierte Gastdirigenten für Workshops und Gastauftritte nach Burladingen zu holen. Am Pult der Stadtkapelle steht Kolb schon seit einigen Monaten. Seit Mai dieses Jahres wurde er als Chef der JMS eingearbeitet und seit 1. September ist er deren Leiter – und auf sich gestellt. In dieser Funktion koordiniert er 880 Schüler und 16 Lehrer.
Neue Banner und neue Apps
Eine Umstellung sei es schon, wenn statt dem Lehren vor allem Verwaltung angesagt ist, meint Kolb. Aber den Gestaltungsspielraum, dem ihm der Posten gibt, den will er auch ausschöpfen. „Alles was Werbetechnik angeht, das will ich vorwärts bringen“, sagt er. So hat die Jugendmusikschule jetzt ein Rollup-Banner, wenn sie auswärts auftritt, und es gibt auch einen neuen Instagram-Account, auf dem kleine Bilder, Videos und Texte gepostet werden können. Mit modernen Unterrichtsheften sei es Schülern zudem möglich, per QR-Code die Youtube-Links aufzurufen und da ein Lied mitzuspielen. Die Lehrer können sich das als App herunterladen.
Dass die Jugendmusikschule ein eigenes Gebäude hat, dass jeder Lehrer auch einen Unterrichtsraum hat, das begeistert den neuen JMS-Chef geradezu. Nachdem der Bauhof den Flur des dreistöckigen Gebäudes in der Bahnhofstraße renoviert hat, hat Kolb ihn mit Bildern verschönert. „Der war so kahl, jetzt ist es viel wohnlicher“, kommentiert der 31-Jährige. Im unteren Geschoss des Gebäudes, in dem der Bauhof einen Raum entrümpelt hat will er einen weiteren Unterrichtsraum einrichten – als nicht immer stille Reserve, wenn überall was los ist im Haus. Bei allen Schulen, auch den Grundschulen, hat sich Kolb schon persönlich vorgestellt. „Hier sind alle total offen, das ist echt toll“, schwärmt Kolb und betont: Ja, die Jugendmusikschule sei zwar eine städtische Einrichtung, aber dass das Verhältnis zwischen JMS und Stadtverwaltung so gut sei, wie es in Burladingen tatsächlich ist, das sei nicht selbstverständlich, wie er aus anderen Städten weiß.
Zukunftsaufgabe Lehrernachwuchs
Für die kommenden Jahre will Kolb, der studierte Bachelor of Music mit dem Staatsexamen des Realschullehrers in Musik, Wirtschaft und Informatik die Kooperationen noch ausweiten. Auch mit den Schulen. Für die nächsten Jahre hat er da das Progymnasium im Visier. Und er will das Musikmachen zu jenen Schülern bringen, die bisher eher weniger damit am Hut hatten.
Einer wichtigen Zukunftsaufgabe muss sich JMS-Chef Kolb in den kommenden Jahren auch stellen. „Einige unserer Lehrer sind schon über 60 Jahre alt, nicht wenige sind in den 50ern. Da gilt es dann bei Zeiten, nach Lehrernachwuchs Ausschau zu halten.“ Umso besser wenn die JMS Burladingen dann eine starke, bekannte Marke ist.