Die Musikkapelle Rust begeisterte im voll besetzten Konzertsaal mit eindrucksvollen Klängen. Gemeinsam sammelten sie Spenden für den guten Zweck. Foto: Oswald

Das 24. Benefizkonzert der Ruster Musiker stand ganz im Zeichen des Waldes. Das Orchester schickte die Zuhörer auf eine Reise durch das globale Ökosystem.

Bei ihrem mittlerweile 24. Benefizkonzert hat sich die Musikkapelle Rust mit „Floresta Sagrada – Sinfonie des Waldes“ das globale Ökosystem und hierbei insbesondere den Wald zum musikalischen Leithema gemacht. Leider stieß der stilvolle Konzertsaal des Hotels Santa Isabel an diesem Abend an seine Belastungsgrenze. Bereits kurz nach Saalöffnung waren die Sitzplätze belegt. Die Stehplätze nahmen erst nach dem Konzertteil der Jungmusik ab.

 

Die Zuhörer erlebten ein wunderbares Konzert, das die komplette Klangwelt sinfonischer Arrangements darbot. Vorstandssprecherin Christiane Seiler übernahm die Begrüßung und lud zum „musikalischen Waldbaden“ ein. Stürmischer Applaus nach den einzelnen Stücken und nach Konzertende war der Lohn für eine intensive Vorbereitungszeit. Dirigent Andreas Vetter stellte mit seiner Stückauswahl hohe Anforderungen an seine Kapelle. Diese wurden aber von allen Registern mit Bravour gemeistert. Bei seiner Pultarbeit wurde Vetter vom musikalischen Allrounder Wolfgang Peter unterstützt, der damit nach knapp 30 Jahren sein Dirigenten-Revival bei den Rustern feiern konnte.

Der Konzertauftakt gehörte dem Jugendorchester Rust-Kappel-Grafenhausen. Premiere als Dirigent hatte Roman Hägle. Mit seinem Dirigat zeigte er, dass er sehr schnell eine harmonische Verbindung zu dem Nachwuchs herstellen konnte. Mit „Zauberland“ sorgte die Jugend für einen gefühlvollen und verträumten Programmeinstieg.

Die musikalische Reise ging auch zum Europa-Park

Angenehm ruhig im Vortrag und melodisch sicher bewies das Orchester beim Stück „Defying Gravity“ aus dem populären Broadway-Musical Wicked sein Können. Schnelle Rhythmen wechseln sich dagegen beim Stück „Fiesta“ mit ruhigen Passagen ab. Bemerkenswert war, wie Paula Bellert (Trompete) und Marit Steinle (Saxophon) ihren Solopart meisterten.

Bei der Zugabe ließen die Register mitsamt dem Schlagwerk beim flotten Marsch „Specht“ den scheuen Waldbewohner kräftig ans Holz pochen.

Danach war die Bühne frei für das Ruster Gesamtorchester. Charmant und informativ führte die Klarinettistin Sarah Seiler durchs Programm. „The Seal Lullaby“ ist ein von Eric Whitacre arrangiertes zartes Wiegenlied einer Robbenmama. Die Einschlafmelodie erklang sanft und geprägt von schaukelnden Klängen, die den Meereswogen nachempfunden waren.

Impressionen aus dem Freizeitpark wurden mit der „Europa-Park-Suite“ vertont. Die Zuhörer ließen sich gerne zu einem musikalischen Spaziergang durch verborgene botanische Winkel des Parks einladen. Anspruchsvoll und voller Emotionen war die Umsetzung der Partitur zu „The Bells of Sagrada Familia“. Dem als mystischen Wald nachempfundenen Innenraum der Kirche entsprechend, erklangen im gefühlvollen Wechselspiel die Blechblasinstrumente als Wurzelwerk und die Holzblasinstrumente als Baumkrone. Eindrucksvoll auch die präzisen Glockentöne durch das Schlagwerk.

Die Reise ging auch kurz nach Hollywood

Erneut spirituell wurde es bei der gelungenen Interpretation der „Avatar Soundtrack Highlights“. Zerbrechliche und sanfte Klänge der Holzregister mussten sich gegen mächtige Töne des Blechs zur Wehr setzten. Aus der imaginären Welt der Avatare wurde das Publikum in die unberührte Natur des afrikanischen Dschungels zu „Tarzan“ entführt. „Two Worlds“ von Phil Collins ist der wohl populärste Song aus dem gleichnamigen Disney-Musical. Den wilden musikalischen Ritt durch den zauberhaft exotischen Urwald meisterte die Kapelle bravourös.

Zum Abschluss gab es weihnachtliche Lieder

Höchst anspruchsvoll war das Abschlussstück „Silva Nigera“ von Markus Götz, eine Hommage an einen Tagesablauf im heimischen Schwarzwald. Mit melodisch zarten und voluminösen Tönen wurde der Tag im Schwarzwald von Sonnenaufgang bis zum Untergang stimmungsvoll in Szene gesetzt.

Nach zwei weihnachtlichen Zugaben wurde das Orchester mit viel Applaus von der Bühne entlassen.

Mit dem Spendenerlös wird in diesem Jahr der Verein Intensivkinder Heldenhaft in Bad Bellingen unterstützt. Dessen Ziel beinhaltet die Betreuung intensivpflegebedürftiger Kinder unter Einbezug der Eltern. Mit der Zuwendung sollen Extras beschafft werden, die nicht über den Kostenkatalog der Krankenkasse abgedeckt werden. Ein Teil der Spenden wird auch für eine Baumpflanzaktion der Jungmusiker aus Rust, Kappel und Grafenhausen verwendet. Erfreut zeigte sich das Vorstandsteam der Kapelle nach dem Konzert über einen Spendenerlös von exakt 2563,80 Euro.

Info – Abzeichen für die Jugen

Einige Jungmusiker aus Rust haben sich Leistungsprüfungen unterzogen. Jugendleiterin Elisa Weber war stolz, folgenden Musikern Abzeichen übergehen zu können: Jule Lupfer und Paula Bellert (Silber) sowie Julius Bellert, Helene Schindler und Juls Kalt (Bronze).