Der Songpoet Maxim zog die Besucher ab dem ersten Wort und Ton in seinen Bann. Quelle: Unbekannt

Lena Bartholomä und der Songpoet Maxim verbreiteten gute Stimmung beim zweiten Konzert der "FDS Musicdays" im Theater im Kurhaus.

Lena Bartholomä und der Songpoet Maxim verbreiteten gute Stimmung beim zweiten Konzert der "FDS Musicdays" im Theater im Kurhaus.

Freudenstadt. Dass Siegfried Kögel, Leiter des Stadtjugendreferats, mit dieser Veranstaltungsreihe den Geschmack des Publikums trifft, belegte die große Zahl von Besuchern – trotz Maskenpflicht.

Temperamentvoll und mit viel Esprit

Die erste Hälfte des Konzerts bestritt die aus Freudenstadt stammende Künstlerin Lena Bartholomä, die mit ihrer eigens für das Konzert gegründeten Begleitband temperamentvoll und mit viel Esprit ihre allesamt selbst komponierten und getexteten Songs präsentierte. Mit diesen gewährte die studierte Sonderpädagogin zugleich tiefe Einblicke in ihre Lebensphilosophie und rief unter anderem dazu auf, etwas zu wagen und ins kalte Wasser zu springen und ermunterte ihre Fans: "Manchmal denkt man zu viel und tanzt zu wenig."

Mit ihren Songs "Ein kleines bisschen mehr", "Irgendwo", "Flügel aus Stein", oder "Still" präsentierte die Singer-Songwriterin zugleich Titel ihres neuen Albums "Wir tanzen weiter". Wie sie verriet, entstanden fast alle ihrer vorgetragenen Lieder in den vergangenen Jahren in Israel. Ihr zahlreich erschienener Fanclub – gekommen waren auch viele ehemalige Mitstreiter des Freudenstädter Sommertheaters – durften sich zudem an der Uraufführung ihres bisher einzigen hebräischen Liedes "awAck – Staub" erfreuen.

Begleitband zeigt sich gut abgestimmt

"Macht ruhig mit, wenn ihr wollt, da geht noch mehr", forderte die Musikerin ihr Publikum bei den stürmisch eingeforderten Zugaben zum Mitsummen auf. Überzeugend war auch ihre gut aufeinander abgestimmte Begleitband mit Tim Letzgus (Schlagzeug), Nadja Pfaff (Bass), Maike Rieker und Maja Gitscher (Begleitsängerinnen) und Patrick Dengler (Gitarre), die Bartholomäs Gesang und Klavierbegleitung gekonnt aufnahm.

Der zweite Teil des Abends war dem Sänger Maxim, alias Maximilian Richartz, vorbehalten. Als Gewinner des Musikautorenpreises 2019 ist der 39-Jährige Songpoet deutschlandweit ein gefragter Interpret. Auch Maxim gelang es gleichsam vom ersten Wort und Ton an, die Zuhörer in seinen Bann zu ziehen, zum Beispiel indem er die Entzugserscheinungen beklagte, die ihn nach 15-jähriger Bühnenkarriere durch die CoronaPandemie schwer getroffen hatten.

Mit dem Song "Alle meine Lieder sind Katastrophen, mit jeweils einem Hoffnungsschimmer am Horizont" beschreibt Maxim seine künstlerische Maxime und besingt die schwere Depression, die seine Schwester durchmachen musste. In "Afghane auf Perserteppich" beschreibt er den Joint, den er versehentlich auf den Teppich einer Pariser Wohnung geworfen hatte und der einen großen Brand auslöste. Als glücklicher Vater einer kleinen Tochter könne ihm heute ähnliches keinesfalls mehr passieren, versicherte er seinem Publikum.

Gekonnt vorgetragenemusikalische Statements

Überhaupt sei, so Maxim, das tollste am Songwriter-Dasein: "Man schreibt über alles, was scheiße war ein Lied, und die Leute klatschen." Mit seinen gekonnt musikalisch vorgetragenen Statements "Ich bin nicht reicht, aber glücklich" und "Ich kann auf alles verzichten, bis auf Dich" sang er sich in die Herzen der Zuhörer, die stürmisch mehrere Zugaben, darunter sein bekanntester Song "Soldaten", einforderten.

Ob der positiven Besucherresonanz versprach Siegfried Kögel, "dranzubleiben" und weitere Konzerte zu organisieren.