Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit standen beim Musical des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums St. Georgen im Mittelpunkt.
Werte wie Toleranz, Gerechtigkeit und Mitmenschlichkeit sind zwar zeitlos und universell, aber beileibe keine „Selbstläufer“. Sie müssen gelebt und verteidigt werden.
Die Musical-AG des Thomas-Strittmatter-Gymnasiums setzte sich mit diesen Themen auseinander und probte unter der Leitung von Gabriel Berg und Ulla Schaedler intensiv für das Kindermusical Expedition MLK 381. Darin wird die Geschichte und das Leben Martin Luther Kings thematisiert. Er war ein zentraler Führer der US-amerikanischen Bürgerrechtsbewegung in den 1950er- und 1960er-Jahren. Der 1968 ermordete Friedensnobelpreisträger setzte sich für die Rechte von Schwarzen ein und kämpfte gegen Rassentrennung und Diskriminierung – gewaltfrei.
Doch bevor das Musical auf die Bühne gebracht werden konnte, investierten die Schüler viel Zeit und Energie in das Projekt. Über 20 Darsteller aus den Klassenstufen fünf bis sieben probten gemeinsam mit Sängern aus den Klassen fünf und sechs. Mit am Start war auch die aus Schülern der Klassenstufen zehn bis zwölf zusammengestellte fünfköpfige Band.
Aber damit nicht genug: Die Schüler stellten darüber hinaus die Erzähler der Handlung, entwickelten die Tanz-Choreographie und waren für die Lichttechnik verantwortlich. Jüngst war Premiere in der Stadthalle – und die war sehr gut besucht.
Mitreißendes Spektakel
Erwartungsfroh lehnten sich die kleinen und großen Besucher zurück und freuten sich nicht nur auf ein mitreißendes Bühnenspektakel mit Tanz, Gesang, Livemusik, sondern – und vor allem – auf eine starke Botschaft für Toleranz, Gleichheit und Würde. Und sie sollten nicht enttäuscht werden: Was die jungen Künstler da auf die Bühne zauberten, war großartig und brachte die Gäste immer wieder dazu, begeistert Applaus zu spenden.
Die Handlung ist schnell erzählt: Vier Freunde treffen auf einer Zeitreise auf die rätselhafte Köchin Georgia, die unglaublich viel über Martin Luther King erzählen kann – angefangen von dessen ersten negativen Erfahrungen als schwarzes Schulkind bis hin zur berühmten Rede „I have a dream“, gehalten beim legendären Marsch auf Washington gegen die Rassendiskriminierung. Die jeweiligen Erzählepisoden von Georgia wurden von den Schülern mit viel Engagement präsentiert. So etwa sang der Chor das ergreifende Protestlied „We shall overcome“ und die beiden Rapperinnen intonierten zur tollen Bandbegleitung trotzig „Mein Name ist King“! Die Szene im Bus, als die Schwarze Rosa Parks mit der Weigerung, ihren Sitzplatz zugunsten eines Weißen zu räumen, den letztlich erfolgreichen, 381 Tage anhaltenden Busboykott auslöste, wurde sehr überzeugend dargestellt.
Ausnahmslos alle Mitwirkenden gaben ihr Bestes und trugen so zu dieser gelungenen Aufführung bei.