Das Kammerorchester „Musica Viva Kinzigtal“ wusste sein Publikum in Hausach einmal mehr mit seinem Können zu verzaubern. Foto: Buchta

In Hausach war das Kammerorchester „Musica Viva Kinzigtal“ für ein Adventskonzerts zu Gast. Sowohl das Ensemble als auch die Solistinnen zu überzeugen.

Es ist zu einem festen, unverzichtbaren Termin in der Vorweihnachtszeit geworden: Das Adventskonzert des Kammerorchesters „Musica Viva Kinzigtal“ in Hausach. Wurde das Konzert viele Jahre von Peter Stöhr geleitet, so übernahm im vergangenen Jahr Markus Raus den Dirigentenstab. Am Sonntag waren für das Kammerkonzert überraschend viele Besucher in die Stadthalle gekommen.

 

Kein Wunder, waren doch neben der bekannten Qualität des Orchesters zwei besondere Stücke angekündigt: Zum einen ein Solo-Gesang Kathrin Krichels, zum anderen die Solistinnen Odile Meyer-Siat und Anne Hilse-Heideker auf der Violine und dem Violoncello als Duett.

Das Konzert begann mit dem „Concerto grosso op. 6 Nr. 1“ von Georg Friedrich Händel. „Das Concerto grosso wurde 1680 in Italien erfunden“, erklärte Markus Raus dazu.

Solistinnen begeistern Publikum mit ihrer Kunst

In barocker Fülle, ganz seiner Zeit verpflichtet, erklang der Satz „A tempo giusto“ so munter, so agil, dass sich die Besucher der Stadthalle unwillkürlich mitten im musikalischen Geschehen wiederfanden.

Das kunstvolle Violinspiel Meyer-Siats in ihrem edlen Zusammenklang mit dem Orchester nahm schon beim Satz Allegro gefangen, während beim dritten Satz vor allem die tiefe Begleitung des Geigenspiels durch Celli und Kontrabass gefiel. Mit einem leichtfüßigen Allegro voller Lebensfreude und mit jubelnden Geigen endete das „Concerto grosso“ unter großem Applaus.

Ebenfalls aus Händels Feder stammt das Lied „Ombra mai fù“ aus der Oper Xerxes, das Kathrin Krichel mit ihrer schönen Stimme und professioneller Gestik sang. Bemerkenswert, wie sie die Gesangspausen mit erwartungsvoller Miene überbrückte.

Ein wundervolles Duett mit Meyer-Siats Violine und Hilse-Heidekers Violoncello in geradezu akrobatisch gesetzten Tonfolgen gab es beim Andante in Antonio Vivaldis „Concerto für Violine, Violoncello und Streichorchester“ zu hören, streng rhythmisch begleitet vom Orchester. Mit dem munteren, fast ausgelassenen Allegro molto endete der erste Konzertteil unter jubelndem Applaus.

Bartholdy und Vivaldi gehörten zum Programm

Dafür bedankten sich die beiden Solistinnen mit einer Zugabe, einem krassen Kontrast zu Vivaldi: Die „Zingaresca“ von Erwin Schulhoff, die in ihrer ungewöhnlichen Art aufhorchen ließ.

Nach der Pause folgte die neunte Streichersinfonie von Felix Mendelssohn Bartholdy, ein frühes Werk, das der Komponist im Alter von 14 Jahren nach einer Italienreise schrieb und das deshalb auch „Schweizer Sinfonie“ genannt wird: ein beeindruckendes Beispiel für dessen schon früh erkennbares Talent. Sanft und elegant erklang in einem kunstvollen Zusammenspiel der gestrichenen und gezupften Instrumente der Satz Grave, während im Allegro die ebenmäßig-anheimelnde Melodie im Vordergrund stand.

Zugabe

Mit einem vergnügten Scherzo und langem Beifall endete das Konzert – mit einer Zugabe: Einem Satz aus einer Sinfonie von Johann Sebastian Bach – eine ergreifende Musik.