Brigitta Bauknecht (links) und Marion Borho fertigen die Verzierung von Rosenhüten an. Foto: Stephan Hübner

Einblicke in die Lebensweise in früheren Jahrhunderten erhielten Besucher des Heimatmuseums „Schwarzes Tor“ in St. Georgen am Internationalen Museumstag.

Traditionsreiches Handwerk und die Lebensweise in früheren Jahrhunderten erwarteten die Gäste im Museum.

 

In der guten Stube durften sich kleine und große Besucher bei Jürgen Ragg per Griffel und Schiefertafel in deutscher Kurrentschrift versuchen. Dabei konnte Ragg so manches von der Geschichte der Schriften berichten, beispielsweise dass das früher gebräuchliche Sütterlin von den Nazis im dritten Reich abgeschafft wurde, weil der Name jüdischen Ursprungs sei.

Bei Hedwig Reinl durften Gäste Uhren aus Papptellern basteln, die sie selbst bemalen konnten.

Alter Webstuhl

Nebenan waren Einblicke in eine bestens ausgerüstete Uhrmacherwerkstatt und die früher genutzten Maschinen und Werkzeuge möglich. Susanne Reck-Sonntag und Gerd Keller führten einen der jahrhundertealten Webstühle vor, auf dem nach wie vor Stoffe hergestellt werden können. Dem Voraus geht allerdings immer das sehr aufwendige Vorbereiten der Apparatur, unter anderem mit dem Einspannen unzähliger, meterlanger Fäden. Marion Borho und Brigitta Bauknecht führten das Herstellen der Verzierung von Rosenhüten vor und erklärten die Besonderheiten und Unterschiede zwischen Rosen und Bommeln, die beide in etwas unterschiedlicher Weise angefertigt werden.

Ein Einblick in eine Uhrmacherwerkstatt. Foto: Stephan Hübner

Allerdings ist es laut Borho heute gar nicht mehr so einfach, qualitativ hochwertige Hüte zu bekommen, die dann auch noch bezahlbar sind. Es gebe Hüte aus Reisstroh, die seien aber eher von minderer Qualität. Roggenstroh dagegen sei stabiler und besser geeignet.

Susanne Reck-Sonntag zeigt den Webstuhl. Foto: Stephan Hübner

Schuhmachermeister dabei

Zum ersten Mal dabei waren die Schuhmachermeister Wilhelm und Rudolf Felde aus Villingen-Schwenningen. Sie führten nicht nur die Reparatur sondern auch die Herstellung von Schuhen vor und erklärten Schritte, wie das Aufziehen des Leders auf einen Holzrohling, der auf den Fuß des späteren Trägers angepasst werden kann und so jeden Schuh zu einem Einzelstück macht.

Die Schuhmachermeister Wilhelm und Rudolf Felde führten die Reparatur von Schuhen vor. Foto: Stephan Hübner

Neben den Vorführungen konnten sich Besucher auch allein im Haus umsehen, beispielsweise in der rustikalen Küche, in einem Schlafzimmer mit Holzbett und metallenem Nachttopf oder einem Raum, in dem die St. Georgener Tracht für Männer, Frauen und Kindern ausgestellt ist.