Auch im Zunftarchiv konnten sich die Besucher beim Internationalen Museumstag ausführlich umsehen und erhielten zahlreiche Informationen. Foto: Agüera

Beim 49. Internationalen Museumstag erfuhren Besucher in Hausach, welche Bandbreite an Historie und Kunst die Stadt zu bieten hat.

Beim Eintauchen in die Geschichte während eines Museumsbesuchs erklärt sich vieles, was die Gegenwart ausmacht. Während die Hausacher Museen feste Tage im Jahresverlauf haben, an denen sie ihre Kleinode öffnen oder dort auch Sonderführungen nach Anmeldung stattfinden, gab es am 49. Internationalen Museumstag am Sonntag im stadtgeschichtlichen Museum im Herrenhaus und im Zunftarchiv der Freien Narrenzunft auch außer der Reihe ein geballtes Angebot an Geschichte.

 

So verschieden wie die Künstler sind und waren, so unterschiedlich werden auch die von ihnen gefertigten Ansichten und Personen interpretiert. Museumskurator Udo Prange und seine Mitstreiter zeigten im Kaminzimmer des Herrenhauses in einem rund einstündigen Bildervortrag den Wandel der Zeit in Hausach. Egal, ob unter anderem als Druckkunst, auf Leinwand in Öl oder mit Kohle gezeichnet – die Blickwinkel unterschieden sich deutlich, ohne jedoch die Gebäude, Landschaft, „Husacher Originale“ und vor allem aber Hausach an sich aus den Augen zu verlieren. Die Techniken der Künstler waren genauso ungleich – mal mit Wein gemalt, wie die Arbeiten von Karl Krug zeigten, die Bilder des Malerpoeten Eugen Falk-Breitenbach samt seinen Gedichten oder die Kupferstiche von Harry Niecnik. Und das alles musikalisch unterlegt oder mit den abgespielten Stimmen der Museumsteam-Mitglieder Gerhard Mosmann und Hubert Maier-Knapp.

Die närrische Geschichte gab es im Zunftarchiv der Freien Narrenzunft Hausach zu bestaunen. In dem kleinen, aber feinen Narrenmuseum in der Schlossstraße gaben Joachim Uhl und Eugenio Agüera Oliver Einblicke ins Brauchtum. Im Mittelpunkt des Zunftarchivs steht aktuell die Sonderausstellung „Die Blauen“.

Die Entstehung, warum „die Blauen“ auch Elfer oder Elferrat genannt wurden, weshalb es in Hausach einen Narrenvater gibt oder wie deren Kleiderordnung aussieht, wird dabei anschaulich belegt.

Große Zahl an Künstlern – und an Interpretationen

Aber auch die Chroniken mit alten Fotografien, Dokumenten und schriftlichen Nachweisen sorgten beim Museumstag erneut für reges Interesse.

„Es macht immer wahnsinnig Spaß, den interessierten Gästen die Husacher Fasent zu erklären“, beschrieb Joachim Uhl. Überhaupt würde es Spaß machen, mit den Museumsbesuchern ins Gespräch zu kommen, ergänzte Eugenio Agüera Oliver.

„Museums uniting a divided world – Museen, die eine geteilte Welt vereinen“, lautete das Motto des diesjährigen Internationalen Museumstags. „Es verdeutlicht die besondere Rolle von Museen in einer Zeit globaler Herausforderungen und gesellschaftlicher Spannungen. Museen können Brücken bauen zwischen Generationen, Kulturen und unterschiedlichen Lebensrealitäten“, betonte die Leiterin des Hausacher Kultur- und Tourismusbüros, Melanie Axmann.

Bilanz Museumstag

Mit dem gemeinsamen Aktionstag aller Museen war das auch durchaus gelungen. In Hausach gibt es neben dem Herrenhaus und Zunftarchiv noch weitere Museen, Kleinode und Denkmäler zu bestaunen, deren geschichtliche Hintergründe bei Sonderführungen erlebt werden können.