Dorothee Eisenlohr (rechts) verabschiedete Helmut Banholzer und seine Frau Anita aus dem Ehrenamt mit den Autoschiebern. Foto: Ziechaus

Es war ein vorausschauender und mutiger Schritt, in Schramberg ein Auto- und Uhrenmuseum zu gründen, lobte Martin Sauter die Entscheidung in der Stadt.

Er erinnere sich noch lebhaft an die erste Sitzung vor 15 Jahren im Rathaus mit seinem Angebot, seine große Sammlung von Oldtimern an geeigneter Stelle in der Stadt auszustellen.

 

Dieses Angebot von Martin Sauter war die Initialzündung für die damals Verantwortlichen für das Auto- und Uhrenmuseum Erfinderzeiten in den Industriebauten in der H.A.U. Nach vielen Überlegungen im Rathaus und dem Einsatz externer Museumsplaner wurde dem langjährigen Gemeinderat Helmut Banholzer mit einem von Herbert Zinell und Franz Moser angepassten Geschäftsbesorgungsvertrag die ehrenamtliche Leitung übertragen. Als Organisator, Netzwerker und mit Verhandlungsgeschick sei es ihm gelungen, viele neue Leute für den Aufbau und Einrichtung der Ausstellungen zu motivieren, hob Oberbürgermeisterin Dorothee Eisenlohr hervor. Schon beim Aufbau war die Autoschieberbande für das Auffüllen der Parklücken auf allen Etagen am Werk.

Keine halben Sachen

Für Helmut Banholzer „gibt es keine halben Sachen“ und so sorgte er auch als Lektor für die richtigen Texte bei den vielen Beschreibungen der Oldtimer. In schlaflosen Nächten habe er sich manches für die Präsentation bei Ausstellungen überlegt und im Museum umgesetzt. Mit detaillierten Plänen habe der Aufbau perfekt funktioniert, bestätigte Martin Sauter die Präzision der Schiebung der Modelle an ihre Plätze. Um die 200 Alltagsautos vom Scheunenfund bis zu restaurierten Straßenkreuzern mussten mit Autotransportern nach Schramberg transloziert und mit Kran ins Museum gehoben werden.

Martin Sauter freute sich über die tolle Präsentation seiner Oldtimer-Sammlung Foto: Ziechaus

Sein Lebenswerk sei so zu einem prächtigen Baustein in der Stadt befördert worden. Mit der beschwingten Melodie „Habanera“ aus der Oper Carmen unterstrich das Cello-Quartett die gelöste Stimmung im Museum. Helmut Banholzer war überrascht von den vielen Fähigkeiten, die ihm in den Ansprachen angetragen wurden. Er habe sich schon damals gefragt, warum ausgerechnet er für die Aufgaben im Museum angefragt wurde.

Unterschiedliche Meinungen

Als Laie für Oldtimer und Uhren verfüge er inzwischen über viele neue Bücher zu den Themen. Aber wichtig sei ihm gewesen, das Knäuel unterschiedlicher Meinungen von Stadt, Planern und Leihgeber unter einen Hut zu bringen. Ihm waren mit dem „erfundenen Geschäftsbesorgungsvertrag“ einige gewichtige Vorgaben mitgegeben, die mit einem Verein leichter zu erfüllen wären. Aber durch das Einbinden zur Mitarbeit von allen Fraktionen bei der Putzaktion an zwei Samstagen waren manche Bedenken im Gemeinderat ausgeräumt.

Helmut Banholzer war auch flott in der BMW Isetta unterwegs. Foto: Ziechaus

Das Einparken von 200 Fahrzeugen an gut zwei Tagen haben die Autoschieber ehrenamtlich erledigt, wie auch die Führer in den Ausstellungen. Das machte Museumsleiterin Anneliese Müller mit der Vorführung einer bunten Bilderserie sehr anschaulich. Als lebendiger Botschafter trage das Auto- und Uhrenmuseum die Marke Schramberg nach außen.