Wie kommt die Schottenuhr zu ihrem Namen, fragt das Deutsche Uhrenmuseum mit dem Objekt des Monats Januar. Ausgestellt wird eine Uhr, die Thadä Schwörer in Neustadt um 1840 fertigte. Foto: Kouba

Wie die Schottenuhr zu ihrem Namen kam, erklärt das Deutsche Uhrenmuseum in Furtwangen in seiner Ausstellung.

Furtwangen - Eine Schottenuhr ist Objekt des Monats Januar im Deutschen Uhrenmuseum in Furtwangen. Wie kommt sie zu ihrem Namen – so lautet die Frage.

Wieder ist es eine Uhr mit kleinen Maßen. Wer meint, das Werk habe etwas mit geizigen Schotten zu tun, der irrt. Der Name weist auf den Schottenhof bei Neustadt hin, auf dem im 19. Jahrhundert derartige Uhren gefertigt wurden. Die Hofbezeichnung wurde zum Synonym der Uhren. Das hiesige Museum beherbergt eine kleine Sensation und Rarität, denn vor rund 20 Jahren ging das Ührchen in seinen Besitz über.

Handschriftliche Signatur ihres Herstellers

Authentisch ist der Nachweis, denn das Objekt trägt eine handschriftliche Signatur ihres Herstellers, einschließlich der Angabe des Herkunftsortes: "Thadä Schwörer, in Schotten". Wieder war es der Verein zur Förderung des Deutschen Uhrenmuseums Furtwangen (VFDU), der dazu beitrug, "das Schlüsselstück zur Schwarzwälder Uhrengeschichte" ankaufen zu können. Schwörer fertigte diese Art der Uhren bereits in den 1830er-Jahren. Es war die Blütezeit des Handels, als in der Mitte des 19. Jahrhunderts jährlich bis zu einer Million Uhren aus Holzteilen den Schwarzwald verließen. Die meisten davon waren Wanduhren mit Schottenwerk. Sie waren kaum mehr als zehn auf zwölf Zentimeter groß, verfügten über Lackschilde und wurden mit Gewichten angetrieben. Sie bewährten sich wegen ihres günstigen Preises auf dem Markt.

Das Schaustück prägt ein Schild, in dessen Quadratecken sich die typischen Schwarzwaldrosen befinden. Im Tympanon ist ein Berg mit einer Kapelle zu sehen. Links davon befindet sich ein großes Kreuz mit wehender Fahne. Ein Mönch am Fuße des Berges scheint auf die nach oben führende Treppe zuzugehen. Das Ziffernblatt trägt römische Ziffern und zwei Zeiger verkünden Stunden und Minuten.