Eine Initiative und 922 Bewohner Efringen-Kirchens wünschen sich Wege, das Museum in der Alten Schule sowie das ganze Gebäude zu einem neuen Kulturhaus entwickeln zu können. Foto: Maja Tolsdorf

Vielleicht ist die Geschichte des Museums in der Alten Schule in Efringen-Kirchen doch noch nicht auserzählt. Eine Initiative wünscht sich Wege zur Wiederbelebung.

Kürzlich hat eine Initiativgruppe rund um das Museum in der Alten Schule in der Mai-Sitzung des Gemeinderats Efringen-Kirchen einen Bürgerantrag mit 922 Unterschriften für den Erhalt des Museums an Bürgermeisterin Carolin Holzmüller überreicht. Mit diesem Instrument der kommunalen Mitbestimmung, fordern die Einwohner nun das Gremium auf, sich mit der bereits beschlossenen Schließung des Museums erneut zu befassen und darüber zu entscheiden.

 

Mit einer Neuberatung und Entscheidung, unter ausgewogener Berücksichtigung aller Interessen, verbinden die Unterzeichner laut Marion Casper-Merk, Willfried Bussohn und Walter Silbereisen, die als Vertrauenspersonen die Unterschriften überbracht hatten, die Hoffnung, dass der Museumsbetrieb wiederbelebt werden kann.

Anders als in Variante 1 des Beschlussvorschlags vom Januar, soll der Betrieb des Museums nicht „unverändert fortgeführt werden“. Stattdessen soll ein neues Nutzungskonzept für das gesamte Gebäude, einem neuen Kulturhaus, erarbeitet werden. Das Museum sei dann lediglich ein Teil des Ganzen, wobei Gründlichkeit vor Schnelligkeit gehen soll, heißt es in einer Pressemitteilung.

Seit der Schließung des Museums habe bereits eine systematische Entleerung der Räume stattgefunden. Nach der deutlichen Erhöhung der Nutzungsentgelte hätten der Badische Sängerbund, die privaten örtlichen Musikschulen sowie weitere Interessenten andere Veranstaltungsorte gewählt.

Caspers-Merk, Silbereisen und Bussohn schwebt gemäß ihrer Mitteilung vor, die Nutzung des Vortragssaals und des Museumskellers auszubauen – die Schallbacher Kulturtage seien ein gutes Beispiel dafür.

Der große Garten soll wiederbelebt werden, mit Sommerkonzerten oder für die „Fête de la Musique“, einer Veranstaltung, die am 21. Juni in mehr als 120 Ländern veranstaltet wird. „Das Museum soll überarbeitet und es soll wieder Raum für Sonderausstellungen, Gruppen und Schulklassen geschaffen werden“, heißt es.

Im Garten des Museums gibt es allerlei historische Stücke, aber auch andere parallele Nutzungen wären denkbar. Foto: Maja Tolsdorf

„Statt eines Archivars zur Entsammlung braucht es engagierte Museumsfachleute, die gemeinsam mit Ehrenamtlichen das neue Konzept erarbeiten. Dabei böten sich Lösungen an, die in ähnlich großen Museen bereits umgesetzt werden“, schreiben die Antragsteller.

Mittlerweile gebe es Kontakte zu anderen Museen, die ihre Expertise für eine Neustrukturierung des Museums in der Alten Schule zur Verfügung stellen würden. „Wenn es gelingen sollte, dass der Gemeinderat aufgrund der vielen Unterschriften den Beschluss über die Auflösung des Museums zurücknimmt, bestünde auch die Möglichkeit, Personen des Fördervereins zu einer weiteren Mitarbeit im Museum zu bewegen“, heißt es.

Kostengünstigere Ideen für den Brandschutz

Für den Brandschutz gebe es kostengünstigere Lösungen. Eine Fluchttreppe koste nicht mehrere 100.000 Euro, diese gebe es erheblich billiger. Die Sicherheit der Besucher stehe aber an oberster Stelle. Als Fluchtweg schlagen Caspers-Merk, Silbereisen und Bussohn eine Stahltreppe mit je einem Podest in Höhe des ersten und zweiten Obergeschosses, für Dauer- und Sonderausstellung. So sei dies zum Beispiel auch am Anbau des Kant-Gymnasiums in Weil am Rhein gelöst worden.

Der Brandschutz könne für die Dauerausstellung aber auch gewährleistet werden, indem die Zahl der Besucher, die sich zeitgleich im Museum aufhalten, begrenzt wird. Dies würde in anderen historischen Museen bereits praktiziert. Bei Sonderausstellung könnte die Besucherzahl durch vorherige Anmeldung geregelt werden.

„Das sind alles nur Gedanken“

Unverzichtbar sei allerdings der Einbau einer Alarmanlage, als Voraussetzung dafür Exponate anderer Stellen für eine Ausstellung zu erhalten. Zudem seien die Versicherungsprämien dann deutlich günstiger.

„Das sind alles nur Gedanken“, allerdings könnte nach fachlicher Prüfung vielleicht auch eine Idee dabei sein, die zu einer Lösung führen könnte, schreiben Caspers-Merk, Silbereisen und Bussohn in der Mitteilung und appellieren, der Kultur eine Chance zu geben – und Efringen-Kirchen ein beliebtes Gebäude zurück.