Die Zukunft des Museums in der Alten Schule in Efringen-Kirchen hat der Gemeinderat besiegelt: es hat keine. Was einmal mit dem Gebäude passieren soll, ist noch offen. Foto: Maja Tolsdorf

Die Schließung des Museums in der Alten Schule in Efringen-Kirchen ist für Verwaltung und Gemeinderat kein Thema mehr, fand dank zweier Bürger aber trotzdem Erwähnung.

Nicht viele Bürger waren der Aufforderung von Peter Peter Bühler gefolgt, der in seinem Leserbrief zur Schließung des Museums in der Alten Schule „alle Bürger, die zu diesem Thema eine eigene Meinung haben,“ dazu aufgerufen hatte, an der nächsten Gemeinderatssitzung teilzunehmen. Den Unmut am Beschluss des Gemeinderats über das Museums-Aus und dessen Entsammlung schmälerte dies in der jüngsten Gemeinderatssitzung allerdings nicht.

 

Auch die von Patrick Luetzelschwab aus Weil am Rhein in seinem Leserbrief geäußerte Hoffnung hatte sich nicht erfüllt, „dass diese Entscheidung noch einmal überdacht wird“. Stattdessen war das geschlossene Museum in der Alten Schule nach dem Gemeinderatsbeschluss Ende Januar bereits 26 Tage später in der Februar-Sitzung kein Thema mehr.

Dank der Wortmeldungen von Peter Bühler und Walter Silbereisen zur Bürgerfragestunde fand es aber noch einmal Erwähnung. Zwar erklärte Walter Silbereisen lediglich, dass er genug davon habe, von der Bürgermeisterin rechtlich darüber belehrt zu werden, was er als Bürger wie zu äußern habe und erklärte, seine Fragen stattdessen in einem Leserbrief anzubringen.

Peter Bühler ließ sich davon aber nicht bremsen und wurde prompt nach seinen ersten Worten daran erinnert, dass er Fragen stellen müsse. „Wenn ich ausreden dürfte, komme ich auch zu den Fragen“, sagte er und fragte, wie es sein könne, dass er kürzlich im Briefkasten einen Stadtplan hatte, der das Museum in der Alten Schule bewerbe, wo doch längst klar gewesen sei, dass es schließt.

Fassungslosigkeit über das Museums-Aus

Bürgermeisterin Carolin Holzmüller verwies auf den frühen Abgabetermin für die Druckvorlage des Stadtplans. Bühler machte noch einmal seiner Fassungslosigkeit über das Aus des Museums Luft. Schon in seinem Leserbrief hatte er festgestellt, dass „unseren Enkelkindern durch den Beschluss der Verwaltung“ nun die Möglichkeit genommen werde, sich über „unsere Vergangenheit und die damalige Lebensweise anschaulich informieren zu können“. Verwaltung und Gemeinderat hatte er darin ermahnt, „trotz Erreichens gewisser Positionen und Ämter ihre Herkunft nicht zu vergessen“.

Darüber hinaus wollte Bühler in der Bürgerfragestunde ganz genau wissen, was mit den Gegenständen passiere, also den Schenkungen, Leihgaben und Spenden, die Bürger aus dem Ort einst dem Museum übergeben hatten.

Die beim Fischfang auf dem Rhein verwendeten Boote hießen Waidling. Wo solche Stücke nach der Entsammlung des Museums in der Alten Schule hinkommen, fragt sich wohl auch der Betrachter. Foto: Maja Tolsdorf

Holzmüller erklärte zur Entsammlung, dass diese möglicherweise an andere Museen gegeben würden, oder dass historische Exponate an anderer Stelle ohne Ortsbezug ausgestellt werden könnten. Sie stellte fest, dass es sich dabei um ein formal korrektes Verfahren handle, bei dem die Gemeinde Gegenstände auch verkaufen könne.

Peter Bühler: „Stücke für die Allgemeinheit verschenkt“

„Und wer kriegt dann das Geld?“ fragte Bühler und Holzmüller antwortete: „Die Verwaltung, wenn es sich um eine Schenkung an die Gemeinde gehandelt hat.“ Bühler empörte sich über diese Möglichkeit: „Die Menschen aus dem Dorf haben ihre Stücke nicht zu eurer Bereicherung verschenkt, sondern fürs Museum und damit für die Allgemeinheit.“